Baden im Plüderhäuser Badesee verboten

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Warnschilder weisen darauf hin: Derzeit herrscht Badeverbot im Badesee in Plüderhausen.
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Wegen Blaualgen seit Montag wieder Badeverbot in Plüderhausen.

Plüderhausen. Die Gemeinde Plüderhausen hat für den gesamten Badesee ein Badeverbot ausgesprochen. Das bestätigt Bürgermeister Benjamin Treiber auf Nachfrage. Grund sind, wie schon in den Jahren zuvor, Blaualgen, in der Fachsprache Cyanobakterien. „Man kann sie jetzt auch mit bloßem Auge erkennen“, berichtet Treiber. Vergangene Woche hat das Gesundheitsamt des Landes Proben entnommen. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Demnach waren bei „der qualitativen mikroskopischen Untersuchung der Wasserprobe (...) Cyanobakterien dominant“, heißt es im Prüfbericht. Der Toxinwert sei um das Dreifache des Leitwertes des Umweltbundesamtes und der Weltgesundheitsorganisation überschritten. „Es besteht eine Gesundheitsgefährdung der Badegäste beim Baden im See“, so Bürgermeister Treiber.

Sonstige Werte tadellos

Mit den Verbotsschildern wolle die Gemeinde auf die Problematik aufmerksam machen und sensibilisieren. Vor allem für Kinder oder Haustiere könnte das Baden im See gefährlich sein. Darauf wollen auch die Gemeindemitarbeiter die Gäste am See hinweisen. „Wenn ein Erwachsener meint, da schwimmen zu müssen, dann werden wir ihn nicht rausholen“, appelliert Treiber an die Eigenverantwortung der Gäste. Wie lange das Badeverbot bleiben wird, sei noch unsicher. Nach dem Willen des Bürgermeisters soll es jedenfalls so schnell wie möglich eine erneute Messung geben, um beurteilen zu können, in welche Richtung sich die Wasserqualität in Sachen Blaualgen entwickle. Außerdem sei eine Studierende derzeit dabei, ihre Masterarbeit zur Wasserqualität des Sees fertigzustellen. Die Ergebnisse werden für diesen Herbst erwartet. „Wir werden im Gemeinderat über die Ursachen diskutieren und überlegen, welche Maßnahmen helfen“, so Treiber.

Wie die Gemeinde betont, seien die übrigen Werte des Badesees tadellos. Die „mikrobiologische Untersuchung des Badewassers nach der geltenden Badegewässerverordnung habe keine Beanstandung festgestellt“. Die genauen Messergebnisse hängen am Kiosk aus und sind auch auf der Homepage der Gemeinde Plüderhausen veröffentlicht.

Cyanobakterien oder Blaualgen verdanken ihren Namen dem blauen Farbstoff Phycocyanin, der ihnen auch ihre meist charakteristische Farbe gibt, heißt es von der Landesanstalt für Umwelt. Weil sie Licht und Wärme mögen, könne es besonders während der sommerlichen Badesaison „zum explosionsartigen Wachstum von Blaualgen “ in stehenden Gewässern kommen.

Folgende Symptome können beim Kontakt mit Blaualgen oder nach dem Verschlucken von mit Toxinen kontaminiertem Wasser auftreten: Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen, Ohrenschmerzen, Durchfall, Fieber, Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen.

Mehr Informationen online unter www.lubw.de

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