Gemeinsame Anliegen mit Lorch

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Benjamin Treiber leitet ab Juli als neuer Bürgermeister die Rems-Murr-Gemeinde Plüderhausen. Hier steht er am Wahlabend mit seiner Frau Jasmine vor dem Rathaus.
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Benjamin Treiber wird ab Juli neuer Bürgermeister in Plüderhausen. Von seinen Plänen erzählt der 28-jährige Familienvater im Interview.

Plüderhausen

Ab Juli ist Benjamin Treiber neuer Bürgermeister von Plüderhausen. Der 28-Jährige aus Kernen im Remstal erhielt bei der Wahl im April 75 Prozent der Stimmen. Damit löst er Andreas Schaffer ab, der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Was Treiber in der Rems-Murr-Gemeinde plant und welche Verbindung er zum Ostalbkreis pflegen will, erzählt er im Interview.

Herr Treiber, haben Sie sich schon an den Gedanken gewöhnt, Bürgermeister von Plüderhausen zu werden?

Benjamin Treiber: Das hat schon etwas gedauert. Weil ich auch gleich am Tag nach der Wahl wieder ganz normal im Büro war. Mich hat vor allem das unglaubliche Ergebnis beeindruckt.

Wie bereiten Sie sich auf den Amtsantritt vor?

Ich tausche mich zurzeit viel mit den Gemeinderätinnen und –räten aus, aber auch mit Vereinen und anderen Akteuren vor Ort. Außerdem hat Herr Schaffer mir angeboten, Gespräche zur Übergabe zu führen, was ich sehr gerne in Anspruch nehme. Ich plane aber auch feste Zeit für die Familie ein, denn die kam im Wahlkampf zu kurz.

Sind Sie auch schon auf der Suche nach Wohnraum in Plüderhausen?

Tatsächlich haben wir uns schon ein Haus angeschaut und halten die Ohren nach allen Seiten offen. Wir wollen aber das Passende für uns finden, keine Zwischenlösung, deshalb könnte das noch ein bisschen dauern. Auch wegen der momentanen Situation auf dem Wohnungsmarkt.

Welche Themen wollen Sie als neuer Bürgermeister von Plüderhausen zuerst anpacken?

Ich spüre eine große Aufbruchsstimmung in Plüderhausen. Und auch ein großes Interesse an den Zukunftsthemen, sowohl bei den jungen als auch den älteren Menschen. Viele haben signalisiert, dass sie sich einbringen wollen. Ich glaube, es wäre fahrlässig, wenn man nicht versuchen würde, das zu nutzen. Dazu kommt das Sinken der Infektionszahlen. Man könnte also durchaus mehr gesellschaftliches Leben und Beteiligung starten.

Bei welchen konkreten Themen?

Ich möchte zum Beispiel zeitnah ein Jugendforum durchführen. Auch das Thema Kinderbetreuung ist mir wichtig. Denn es fehlen heute schon Betreuungsplätze, und es werden künftig noch mehr sein. Außerdem sind die Straßen sowie das Wasserleitungs- und Kanalnetz teilweise in keinem guten Zustand. Nicht zuletzt ist die finanzielle Situation in Plüderhausen sehr angespannt.

Haben Sie dafür Lösungen parat, womöglich aus Ihrer Zeit als Gemeinderat in Kernen?

Nicht aus Kernen, denn Kernen schwimmt im Geld. Aber in Plochingen, wo ich beruflich tätig bin, ist die Situation gerade auch nicht einfach, wie in vielen Kommunen aktuell. Damit werde ich mich vom Tag eins an beschäftigen, denn die Haushaltsplanung stehen vor der Tür.

Sie sprachen von mehr gesellschaftlichem Leben – was meinen Sie genau?

Es gibt im Ort viel Bewährtes und Gutes. Auch weil sich die Menschen sehr stark im Vereinsleben engagieren, eine riesengroße Stärke von Plüderhausen. Zum Beispiel gab es den Treff an der Rems, bei dem die Vereine abwechselnd bewirten. Ein Riesenerfolg, mit dem man möglichst zeitnah wieder starten sollte.

Wie gut kennen Sie denn die Gemeinden im Nachbarkreis flussaufwärts?

Meine Familie ist nach Herlikofen gezogen, als ich zwei Jahre alt war. Wir sind nach Kernen gezogen als ich in die vierte Klasse kam. Ich kenne Gmünd also gut, auch noch vor dem Umbau für die Gartenschau. Da hat sich wirklich viel getan.

Ihre direkte Nachbargemeinde ist ja Lorch.

Ja, und es gibt bisher keine interkommunale Zusammenarbeit, wohl wegen der Kreisgrenze. Das muss aber nicht zwingend so sein. Manche Gemeinderäte haben sich ausdrücklich gewünscht, auch mal mit Lorch eine gemeinsame Ratssitzung zu führen, wie es zusammen mit Urbach schon gemacht wird. Es gibt Themen, an die man gemeinsam herangehen könnte.

Welche zum Beispiel?

Zum Beispiel die Seen, die zwischen Plüderhausen und Lorch liegen.

Der Badesee ist für Plüderhausen ja sehr wichtig.

Ja, und ich kenne ihn gut. In meiner aktiven Zeit als Triathlet war ich dort regelmäßig zum Schwimmen.

Das Thema Kinderbetreuung ist mir wichtig. Denn es fehlen heute schon Betreuungsplätze.“

Benjamin Treiber,, Künftiger Bürgermeister von Plüderhausen

Der neue Plüderhäuser Bürgermeister

Benjamin Treiber (28) wird am 1. Juli Bürgermeister in Plüderhausen. Mit seiner Frau und seiner einjährigen Tochter lebt er bislang in Kernen im Remstal, wo er seit sieben Jahren für die CDU im Gemeinderat sitzt. Der studierte Politik- und Verwaltungswissenschaftler war Sachgebietsleiter für Personal und Organisation bei der Stadt Plochingen.

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