Die Steilkurven an der Rems

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3000 Euro spendet der TSV Waldhausen für den Pumptrack, der seit Donnerstag nördlich der Remstalhalle genutzt werden kann. Vorsitzende Karin Jezek (links) überreicht Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk den Scheck bei der Eröffnung. Dann drehte Mika Holdgrewe eine Runde auf der Attraktion.

In Waldhausen wurde der neue Pumptrack eingeweiht. Für die jugendlichen Ideengeber gab es großes Lob von allen Seiten.

Lorch-Waldhausen

Mika trat einmal kurz in die Pedale, um die kurze Rampe hochzufahren. Dann rollte sein Fahrrad nur mit Schwung über die Hügelstrecke. Dass der 12-Jährige ordentlich Geschwindigkeit draufhatte, merkte man in den beiden Steilkurven. Da stand Mika fast waagerecht in der Luft. Doch sein Vater Kai Holdgrewe schaute gelassen zu: „Er hat das ja schon oft auf anderen Pumptracks gemacht.“ Deshalb durfte der Junge bei der Einweihung des Waldhäuser Exemplars am Donnerstag auch zeigen, was dessen Zweck ist. Nämlich Fahrspaß plus Sport für Alt und Jung. Außerdem war Mika einer der Initiatoren der neuen Attraktion im Lorcher Teilort.
Unterm gelben Regenschirm erzählte Bürgermeisterin Marita Funk sichtlich stolz vom „Paradebeispiel, wie sich Jugendliche im Ort engagieren können“.
Vergangenes Jahr habe Mika einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben und vorgeschlagen, einen Pumptrack in Waldhausen zu bauen. Die Rathauschefin habe ihn und seine Mitstreiter im September an den Remsmittelpunkt eingeladen. „Ihr wart zu zehnt, und super vorbereitet“, lobte Funk. Die Jugendlichen hätten Bilder von ihrer Vision dabeigehabt und sogar einen Vorschlag parat, wo die Geländestrecke aufgestellt werden könnte. Nämlich am jetzigen Standort, am Radweg entlang der Rems nahe Sporthalle, Grundschule und Schützenhaus.
Nachdem der Gemeinderat dem Projekt im November zugestimmt hatte, beauftragte die Stadt eine Firma aus Augsburg. Diese habe die Bahn am Mittwoch in sieben großen Paketen geliefert.

Fünf Stunden Aufbau

„Mitarbeiter der Firma und unseres Bauhofs haben sie heute Vormittag in fünf Stunden zusammengebaut“, erzählte Funk. Zuvor hatte der Bauhof die vorherige Wiesenfläche begradigt und mit Schotter versehen. „Ausgenommen dieser Arbeiten hat die Stadt rund 27 000 Euro in den Pumptrack investiert.“ Das Konstrukt aus Metall und Fiberglas habe eine Lebensdauer von mehreren Jahren. Besonders gefreut habe sich die Bürgermeisterin darüber, dass der Turn- und Sportverein Waldhausen 3000 Euro für den Pumptrack zugeschossen hat.

TSV-Vorsitzende Karin Jezek betonte bei der Einweihung, wie toll das Projekt bei den Beteiligten im Verein angekommen sei. Mikas Mutter Claudia sei Übungsleiterin in der Turnabteilung und habe das Thema vorgetragen. „Nicht nur der Abteilung, auch dem Hauptverein hat sofort gefallen, wie die Jugendlichen sich für den Ort engagieren.“ Und dass die Stadt dafür ein offenes Ohr gehabt habe. „Deshalb beschloss die Abteilung, 1500 Euro zu spenden, was der Hauptverein dann auch nochmal gegeben hat.“

Regelmäßig schauen

Kein Geld, aber Zeit wollen Mika und die anderen Jugendlichen spenden. „Ihr habt euch bereiterklärt, regelmäßig zu schauen, dass auf der Fläche alles in Ordnung ist“, lobte Bürgermeisterin Funk. Ob Mika jeden Tag vorbeischauen werde? „Immer wenn ich Zeit habe“, sagt der 12-Jährige. Kai Holdgrewe dankte der Stadt und dem Verein ausdrücklich dafür, dass die Jugendlichen Gehör gefunden haben.

Der Pumptrack steht in Lorch-Waldhausen am Radweg zwischen Rems und Remstalhalle. Ein Schild klärt über den richtigen Bewegungsablauf, das sogenannte Pumping, auf. Außerdem weist es neben dem Hinweis auf die „umfassende Eigenverantwortlichkeit eines jeden Nutzers“ auch auf die Helmpflicht hin. Und darüber hinaus, dass die Strecke mit Fahrrad, Roller, Laufrad, Rollschuhen und Skateboard benutzt werden kann.

Paradebeispiel, wie sich Jugendliche im Ort engagieren können.“

Marita Funk,, Bürgermeisterin

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