Das Maislabyrinth in Bonholz hat wieder geöffnet

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Das Maislabyrinth der Familie Kolb in Bonholz ist eine beliebte Anlaufstelle für kleine Abenteuer in den Ferien.
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Wie der Mais die lange Trockenperiode in diesem Jahr so gut verkraftet, dass die Familie Kolb wieder ihr Labyrinth in Bonholz eröffnen konnte.

Alfdorf-Bonholz

Da stehen sie wieder, nicht ganz so grün wie gewohnt, aber mehr als mannshoch: die Maispflanzen auf dem Feld, das die Familie Kolb in Bonholz wie jedes Jahr in ein Maislabyrinth verwandelt hat. Dass der Ferienspaß, der stets viele Besucher anlockt, angesichts so lang anhaltender Trockenheit wie zur Zeit über kurz oder lang flachfallen könnte - diese Sorge hat Günther Kolb aktuell nicht. Auch nicht die, dass  im Herbst die Maisernte ausfällt, die Kolb als Schweinefutter dient.

Wenngleich die  Auswirkungen des Klimawandels auf den Anbau „eine komplexe Sache“ seien, ist der Landwirt überzeugt: „Auf jeden Fall ist Mais in Zukunft eine Option.“ Und er sei besser als sein Ruf bei Politik und Bevölkerung. „Bei der CO2-Problematik schneidet der Mais sehr gut ab“ – zumindest in der Wachstumsphase. Ähnlich wie Bäume wandle Mais bei der Photosynthese stärker als viele andere Pflanzen klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in Sauerstoff um. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei Mais sei „im Verhältnis zu anderen Kulturen der geringste“, nennt Kolb ein weiteres Argument. Kritische Pflanzenschutzmittel seien seit Jahren verboten. So werde beim Maisanbau lediglich Unkraut bekämpft, gedüngt werde mit Mist oder Gründüngung. Kolb gesteht aber auch ein, dass Mais nicht sehr förderlich für die Artenvielfalt sei, wenn er mehr als die Hälfte der Fruchtfolge ausmache. Wenn abgewechselt werde zwischen Getreide, Grünfutter und Mais, dann sei letzterer positiv zu bewerten.

Damit Mais gut wächst, brauche er es im Frühjahr warm, kleine Niederschlagsmengen seien gut. Ein sehr nasses, kaltes Frühjahr, dazu noch Schädlinge: Dann wächst der Mais nicht besonders gut, sagt Kolb. Was den Spaßfaktor betrifft, nicht hoch genug, damit es für ein Labyrinth reiche. Vorteile von Mais, gerade in diesen Wochen: Die Pflanzen sammeln Regen besonders gut dank der nach oben gerichteten und nach innen geneigten Blätter. Und Mais stecke überdurchschnittlich hohe Temperaturen gut weg, sagt Kolb.

Der Boden macht's

Allerdings: „Jetzt wird’s kritisch“, meint er angesichts der anhaltendenden Trockenheit. Bisher sei die Region „mit einem blauen Auge davongekommen“, meint er mit dem Blick auf Norddeutschland, wo die Auswirkungen des Niederschlagsmangels und der Hitze viel schlimmer seien. Beregnung sei durchaus ein Thema, jedoch eher für Kartoffelanbau und für Erwerbsgemüsebauern. Jedoch diese große, für Maisfelder notwendige Menge Wasser aus Flüssen zu entnehmen, „das wird nicht klappen“. Dass der Mais in Bonholz gut im Grün steht, an anderen Orten dagegen völlig verdorrt aussieht, hat noch einen anderen Grund: Hier gibt es einen schweren Lehmboden, der Wasser speichert, nennt Kolb den Vorteil gegenüber durchlässigem, sandigen Boden. Angesichts all dieser Erkenntnisse ist er überzeugt: „Der Mais ist eine gute Pflanze.“

Wissenswertes für den Besuch im Maislabyrinth

 „Ein sehr großes Labyrinth“ haben die Kolbs dieses Jahr angelegt,sagt Günther Kolb. 45 Minuten bis eine Stunde  seien Besucher darin unterwegs.

Mit Gruselfaktor: Es tauchen plötzlich Vögel im Gang auf, es gibt einen Geist und ein Strohballen, aus dem zwei Paar Beine lugen, weist leicht ionisch darauf hin, dass „ein Bett im Kornfeld“ Gefahren birgt.

Rätselspaß: Wie immer haben sich die Kolbs Schätz- und Orientierungsfragen ausgedacht, die es auf dem Weg durchs Labyrinth zu lösen gilt. Profis merken sich gut, woran sie vorbeilaufen, eine Frage dazu könnte sehr viel später auf dem Weg kommen.

Gewinnspiel: Auch dieses Jahr können Besucher ihre Kärtchen mit den sieben Stempeln darauf abgeben, die es im Labyrinth zu finden gilt. Die Familie Kolb verlost unter allen Preise.

Der Eintritt: 2 Euro für Kinder, 3 Euro für Erwachsene sollten Besucher in das bereitgestellte Kässchen werfen. „Das funktioniert gut“, ist Günther Kolbs Erfahrung mit der Ehrlichkeit der Ausflügler.

Öffnungszeiten: von 10 bis aktuell 20 Uhr ist das Maislabyrinth geöffnet, und das, mit an den Sonnenuntergang angepassten Zeiten, voraussichtlich bis Ende September.

Swingolf, die rustikale Variante des klassischen Sports kann die Familie Kolb dieses Jahr nicht anbieten. Der Boden war zu trocken für die Bearbeitung, sagt Günther Kolb.       

Maislabyrinth Bonholz
Maislabyrinth Bonholz
Maislabyrinth Bonholz
Maislabyrinth Bonholz
Maislabyrinth Bonholz

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