Eine Schmiede für Pflegefachkräfte in Lorch

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Catrin Schmid ist seit der ersten Stunde die Chefin der Pflegeschule im einstigen Prälaturhaus im Kloster Lorch.

Lorch. Im ersten Lockdown gab’s noch Applaus – doch mittlerweile ist es wieder ruhig geworden. Dennoch: Seit der Corona-Pandemie stehen Pflegeberufe wieder mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Ein Beruf, der die Fachkräfte in den verschiedensten Einrichtungen tagein, tagaus sowohl geistig als auch körperlich extrem fordert. Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, bedarf es einer fundierten Ausbildung.

Egal, ob es dabei um eine Krankenschwester auf der Intensivstation, eine Pflegekraft in der Pädiatrie oder auch um die Arbeit in einem Pflegeheim geht – mobile Pflegedienste und ambulante Angebote eingeschlossen. Seit nunmehr 15 Jahren bietet das Diakonische Institut für soziale Berufe eben diese fundierten Ausbildungen in Sachen Pflege im Kloster Lorch.

Große Herausforderungen

Catrin Schmid ist seit der ersten Stunde die Chefin in der Pflegeschule – und hat manche Änderung in der Ausbildung zu diesem Beruf erlebt. Im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt sie von den Anfängen, die zunächst eine große Herausforderung für die Auszubildenden im allerersten Kurs gewesen seien. Denn der umfassende Umbau im Klostergebäude unter Vorgaben des Denkmalschutzes habe länger als ursprünglich geplant gedauert. So konnte die Pflegeschule erst sechs Monate später ins einstige Prälaturhaus im Kloster Lorch einziehen. Die Schüler mussten zunächst in Stuttgart die Schulbank drücken. Was durchaus problematisch gewesen sei, sagt Schmid, denn die Kursteilnehmer stammten aus dem Ostalb- und dem Rems-Murr-Kreis. „Aber sobald der erste Kursraum und die Sanitäranlagen fertiggestellt waren, konnten wir umziehen.“ Bis heute seien rund 300 Pflegefachkräfte in Lorch ausgebildet worden.

Bis Januar 2020 hieß der Beruf noch Altenpflegerin und Altenpfleger, ab Januar 2020 dann Pflegefachfrau/-mann. Doch nicht nur der Name, auch der Umfang der Ausbildung hat sich verändert. Egal, für welche Einrichtung sich der Auszubildende entscheidet, er ist für alle Bereiche durch theoretischen Unterricht und zahlreiche Praktika vorbereitet.

Für Quer- und Wiedereinsteiger

Hinzu gesellt sich zu dieser dreijährigen Ausbildung eine einjährige Helfer- beziehungsweise Assistenzausbildung. Diese ist auch mit einem Hauptschulabschluss möglich – und eine Möglichkeit für Wieder- oder Quereinsteiger. „Da gibt es gute Chancen zum Starten“, sagt die Pflegeschulleiterin. Wiederum die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft bietet vielerlei Einsatzmöglichkeiten. Sowohl im Krankenhaus, etwa auf der Säuglings- oder Palliativstation, im Pflegeheim als auch beispielsweise in psychiatrischen Einrichtungen. Das Berufsfeld sei äußerst umfassend.

Wunsch nach Anerkennung

Warum sich eine Ausbildung in der Pflege lohnt? Auf diese Frage hat Catrin Schmid gleich mehrere Antworten parat. „Sie ist zukunftssicher, wohnortnah, gut für Neueinsteiger und immer möglich.“ Was sie an dem Beruf ebenfalls schätzt, sei die Möglichkeit der Weiter- und Fortbildung bis hin zum Studium. Das wisse sie aus eigener Erfahrung: Nach einer Ausbildung in der Altenpflege und der Arbeit in einer Praxis machte Catrin Schmid ihr Diplom in Pflegepädagogik und setzte noch einen Master in Gesundheitswissenschaften drauf.

Für die Zukunft wünscht sich die Pflegeschulleiterin, dass der Beruf endlich mehr Anerkennung erfahre – auch nach Corona. Und, meint Catrin Schmid, vor allem eine Bezahlung, die den täglichen Anforderungen gerecht wird, die die Pflegekräfte leisten. Anja Jantschik

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