Alfdorfer Verein H2O-for-all: Gewächshäuser für die Mongolei

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Holger Eisemann präsentiert den selbstentwickelten Prototyp eines Gewächshaus für die Mongolei
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Bildung und Gesundheit statt Wasser holen: Wie der Alfdorfer Verein H2O-for-all in der Mongolei für bessere Ernährung sorgt.

Alfdorf. Wasser ist das grundlegendste Element, das ein Überleben sichert. Etwa 2.2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu einwandfreiem Trinkwasser und weitere zwei Milliarden Menschen fehlt die sanitäre Grundversorgung. Dieser Mangel sorgt vor allem bei Kindern zu einer hohen Sterblichkeitsrate. Es gibt viele Hilfsprojekte und Vereine, die Menschen in Entwicklungsländer dabei unterstützen, ein besseres Leben mit mehr Bildung, ärztliche Versorgung und eine gesicherte Ernährung durch unterschiedliche Projekte zu schaffen.

Bereits 2011 haben sich einige Menschen in Alfdorf zum Verein „H2O for all“ zusammengetan um in einem dieser Entwicklungsländer Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Im Laufe der Recherchen, wurde den Vereinsmitgliedern bewusst, „auch in der Mongolei herrscht eine enorme Wasserknappheit“, erklärt der Vorstand Holger Eisemann. Das raue Klima mit mehr Verdunstung als Niederschlag, die Winde, die massiven Temperaturschwankungen und die rund neunmonatige Frostperiode macht es den Menschen schwer bis unmöglich an sauberes Trink- und Waschwasser zu gelangen.

Wasserkioske und Brunnen

Der Wassermangel ist enorm, selbst in der Hauptstadt Ulan Bator haben knapp ein Drittel der Bevölkerung keinen Zugang zu fließendem Wasser. Das überlebensnotwendig Nass wird mühselig und mit langen Strecken verbunden an „Wasserkiosken“ oder Brunnen geholt und ist dem entsprechend kostbar. Örtliche Projektpartner waren von der Idee von Hilfsprojekten in der Mongolei sehr angetan und signalisierten Unterstützung.

Den Bewohnern kleinerer Dörfer in der Mongolei soll nachhaltig der Zugang zu frischem Wasser gewährt werden, als erstes Projekt konnte 2014 die Krankenstation im Dorf Baatsagaan mit einem Trinkwasserbrunnen versorgt werden, zuvor musste das Trinkwasser für Mitarbeitende und Patienten vom Personal mit einem Wasserkarren am Dorfbrunnen holen. Ein frostsicheres Brunnenhaus wurde gleichzeitig errichtet. Für Patienten und Mitarbeitende eine echte Verbesserung um die Hygiene bei Operationen zu gewährleisten und den bereits bei vielen Bewohnern vorhandenen Nierenproblem durch zu wenig trinken, entgegenzuwirken.

Dritter Brunnen in Planung

Mit einem weiteren Brunnen konnte die Region Buutsagaan, versorgt werden, ein dritter sei in Planung, erklärt der Vorsitzende. Rund 10 000 Euro werden pro Brunnenbohrprojekt veranschlagt, Gelder, die die jeweiligen mongolischen Kommunen nicht haben, der Verein H2O for all finanziert seine Projekte rein aus Spenden.

Langfristig möchten Eismanns Mitstreiter auch für grundsätzlich bessere sanitäre Verhältnisse bei ihren Projektpartner sorgen. Der beste Brunnen nutze nichts, wenn die Abwässer ungeklärt versickern. Angedacht sind Trockentrenntoiletten und öffentliche Badehäuser für die Bevölkerung. Dadurch ließen sich viele Infektionskrankheiten verhindern, meint Eismann auf lange Sicht gesehen, profitieren im Besonderen die Kinder von nahe gelegenen Trinkwasserquellen, lange Wege, die zum Wasserholen benötigt werden, fallen weg, die Kinder können jetzt in dieser gewonnen Zeit die Schule besuchen. Durch einen höheren Hygienestandard werden Krankheiten verhindert „ein einfaches Händewaschen reicht oft um Infektionsketten zu unterbrechen“.

Zu verbesserten hygienischen Umständen soll als nächstes eine gesündere und vitaminreichere Kost in den kleinen Orten Einzug halten. Der Boden in den Regionen sei extrem karg, oftmals muss „guter Boden“ mittels LKW angeliefert werden. Ein exakt auf die Witterungsverhältnisse in der Mongolei zugeschnittenen Gewächshaus soll hierfür dienen. Langes Tüfteln und Überlegen der H2Oler brachte als Prototyp einen kuppelartigen Bau, der in einzelnen Modulen angeliefert und ohne großen Aufwand errichtet werden kann.

Hier sollen die Familien Salate und Gemüse mit möglichst wenig Erde anbauen,hilfreich wären auch Ersatzsubstrate zum Anbau.

Spenden Da alle Projekte rein über Spenden finanziert werden, freut sich der Verein über Unterstützung bei der KSK Waiblingen, IBAN: DE37 6025 0010 0015 1028 76

Auch in der Mongolei herrscht enorme Wasserknappheit.“

Holger Eisemann, Vorstand H2O-for-all

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