Areal auf Elisabethenberg verkauft

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Die Diakonie Stetten hat geschichtsträchtigen Gebäude auf dem Elisabethenberg bei Waldhausen samt Areal an die Firma Fächner verkauft.
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Die Diakonie Stetten hat Gebäude und Areal auf dem Elisabethenberg an eine Waldhäuser Firma verkauft. Wie es weitergeht und wo die bisherigen Bewohner jetzt leben.

Lorch-Waldhausen

Das geschichtsträchtige Gebäude auf dem Elisabethenberg bei Waldhausen gehört fest zum Selbstverständnis des Lorcher Teilorts. Nun hat die Diakonie Stetten das Gebäude samt Areal verkauft. Neuer Eigentümer ist die Firma Fächner aus Waldhausen, hatte Bürgermeisterin Marita Funk in der Ratssitzung am Donnerstag bekannt gegeben.

Diakonie-Sprecher Steffen Wilhelm spricht von der GF Immo GmbH: „Die Inhaber haben persönliche Wurzeln vor Ort und beschäftigen sich mit dem Erwerb von interessanten, entwicklungsfähigen Gebäuden und Liegenschaften.“ Was mit dem Gebäude geschehen soll, werde die Firma „zu einem späteren Zeitpunkt zusammentragen“, lässt Wilhelm ausrichten. „Konzepte werden in Abstimmung mit der Stadt Lorch und den zuständigen Behörden entwickelt.“

Das bestätigt auch die Bürgermeisterin: „Die Firma Fächner möchte ihr Konzept mit uns abstimmen, was gut und wichtig ist.“ Sie führt aus, dass der dortige Bereich eine „Sondernutzungsfläche“ sei: „Was die baurechtlichen Möglichkeiten einschränkt.“ Möglich seien in solchen Gebieten beispielsweise soziale Einrichtungen, wie die Diakonie Stetten es vorgemacht hat.

Umzug nach Wetzgau

Der Träger sozialer Dienstleistungen erwarb das Areal im Jahr 1968. Zum Schluss lebten 52 Menschen in dem Gebäude. Eine Hälfte zog im März in die neugebaute Unterkunft in Aalen, die andere Hälfte fand Ende April eine neue Heimat im Gmünder Stadtteil Wetzgau. „Die bauliche Situation des geschichtsträchtigen Wohngebäudes auf dem Elisabethenberg entspricht nicht mehr den Anforderungen der Landesheimbauverordnung Baden-Württemberg“, erklärt Steffen Wilhelm. Die Verordnung schreibe unter anderem Einzelzimmer mit 14 Quadratmetern Mindestgröße vor. „Das war dort nicht gegeben.“ In welchem Zustand das Gebäude insgesamt sei, könne er qualifiziert nicht sagen, so Wilhelm. Er ergänzt, dass die Verordnung nur noch möglichst zentral gelegene und gut an den Nahverkehr angebundene Standorte zulasse.

Das sei in Wetzgau alles möglich und vorhanden, zudem ist der Neubau samt Garten barrierefrei. Jeweils sechs erwachsene Menschen mit Behinderung leben nun dort, verteilt auf drei Ebenen, in vier Wohngemeinschaften zusammen. Für die Tagesbetreuung der Bewohner im Seniorenalter gibt es im Erdgeschoss Räumlichkeiten, die auch für inklusive Begegnungen und verschiedene Anlässe genutzt werden können. „Auch dank einer finanziellen Förderung der Stiftung Aktion Mensch.“ Die weiteren Bewohner besuchen tagsüber eine Tagesbetreuung oder eine Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof, mit der die Diakonie Stetten kooperiert.

Abschied war nicht leicht

„Der Abschied vom ‚E-Berg‘ ist manchen Bewohnern zwar nicht leichtgefallen“, berichtet Wohnverbundleiter Julian Brandt, „aber ich bin auch beeindruckt, wie schnell sich alle auf die neue Wohnsituation eingelassen haben.“ Er erzählt, dass wegen Corona weder eine Einweihung des Neubaus noch ein richtiger Abschied vom Elisabethenberg möglich war. Gefeiert werde im ganz kleinen Rahmen, nur mit den ehemaligen Bewohnern und Mitarbeitern.

Die vorhandenen Wasserquellen mit Versorgungsanlagen wird die Stadt Lorch kaufen, ergänzte Bürgermeisterin Funk in der Sitzung. „Das war uns sehr wichtig, da diese auch den Vogelhof versorgen.“

Die Firma möchte ihr Konzept mit uns abstimmen.

Marita Funk, Bürgermeisterin

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