„Aufgeben ist keine Option“

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Tour-Ginko-Gründerin Christiane Eichenhofer gibt sich optimistisch.
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Wegen Corona musste die Tour Ginkgo bereits zweimal ausfallen. Gründerin Christiane Eichenhofer spricht über die Folgen und wie sie in die Zukunft blickt.

Lorch-Waldhausen

Das Ginkgo-Blatt aus Holz ist gelb und grün bemalt, die Holzbiene wartet noch auf Farbe: „Momentan sammeln wir Spenden, indem wir diese beiden Dinge verkaufen“, sagt Christiane Eichenhofer, zeigt Blatt und Biene und schiebt hinterher: „Die Tour Ginkgo konnte leider seit Beginn der Pandemie nicht stattfinden.“ Was nicht nur schade, sondern schlimm sei: „Denn die Kinder werden ja trotz Pandemie weiterhin krank.“

Die Tour Ginkgo ist ein Spenden-Event, das von Christiane Eichenhofer mit Hilfe ihrer gleichnamigen Stiftung vor 30 Jahren begründet wurde. Für dieses Engagement wurde die Waldhäuserin bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. An mehreren Tagen einmal im Jahr radelt ein Tross von Unterstützern von Ort zu Ort, besucht Feste, Kindergärten sowie viele weitere Institutionen und sammelt so Spenden für schwerkranke Kinder. Und zwar gezielt, um zum einen das Zusammensein der Kinder mit ihren Familien während der Behandlung in der Klinik zu ermöglichen. So konnten von den Geldern schon Wohnräume für Angehörige gebaut und ausgestattet werden. Zum anderen werden damit auch Vereine wie der Bunte Kreis Schwäbisch Gmünd unterstützt, die sich darum kümmern, den Übergang zwischen Krankenhaus und Zuhause für die betroffenen Familien zu erleichtern.

Ziele übertroffen

„Die Tour findet meist Ende Juni statt“, erzählt die Waldhäuserin, „und jedes Jahr anderswo“. So radelte die Tour schon für die Kinderklinik Olgäle in Stuttgart, für den Förderkreis Karlsruhe, für herzkranke Kinder in Ulm, die Lebenshilfe Göppingen oder den bunten Kreis in Augsburg. „Unser Ziel ist es immer, die 200 000-Euro-Grenze zu knacken“, sagt Eichenhofer. Was normalerweise auch erreicht wird. 300 000 Euro gingen beispielsweise 2017 an „Olgäle sorgt nach“. Und beim 20-jährigen Stiftungsjubiläum 2012 kamen sogar 450 000 Euro zusammen, Begünstigter war damals das Olgahospital in Stuttgart.

Im Jahr 2020 war bereits alles für die Tour im Kreis Ludwigsburg vorbereitet, als die Corona-Pandemie das Event lahmlegte. „Dieses Jahr hoffen wir, dass wir in Ludwigsburg fahren können.“ Sicher ist noch nichts. Doch die Planungen laufen längst, denn der Aufwand hinter jeder Tour „ist immens hoch“. So muss mit jeder Gemeinde, durch die geradelt wird, der genaue Tour-Abschnitt geklärt sein. „Wir sprechen die Vereine und Organisationen vor Ort an und vereinbaren, wo wir Station machen.“ Nicht zuletzt muss die Werbung laufen, Trikots besorgt, Mitfahrer organisiert und Sponsoren ins Boot geholt werden. Hier könne Eichenhofer auf ein verlässliches Netz von Firmen zurückgreifen, erzählt sie dankbar. „Ich werde auch während der Pandemie von Menschen angesprochen, die Werbung für uns auf ihren Fahrzeugen bringen oder uns trotz Stillstand Spendengelder zukommen lassen wollten.“ Darüber freue sie sich sehr.

Tatenlosigkeit schmerzt

Man merkt der Mutter zweier erwachsener Kinder an, wie sehr sie die aufgezwungene Tatenlosigkeit schmerzt. Als Kind war sie selbst schwer an Leukämie erkrankt: „Ich weiß, was es bedeutet, nicht nur von ärztlicher Seite, sondern auch von Privatpersonen Unterstützung zu erfahren, um daraus Kraft und Hoffnung zu schöpfen.“ Umso mehr würde sie sich freuen, wenn die Tour Ginkgo in diesem Jahr stattfinden könne. „Aufgeben ist keine Option.“ Toll wäre, wenn auch jetzt Spenden für die Stiftung eingehen würden. Denn ein bisschen sei ja auch was: „Und von überall ein bisschen gibt dann das Große.“

Spenden an die Christine-Eichendorfer-Stiftung oder direkt an engagierte Vereine in der Umgebung können über den Internetauftritt unter www.tourginkgo.de geleistet werden. Hier gibt es auch weitere Informationen zur Tour Ginkgo.

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