Drei Alpakas suchen ein Zuhause

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Anja sucht dringend eine neue Wiese für ihre drei Alpakas Felix, Max und Boxer im Umkreis von Lorch und Schwäbisch Gmünd, entweder zum Kaufen oder zur Pacht. 
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Anja aus Lorch sucht eine neue Weide für ihre drei Alpakas Felix, Max und Boxer. Die Tiere leben bisher auf dem Elisabethenberg und müssen bis Ende Juni dort weg. 

Lorch-Waldhausen

Kurvig schlängelt sich die Straße den Elisabethenberg hinauf. Oben angekommen geht es durch das Tor, das bis vor kurzem zur Diakonie Stetten geführt hat. Noch eine kleine Kurve, und dann warten dort Anja und Tobias. Zusammen mit drei zierlichen, aber großen Vierbeinern. Die drei Alpakas heben ihre wuscheligen Köpfe.

Besonders der hellbraune Felix ist neugierig, tritt einen Schritt vor und schnuppert. „Hallo sagen mag er, aber von Fremden streicheln lassen will er sich nicht“, warnt Anja schnell, „er hat als Fohlen schlechte Erfahrungen gemacht“.

Die 14-jährigen Tiere leben jetzt seit sechs Jahren unter Anjas Fittichen. Zutraulich stupst Felix Anja gegen die Schulter, sie lacht liebevoll. Ihr Freund Tobias hält Max am Halfter: „Irgendwie ist er mein Liebling“, sagt er und grinst, „Max ist so anhänglich und unternehmungslustig“. So bade das Tier mit dem schwarzen Fell beispielsweise gerne in einem Tümpel im Wald hinter dem früheren Gebäude der Diakonie.

Pachtvertrag gekündigt

Dort läuft das Paar mit den Tieren oft spazieren, weil Anja eine nahe Weide für die Alpakas gepachtet hat. „Hier standen früher Pferde, die von der Diakonie für die Bewohner gehalten wurden“, erzählt sie. Ehrenamtlich habe sie diese gepflegt und dadurch den Umgang mit großen Tieren lieben gelernt. Vor drei Jahren hielt die soziale Einrichtung keine Pferde mehr und Anja fragte, ob sie die Weide für Felix, Max und Boxer pachten könne.

Ende März hat die Diakonie das Areal auf dem Waldhäuser Hausberg verlassen und im April alles verkauft. Was nun Auswirkungen für Anja und ihre kleine Herde hat: „Uns wurde vom neuen Besitzer die Pacht auf Ende Juni gekündigt“, erzählt sie. Jetzt sucht sie dringend eine neue Wiese für die Tiere. Im Umkreis von Lorch und Schwäbisch Gmünd, zum Kaufen oder zur Pacht.

Einen halben Hektar solle die Weide mindestens groß sein und bestenfalls umzäunt. „Dann muss dafür keine Genehmigung beantragt werden, das ist nämlich recht kompliziert.“ Das Gelände müsse nicht abgeschieden liegen, die Alpakas kämen prima mit Spaziergängern klar. Auch abschüssige Wiesen kommen in Frage, da die ursprünglich aus Peru stammenden Tiere trittsicher seien. „Und dabei keine Schäden im Boden verursachen“, versichert Anja.

Alpakas stinken nicht

„Außerdem machen sie keinen Lärm und riechen nicht“, schiebt sie hinterher. Im Gegensatz zu Pferde- oder Kuhmist würden die Hinterlassenschaften der Alpakas nicht stinken. Einen Eimer voll produzieren Felix, Max und Boxer an einem Tag. Was Anja so genau weiß, weil sie den Mist sammelt: „Das ist der beste Dünger für meine Gemüsepflanzen“, verrät sie, „man spricht auch vom Alpaka-Gold“.

Eines darf die in Frage kommende Weide nicht sein: ein früheres Domizil für Schafe. „Weil Schafe Parasiten in sich tragen, die für heimische Tiere völlig ungefährlich sind.“ Für Alpakas können sie aber tödlich sein: Max hatte sich auf Anjas ersten Weide in Weitmars mit sogenannten Kleinen Leberegeln infiziert. „Er hätte sterben können, also mussten wir die Wiese wechseln.“ Die nächste Unterkunft bei der Walkersmühle wurde zwei Jahre später vom Besitzer verkauft. Seitdem stehen die Tiere auf dem Elisabethenberg.

Und wenn sich niemand meldet und eine Wiese für Felix, Max und Boxer anbietet? „Dann muss ich die Drei verkaufen“, sagt Anja und schaut kurz auf den Boden. Bei der Stadt Lorch habe sie schon nachgefragt, doch geeignete städtische Grundstücke gebe es nicht. Auch eine großangelegte Befragung von Nachbarn und Bekannten war bisher erfolglos. „Vielleicht hat doch noch jemand etwas Passendes für uns“, hofft sie.

E-Mail: Wer Anja eine Wiese verkaufen oder verpachten möchte, meldet sich bitte per E-Mail an anja.kn@web.de.

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