Gegenbesuch in der Partnerstadt Oria im Gewand

+
Gewänder in den Farben der Stadtteile Orias spielten schon beim 50-Jahr-Jubiläum in Lorch eine Rolle. Foto: cop
  • schließen

An diesem Wochenende gibt's in Oria einen Umzug und Reiterspiele statt. Auch Lorcher sind dabei.

Lorch/Oria. Schweißtreibend, aber sichtlich schön war die Aufgabe, die das Ehepaar Kutschera, Thorsten Fritz und dessen Tochter Emilia am letzten Juni-Wochenende in Lorch hatten. Beim Jubiläumsfest zu 50 Jahre Städtepartnerschaft mit Oria trugen die Vier Gewänder mit viel Aussagekraft über die italienische Stadt. „Diese Gewänder stammen aus den Anfängen der Partnerschaft“, hatte Lucio Epifani dazu erklärt und betont: „Zum 50-Jahr-Jubiläum haben wir in Oria acht neue genäht.“

Der Oritaner war an dem Wochenende als Vertreter des Städtepartnerschaftskomitees „Pro Loco“ mit nach Lorch gereist. Er ist es, der die Reiterspiele organisiert, die jährlich im August in Oria stattfinden. Und nicht zuletzt ist Epifani verantwortlich für die Ausstattung derjenigen, die beim Umzug am Vorabend der Reiterspiele mitlaufen.

Am Samstag, 13. August, ist es wieder soweit. Unter viel Aufmerksamkeit werden historisch Gewandete durch die Innenstadt Orias ziehen, immerhin auch eine Stauferstadt wie Lorch. Über 900 Teilnehmer waren in der Vergangenheit schon dabei, darunter Ritter, Feuerschlucker, exotische und einheimische Tiere, Musikanten, Fahnenschwinger und die Wettkämpfer der vier Rioni, der Stadtteile Orias.

Auch Stadträte mit dabei

Und weil auch die italienische Stadt die Städtepartnerschaft in Ehren hält, findet an diesem Wochenende der Gegenbesuch aus Lorch statt. Bürgermeisterin Marita Funk wird dorthin reisen, ebenso zahlreiche Stadträtinnen und Stadträte und andere Vertreter verschiedener Organisationen. „Wir laufen dann auch dort beim Umzug mit“, hatte Stadtrat Thorsten Fritz in Lorch angekündigt. In welchen Gewändern, wusste er noch nicht. Auch seine Ratskollegin Heidi Kutschera und ihr Mann werden dabei sein. In Lorch trugen sie die Farben des oritanischen Stadtteils San Basilio. Dessen schwarz-gelbes Wappen stach auf den braungrünen Umhängen hervor. Fritz und Tochter Emilia liefen in blau-weiß, für den Stadtteil Judea. „Jeder Stadtteil hat zwei Farben“, erklärte Epifani und nannte noch rot-blau für Castello und grün-gelb für Lama. Wissen, das den Zuschauern bei den Reiterspielen am 14. August nützlich sein könnte. Denn dahinter verbirgt sich ein Wettkampf zwischen eben diesen vier Stadtteilen. Bei der 54. Ausgabe im vergangenen Jahr konnte der Rione Lama das Rennen für sich entscheiden.

Ein Gewand für Funk

Ebenfalls mit Gewändern hatte ein Geschenk zu tun, das Bürgermeisterin Funk beim Festakt in Lorch überreicht bekam. Für sie und ihren Ehemann würden Kunsthandwerker authentische Staufergewänder aus Damastseide anfertigen. „Leider werden die Gewänder nicht rechtzeitig bis zum Festumzug in Oria fertig“, sagt Marita Funk nun. Sie und ihr Mann hätten sich vermessen lassen, doch die Zeit sei dann wohl zu knapp gewesen. Beim Umzug werden sie trotzdem mitlaufen, „in Baumwoll-Gewändern“. Die Bürgermeisterin erzählt, dass an dem Festwochenende noch ein offizieller Empfang für die Delegation im oritanischen Rathaus stattfinden wird. ⋌Cornelia Villani

Zurück zur Übersicht: Lorch

Kommentare