Baden nur auf eigene Verantwortung

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Baggersee Waldhausen
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Der Waldhäuser Baggersee und der Eisenbachsee bei Alfdorf dürfen aus Haftungsgründen keine Badeseen sein. Was abgebaute Treppen dazu beitragen.

Lorch/Alfdorf

Am Waldhäuser Baggersee und am Eisenbachsee bei Alfdorf bleibt alles wie gehabt, das ist die gute Nachricht für Menschen, die zum Baden natürliche Gewässer den Freibädern in der Region vorziehen. Der Hintergrund: Die Gemeinde Plüderhausen baut ihren Badesee zurück zur Badestelle, um künftig bei Unfällen nicht haftbar zu sein. Das heißt, unter anderem müssen Rutsche und Badeinsel ab- und Warnschilder aufgebaut werden, sonst müsste die Gemeinde künftig unter anderem Aufsichtskräfte beschäftigen und ein Rettungsboot anschaffen. Das hatte eine Anfrage bei der Württembergischen Gemeindeversicherung ergeben.

Die Lorcher Verwaltung muss sich in dieser Hinsicht keine Sorgen machen, denn: „Wir haben offiziell keinen Badesee, sondern einen Baggersee“, nennt Bürgermeisterin Marita Funk den feinen Unterschied. Auch eine Infrastruktur vergleichbar der in Plüderhausen gebe es am Waldhäuser See nicht. Ein privat betriebener Kiosk mit Umkleiden und WCs ist vorhanden. Doch weder gebe es etwa Badeinsel noch Aufsicht. Hingegen seien seit vergangenem Jahr neue Schilder aufgestellt, die mit Piktogrammen erklären, was am See erlaubt ist, und was nicht.

Nur ein Badesee bleibt

Zu eindeutigen Maßnahmen wird der Wasserverband Kocher-Lein greifen, zu dessen Gewässern der Eisenbachsee bei Alfdorf gehört, der gerne als Geheimtipp zum Baden gehandelt wird. Der Wasserverband habe alle betroffenen Gemeinden angefragt, wie sie mit ihren Seen verfahren wollen, nachdem es „ziemlich harte Urteile gegeben hat“, sagt Annegret Glombik, Geschäftsführerin des Wasserverbands. Einzig Welzheim wolle den Aichstrutsee weiter als Badesee führen. Dort gibt es unter anderem einen flachen Planschbereich, außerdem hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft DLRG dort einen Standort. Alle anderen Gemeinden sowie der Wasserverband „können sich das nicht leisten“. Für den Verband seien die Seen nun mal in erster Linie Hochwasserrückhaltebecken.

Alle Treppen weg

Die Folge: Der Wasserverband werde sämtliche Zugangstreppen zum Eisenbach- wie zu den anderen Seen abbauen, sagt Glombik. Weil eine Treppe „so aussieht wie eine Einladung zum Nutzen des Sees“, habe die Versicherung zu bedenken gegeben. Bereits seit längerem künden Schilder davon, dass der Eisenbachsee kein Badegewässer ist, sagt Glombik. Das heißt: „Da badet man auf eigene Verantwortung.“

Wenn die Entwicklung so weitergehe, sagt Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz zur Haftungsfrage, „haben wir bald keine Badeseen mehr“. Er wünscht sich statt der Tendenz zu einer zunehmend durch Gesetze reglementierten Verbotsgesellschaft mehr Eigenverantwortung des einzelnen. Denn: „Das Leben beinhaltet gewisse Gefahren.“

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