Bibel, Wein und Küblerhandwerk

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Die Themenwochen über die Bibel, Wein und das alte Küblerhandwerk in Waldhausen starten am Sonntag im evangelischen Gemeindehaus.

Lorch-Waldhausen

Heinz Schniepp nimmt einen länglichen Gegenstand aus dunklem Holz in die Hand. „Das ist ein Halbrundhobel“, erklärt der Waldhäuser, „der stammt aus dem Jahr 1840“. Und ist damit wohl das älteste Stück der Ausstellung. Zusammen mit zahlreichen weiteren Utensilien, Bildern und Texten gibt der Hobel ab Sonntag einen Einblick in das Küblerhandwerk, das in Waldhausen bis im vergangenen Jahrhundert praktiziert wurde. Von 14 bis 17 Uhr wird das evangelische Gemeindehaus geöffnet sein. Zu sehen sind die Exponate dann jeden Sonntag bis einschließlich 24. Oktober.

Neben den Ausstellungsstücken stehen im Saal des Gemeindehauses außerdem zwölf Banner, auf denen der Zusammenhang von Wein und Bibel erklärt wird. Gleichzeitig ist die Geschichte des Weinanbaus in Württemberg ein Thema. „Das ist eine Wanderausstellung der Deutschen Bibelgesellschaft“, erklärt Lukas Golder. An diese musste der Pfarrer gleich denken, als ihm Manfred Schramm von der Idee erzählte, einen Vortrag über den Weinanbau in Waldhausen halten zu wollen. „Eigentlich hatte ich nur eine Präsentation beim Seniorennachmittag im Sinn“, sagt der Hobby-Historiker, der schon viele Themen in Waldhausen recherchiert und vorgestellt hat. Doch dann dachten beide größer: „Ich habe die Wanderausstellung angefragt“, erinnert sich Golder.

Und Schramm wandte sich an Heinz Schniepp. Der bewahrt in seinem Elternhaus im Waldhäuser Ortskern nämlich noch die originale Kübler-Werkstatt seines Großvaters. Die Ausstellungsstücke stammen größtenteils von ihm. „Auch mein Vater hat das Handwerk noch gelernt“, erzählt Schniepp. Deswegen kann der Waldhäuser auch jedes Werkzeug benennen und erklären. Etwa das Haubeil, mit dem das Holz zu Dauben gespalten wurde. Oder das Ziehmesser zum Abrunden der Kanten.

In die Fässer kam dann auch Wein aus Waldhausen. „Die Quellen zeigen, dass der Weinanbau in Waldhausen im Jahr 1921 eingestellt wurde“, erzählt Schramm. Also genau vor 100 Jahren – „ein schöner Anlass, um das Thema darzustellen“. Gut 17 Hektar Reben soll es am Hang des Elisabethenberges gegeben haben. In den Wengert gehen sei auch noch Jahrzehnte später der geläufige Spruch gewesen, wenn jemand dort sein Stück Land bearbeiten ging.

Weinerlebnis und Quiz

Mehr Details über den Weinbau und vor allem über die Kübler wird Manfred Schramm bei einem Vortrag am Sonntag, 17. Oktober verraten. Um 17 Uhr lädt er dazu ins Gemeindehaus ein. Wer gerne Wein trinkt, kann sich den Freitag, 22. Oktober, 19 Uhr notieren. Dann präsentiert Weinerlebnisführerin Sigrun Trinkle mit Pfarrer Martin Staib Weine des Weinguts Bernhard Ellwanger aus Großheppach. Die Veranstaltung samt Käseteller kostet 19 Euro, Anmeldung beim Pfarramt. Zur Ausstellung hat Pfarrer Golder außerdem ein kleines Quiz erstellt. „Wer sich die Banner durchliest, kommt auf alle Antworten“, rät er. Zu gewinnen gibt es Wein und Bibel für die Großen, Traubensaft und Kinderbibel für die Kleinen. Im Gemeindehaus gilt die 3G-Regelung.

Eigentlich hatte ich nur eine Präsentation beim Seniorennachmittag im Sinn.“

Manfred Schramm, Hobby-Historiker

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