Das Aus für den Weinbau im Remstal?

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Landrat Sigel mit Vertretern des Landwirtschaftsamts und der Schwäbischen Waldfee auf dem Messestand des Landkreises auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest

Kritik und Sorge wegen neuer EU-Pflanzenschutzverordnung.

Rems-Murr-Kreis. Beim 101. Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart war der Rems-Murr-Kreis mit den Vereinen Remstal Tourismus und Schwäbischer Wald Tourismus vertreten. Zum Auftakt sprach Landrat Richard Sigel über Herausforderungen in Landwirtschaft, Weinbau und im Tourismus. Anlass boten Überlegungen der EU, ein generelles Verbot zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten auszusprechen.

Dieses „würde das Aus für den Weinbau im Remstal bedeuten“, sagte Sigel. Ohne Landwirtschaft und Weinbau und die daraus hervorgehenden Lebensmittel „ist unser Landkreis nicht mehr lebenswert“. Laut Landwirtschaftsamtsleiter Michael Stuber 29 000 Hektar im Rems-Murr-Kreis Landschaftsschutzgebieten auf rund, knapp 40 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen darin. Das geplante Verbot würde den Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter vorantreiben.

Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und Weinstadts Oberbürgermeister Michael Scharmann schickten gemeinsam mit Sigel eine Protestnote an den EU-Abgeordneten Rainer Wieland. Landwirt Denis Schwaderer vom Backnanger Stiftsgrundhof sprach über die rasant gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise sowie die schwer kalkulierbare Marktsituation. Sein Gemischtbetrieb mit Milchviehhaltung, Ackerbau, Obstbau und Direktvermarktung sei stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen.

Der Rems-Murr-Kreis möchte den Herausforderungen in Landwirtschaft und Weinbau mit einem Maßnahmenpaket begegnen. So existieren unter anderem Bildungs- und Beratungsangebote des Landwirtschaftsamtes, es werden Demonstrationsbetriebe begleitet, es gibt einen Pflanzenschutzwarndienst und die Direktvermarkter-Plattform „Natur von hier“. Ähnliche Ansätze verfolgt der Landkreis über die Biomusterregion Rems-Murr-Ostalb, die Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette biologisch und regional erzeugter Lebensmittel anstrengt.

Letztendlich sei eine Vernetzung aller guten Ideen mit den Tourismusorganisationen Schwäbischer Wald und Remstal erforderlich, resümierte Sigel. Dies gelinge aber nur im Einklang mit einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Landwirtschaft, darin waren sich alle in der Gesprächsrunde einig.

Nach der Pressekonferenz wurde die Gelegenheit genutzt, sich mit Vertretern des Landesbauernverbands auszutauschen. Von links nach rechts: Jürgen Maurer, Vizepräsident und Kreisvorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch-Hall-Hohenloh-Rems e.V., Joachim Rukwied, Präsident Landesbauernverband, Christoph Klopfer, Winzer, Denis Schwaderer, Landwirt aus Backnang, Landrat Dr. Sigel.
Nach der Pressekonferenz wurde die Gelegenheit genutzt, sich mit Politikern und Vertretern der Landwirtschaft auszutauschen. Von links nach rechts: Landrat Dr. Sigel, Jürgen Maurer, Vizepräsident und Kreisvorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch-Hall-Hohenloh-Rems e.V., Joachim Rukwied, Präsident Landesbauernverband, Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Denis Schwaderer, Landwirt aus Backnang, Oberbürgermeister Frank Nopper, Christoph Klopfer, Winzer.

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