Im Einsatz für Natur und Gemeinde

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Sebastian Zinßer (l.) und Michael Pfitzer vom Obst-und Gartenbauverein Waldhausen stehen an der Tafel, auf der das Wirken des Vereins seit 100 Jahren festgehalten worden ist. Foto: Tom
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Der Obst- und Gartenbauverein Waldhausen kann auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken. Was sich der Verein zur Aufgabe gemacht und und wo sich die Mitglieder überall engagieren.

Lorch-Waldhausen

Hoch stehen Gräser und Blumen zwischen den Obstbäumen, Bienen und Hummeln summen und brummen. „Die Wiese haben wir zur Remstal-Gartenschau 2019 angelegt“, sagt Sebastian Zinßer und schaut zufrieden übers Grün. Zusammen mit Michael Pfitzer steht der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Waldhausen am Radweg entlang der Rems. Hinter der Grundschule wachsen die jungen Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbäume, daneben erklärt eine große Tafel das Wirken des Vereins seit 100 Jahren. Die Gründung im Jahr 1922 feiern die rund 150 Mitglieder dieses Jahr auf vielfältige Weise.

„Angefangen hat alles, als es mit dem Weinbau in Waldhausen zu Ende ging“, kommt Michael Pfitzer auf die Geschichte zu sprechen. Der zweite Vorsitzende zieht ein buntes Heft hervor: eine 35 Seiten starke Vereinschronik, eigens zum Jubiläum. Darin steht, dass die Waldhäuser nach dem Ersten Weltkrieg nach Alternativen für die Sonnenseite des Elisabethenbergs gesucht hatten. Dort waren bislang Weinreben gewachsen. Aus verschiedenen Gründen kam der Anbau zum Erliegen. „Von da an wurden dort Obstbäume gepflanzt“, erzählt Zinßer.

Um dem Ganzen klare Formen zu geben, schlossen sich am 7. Mai 1922 etwa 15 Männer zum Waldhäuser Obstbauverein zusammen. Sie kümmerten sich außerdem um die schon vorhandenen Bäume auf der Gemarkung und verbesserten die heimischen Obstsorten. „Wir haben eigene Sorten“, sagt Pfitzer und zählt den Waldhäuser Sämling und den Schunterbauer-Apfel auf. Diese und andere zeigt der Verein bei einer großen Obstausstellung in der Remstalhalle am 6. November. „Wer alte Obstsorten im Garten hat, soll sich bitte bei uns melden“, sagt Sebastian Zinßer. Daran bestünde großes Interesse.

Eine weitere Veranstaltung zum Jubiläum fand vereinsintern am 7. Mai statt. Nach Grußworten, unter anderem von Bürgermeisterin Marita Funk, ehrten Zinßer und Pfitzer langjährige Mitglieder. Jedes ist wichtig fürs rege Vereinsleben: „Wir bieten das Jahr über Schnittkurse und Veredelungskurse an.“ Im Herbst nimmt der Verein Obst im Ort an. „Mit dem Kindergarten gibt es immer wieder Aktionen, zum Beispiel Obstauflesen“, erzählt Pfitzer. Außerdem kümmere man sich um den Sammelantrag, mit dem Stückle-Besitzer Fördergelder für die Streuobstpflege erhalten. „Das ist unser Ziel, der Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen“, betont Sebastian Zinßer. Gerade während der Pandemie habe er bemerkt, dass sich wieder mehr Menschen um ihre Stückle kümmern. Die Schnittkurse seien seitdem sehr gut besucht. „Wir beraten auch die Stadt, wenn es um konkrete Projekte geht.“ So war der Verein mit im Boot, als die Gewanne Bulzen und Steingrüben ökologisch aufgewertet wurden. „Aktuell ist ein Konzept zum Erhalt der Obstwiesen beim Elisabethenberg bis zur Grenze zu Plüderhausen in Arbeit.“

Vorbildlich in Schuss

Keine Aufwertung benötigt die Anlage, die der Verein selbst pflegt. Die Obstanlage am Hang unterhalb von Rattenharz wird von einer 15-köpfigen Truppe vorbildlich in Schuss gehalten. Gut 600 Obstbäume stehen hier, übrigens seit 1962. Die sogenannte Obstbaumpflegegemeinschaft Waldhausen feiert also auch runden Geburtstag.

„Unser zweites Ziel ist die Verschönerung des Ortes“, ergänzt Zinßer noch. Deshalb legt der Verein Beete an und pflanzt Bäume im Ort. Inklusive Hege und Pflege. Wie ist der Verein für die Zukunft aufgestellt? „Gut, wir sind ein überdurchschnittlich junges Team“, sagt Pfitzer. Das Thema Natur werde von immer mehr Menschen wichtig genommen. Außerdem sei man präsent im Ort und gut vernetzt mit anderen Vereinen.

Mehr Informationen zum Obst- und Gartenbauverein Waldhausen unter www.ogv-waldhausen.de

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