Blaue Kartoffeln in Waldhausen

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Harken, zupfen und säen: Die Gärtnertruppe des Urban Gardening Projekts in Lorch-Waldhausen hat ihre Beete für die kommende Saison fit gemacht. Bürgermeisterin Marita Funk (2.v.l.) gefiel's.
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Beim Urban Gardening in Lorch-Waldhausen startet die Saison. Die Gärtnergruppe hat im öffentlichen Nutzgarten bei der Grundschule ausgesät. Helfer sind willkommen.

Lorch-Waldhausen

Bernhard Schnell kniete auf der frischen Erde und grub die letzte Kartoffel ein. Mit sichtlich Freude: „Ich möchte gerne so richtig in die Erde greifen, mit bloßen Händen“, erklärte der Waldhäuser und lächelte verschmitzt. Deswegen, und weil er das gemeinschaftliche Projekt unterstützen will, hat er sich dem Team des Urban Gardenings angeschlossen. 2021 war es von Ehrenamtlichen und der Stadt auf den Weg gebracht worden. Vergangene Woche hatte die neunköpfige Gruppe die Beete für die kommende Saison aufbereitet.

Im Garten hinter der Waldhäuser Grundschule blüht der Birnbaum beim Brunnen. Eine Reihe Lauch steckt noch in der Erde. Die übrigen Beete haben Mario Fritz, Alice Deggelmann, Sven Thamphald und weitere Gärtnerinnen und Gärtner abgeräumt und frisch geharkt. „Gut, dass es nicht geregnet hat“, meinte Mario Fritz, denn dann wäre das Umgraben schwierig geworden. Fürs Aussäen dagegen wäre Wasser von oben willkommen. Da half Alice Deggelmann mit der Gießkanne nach. „Wir haben Möhren eingesät, aber auch Zwiebeln und Pastinaken“, erklärte die junge Frau, die zusammen mit ihrem Freund Mario sowie Sven und Regina Thamphald schon im vergangenen Jahr federführend dabei war.

„Es gibt wieder einen Plan für die Beete“, erzählte Mario Fritz. Ähnliches wollen sie pflanzen, zumindest solches, das sich bei der ersten Ernte bewährt hat. „Mangold hatten wir unglaublich viel“, schwärmte Alice Deggelmann, „aber auch Bohnen und Grünkohl“. Tomaten hatten es dagegen schwer, „wahrscheinlich wegen des vielen Regens letzten Sommer“. Blumenkohl und Brokkoli werden auch nicht wiederkehren, Schädlinge hatten dem Gemüse zu viele Probleme bereitet. „Überhaupt Schädlinge“, seufzte Mario Fritz und erzählte von vielen Mäusen, die die rote Bete ausgehöhlt hätten. „Deswegen gibt es jetzt die Vogelstange“, sagte er und zeigte auf ein hölzernes Gebilde am Zaun. Neu ist außerdem der Versuch, Wurzelgemüse in einem Hügelbeet gedeihen zu lassen. Grünschnitt, Zweige und andere Gartenabfälle wurden angehäuft. In dem nährstoffreichen Grund sammle sich Wärme, was dem Wachstum von Pastinake und Co guttue, erklärte Alice Deggelmann. „Wir wollen außerdem neuseeländischen Spinat und Süßkartoffeln ausprobieren.“

Und auch die Kartoffeln, die Bernhard Schnell gepflanzt hat, sind ein Novum: „Die sind blau“, staunte Marita Funk. Die Bürgermeisterin schaute sich die erste Aktion der Gruppe an und ließ sich die Pläne erklären. „Ich bin froh, dass der Generationswechsel so reibungslos stattgefunden hat“, sagte sie. Denn im vergangenen Jahr war Sieghart Drehereiner der Initiatoren des Projekts gewesen. Der Vorsitzende des Forums 58 Plus setze dieses Mal aus. „Toll, dass sich andere Mitstreiter gefunden haben“, sagte Funk. Weitere, ähnliche Pflanzmöglichkeiten in Lorch seien momentan nicht geplant, sagte sie und verwies darauf, dass dafür ehrenamtliche Kräfte gefragt seien. Wie beim Projekt in Waldhausen, für das die Stadt allerdings Grundstück und Wasser frei zur Verfügung stellt.

Wir wollen neuseeländischen Spinat und Süßkartoffeln ausprobieren.“

Alice Deggelmann,, Hobbygärtnerin

Urban Gardening: Mitstreiter gesucht

  • Wer Interesse hat und gerne noch ins Urban-Gardening-Projekt hinter der Waldhäuser Grundschule einsteigen will, ist jederzeit willkommen. Im Internet finden sich unter www.einsteiger-portal.de alle Informationen über das Urban-Gardening-Projekt. Hier können Interessierte auch Kontakt aufnehmen. Zudem gibt's eine Informationstafel mit QR-Code am Zaun des Gartenstücks hinter der Grundschule. cop

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