Hoch genug für Irrwege

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Maislabyrinth Alfdorf
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Die Pflanzen im Maislabyrinth der Familie Kolb in Bonholz sind trotz Nässe gerade noch rechtzeitig zu den Ferien ausreichend gewachsen, damit sich Besucher ordentlich verlaufen können.

Alfdorf-Bonholz

Der Mais hat's geschafft. Noch halbwegs rechtzeitig zu den Sommerferien sind die Pflanzen auf dem Feld von Familie Kolb hoch genug gewachsen, damit sie für ein Maislabyrinth herhalten können. So selbstverständlich war das dieses Jahr nicht.

„Eher warm und trocken“ mag es der Mais, sagt Landwirt Günther Kolb, der mit seiner Familie nun bereits im 23. Jahr ein Maislabyrinth ausgetüftelt hat. Und schränkt sofort ein, dass es aber ganz so einfach auch nicht sei. Denn die extrem trockenen Frühjahre der vergangenen drei Jahre mag der Mais auch nicht unbedingt. „Er sollte Abwechslung haben“, sagt Kolb, und der Boden spielt ebenfalls eine Rolle. Ist der zu nass, auch bedingt durch den hohen Lehmanteil in der Gegend, „bleibt der Mais hocken“. Was die Kolbs dieses Jahr gut beobachten konnten. Dort, wo sich keine Nässe staute, wuchs der Mais, „wie man ihn sich wünscht“, an anderen Stellen blieb er im Wachstum hinterher, sagt Kolb. Darum seien die Pflanzen im Maislabyrinth nun „an den schwierigen Stellen“ knappe zwei Meter hoch und bis zu drei Meter hoch in unproblematischen Bereichen. 2,5 bis drei Meter Höhe seien ideal, sagt Kolb, und „wichtig ist, dass der Mais schön dicht steht.“

Nässe und Trockenheit sind nicht Kolbs einzige Gegenspieler. Der Drahtwurm mache große Lücken in die Felder, kam dieses Jahr aber glücklicherweise nicht vor, sagt er. Auch der Krähenfraß nehme zu, früher habe ein Vergrämungsmittel die bei den Vögeln beliebten, etwa 5 Zentimeter großen Jungflänzchen ungenießbar gemacht, das heute nicht mehr zum Einsatz komme. Und letztendlich gilt: „Es gibt gute und schlechte Jahre.“

Schummeln und drübergucken, um schneller ans Ziel zu gelangen, ist auch in dieser Saison trotz der etwas schwierigen Bedingungen nicht drin, verspricht Kolb. Dazu hat er in den vergangenen Jahren zu viel Erfahrung im Herstellen von kniffligen Irrwegen gesammelt. Bereits im Juni beim Ausmähen der Gänge war deutlich zu sehen, wo der Mais mehr oder weniger kräftig wächst. Die Pfade zwischen den Pflanzen hat die Familie nun dorthin verlegt, wo die Pflanzen höher wachsen. Sechs Stempelstellen müssen Besucher im Labyrinth aufsuchen und allerlei Fragen beantworten, die Kolb nicht verraten will. „Mittlerweile haben kleine Kinder schon Google dabei“, spielt er auf die übers Handy aufrufbare Internet-Suchmaschine an. Die hilft allerdings nicht, wenn's um eine gute Beobachtungsgabe, spezielle Fragen zum Labyrinth oder räumliches Vorstellungsvermögen geht. „Google tut sich schwer mit Schwäbisch und Schätzfragen“, sagt Kolb. Anstrengen lohnt sich allemal, denn wer am Ausgang seine Stempelkarte in die Lostrommel wirft, kann unter anderem Eintrittskarten für den Schwabenpark gewinnen.

„Mittlerweile haben kleine Kinder schon Google dabei.“

Günther Kolb, Landwirt

Dass das Maislabyrinth direkt an den Hof der Familie angrenze und nicht in Stadtnähe liege, habe mehrere gute Seiten, sagt Kolb. Er kenne Kollegen, deren Maislabyrinthe in entsprechender Lage Opfer von schlechten Scherzen oder Verwüstung wurden. Bei Kolbs stattdessen klingeln manchmal Besucher an der Haustür. Weil sie Wechselgeld brauchen oder weil sie ganz genau wissen wollen, wie nun die Antwort auf eine bestimmte Frage lautet. Und dann bekommen die Kolbs öfters, was jeder gerne hört, wenn er sich angestrengt hat, etwas richtig gut zu machen: Lob.

  • Maislabyrinth ab Samstag - Swingolf noch ungewiss
  • Das Maislabyrinth befindet sich direkt an der Landesstraße zwischen Adelstetten und Alfdorf, zum Hof der Familie Kolb im Bonholz 5 führt die Abzweigung Richtung Bonholz.
  • Eröffnet wird das Labyrinth an diesem Samstag, 7. August. Besucher können sich täglich zwischen 8 und 20 Uhr auf den Weg durch den Mais machen.
  • Der Eintritt kostet 2 Euro für Kinder, 3 Euro für Erwachsene, eine Kasse ist aufgestellt.
  • Bei nasser Witterung empfiehlt Landwirt Günther Kolb, besser nachzufragen, ob die Pfade durchs Labyrinth besonders matschig oder gut begehbar sind, Telefon (07172) 3504.
  • „Noch unschlüssig“ ist die Familie Kolb darüber, ob Besucher dieses Jahr auch wieder Swingolf auf der Wiese neben dem Maislabyrinth spielen können. Auch für das Einsäen des Grüns gilt: Der Boden muss den idealen Zustand an Feuchte haben, damit es im September losgehen kann. an

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