Wo Bauarbeiter zu Detektiven werden

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Kein Durchkommen wegen Bauarbeiten: In der Alfdorfer Ortsdurchfahrt werden Kanäle und Leitungen ausgetauscht. Der erste Bauabschnitt wird in diesem Jahr voraussichtlich fertig werden.

In der Alfdorfer Ortsdurchfahrt werden Kanäle und Leitungen ausgetauscht. Mancher Rohr-Ursprung ist dabei überraschend. Gemeinde investiert rund acht Millionen Euro.

Alfdorf

Seit Februar wird der überörtliche Verkehr von Mutlangen in Richtung Welzheim weiträumig umgeleitet. Grund sind tiefschürfende Maßnahmen in der Alfdorfer Ortsdurchfahrt. Im Rahmen einer Gesamtkonzeption für die Abwasserbewirtschaftung muss eine Druckleitung eingezogen, zu klein dimensionierte Kanäle müssen neu verlegt und eine neue Wasserleitung muss installiert werden. Wenn alles fertig ist, wird das komplette Abwasser des Hauptorts in die erweiterte Leineckkläranlage beim Teilort Pfahlbronn abgeführt. Doch das dauert noch bis 2021.

Gemeinde investiert Millionen

Schritt für Schritt wird die Maßnahme umgesetzt. So erfolgt aktuell die Erweiterung der großen Kläranlage, die Kläranlage in Alfdorf kann dann geschlossen werden. In einem ersten Bauabschnitt kümmern sich die Mitarbeiter der Firma Ebert aus Pommertsweiler um die Verlegungsarbeiten in der Ortsmitte. Von der Vorstadtstraße bis zur Tankstelle. Daher wird der innerörtliche Verkehr übers Baugebiet umgeleitet. Insgesamt werden durch die Gemeinde rund acht Millionen Euro investiert.

Viel Detektivarbeit war zudem gefragt, fanden sich doch beim Freilegen der alten Leitungen in der Ortsdurchfahrt manche Teilstücke, deren Ursprung und Sinn unbekannt war. Alte Hausanschlüsse legten nahe, dass zuerst einmal geforscht werden musste, wohin die Leitungen führen. "Wir haben auch einen Oberflächensammler neu entdeckt", verrät Ortsbaumeister Henry Maurer. Hilfreich waren die Aussagen der Einwohner, die seit Jahrzehnten ortskundig sind. "Da gibt's oft wertvolle Tipps. Etwa, wo einst eine Klinge war." Denn manche Leitung und ähnliches fand sich in keiner der alten Karten und Pläne, wie Henry Maurer beschreibt.

Gut vier Wochen musste für die Klärung investiert werden. Doch jetzt habe man es geschafft. "Und wir hoffen, dass im nächsten Bereich weniger Leitungen sind, da dort auch weniger Bebauung ist. Momentan sind wir an der Unteren Bühlstraße, bei den Bushaltestellen."

Der erste Bauabschnitt wird in diesem Jahr voraussichtlich fertig werden. Rund 2,5 Millionen Euro werden investiert. Dann folgt der zweite von der Vorstadtstraße in die andere Richtung, zur Schützenstraße. Sprich, die Umleitung wird noch eine ganze Weile andauern. Wobei Henry Maurer berichtet, dass die Anlieger der Baugebiete, durch die die Umleitung führt, weniger belastet sind als ursprünglich angenommen. Durch die Coronakrise ist das Verkehrsaufkommen stark reduziert. Auch im zweiten Abschnitt werden dann die Kanäle und die Wasserleitung erneuert. Allerdings fällt hier das Verlegen einer Druckleitung weg.

Parallel zum ersten Bauabschnitt kümmern sich die Mitarbeiter der Firma Haag-Bau aus Neuler darum, Leitungsarbeiten in Richtung Pfahlbronn, vom Ortsausgang her kommend, vorzunehmen. Dort wird die neue Leitung an die vorhandene Infrastruktur angeschlossen und zur erweiterten Kläranlage ins Tal abgeführt. Auch hier läuft's gut, man ist gut in der Zeit. Insgesamt rund 480 000 Euro kostet diese Leitungsverlegung. Manche Widrigkeit wurde hinter sich gebracht. So musste etwa die TAL-Leitung unterfahren werden. Auch der Kreuzungsbereich in Richtung Lorch ist mit der neuen Leitung unterfahren. Diese wurde unterirdisch durchgepresst.

In der Ortsmitte wird es nun wieder Anliegergespräche geben. Hier wird ergründet, wer etwa seine Hofeinfahrt verändern möchte, wo die Straßenleuchten gesetzt werden und vieles mehr. "Eine enge Absprache zwischen dem Ingenieurbüro MS aus Abtsgmünd, der Bauleitung der Firma Ebert, unserem Ortsbauamt und den Anliegern ist das A und O", weiß Maurer. "Nur so kann eine große Baustelle auch wirklich gelingen", setzt Maurer auf Konversation mit den Anliegern.

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