In den Rathäusern wird's kälter

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In den Rathäusern wird's kälter: Eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad bedeutet zum Beispiel eine Ersparnis von rund sechs Prozent der Heizkosten in allen Verwaltungs- und Bildungsobjekten.

Das Landratsamt im Rems-Murr-Kreis kündigt an, den Energieverbrauch deutlich senken zu wollen.

Waiblingen. Angesichts der drohenden Gasmangellage wappnet sich die Landkreisverwaltung für den Herbst und Winter und hat zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, mit denen der eigene Energieverbrauch abgesenkt werden soll. Als Richtschnur dienen dabei die Vorgaben des Bundes und des Landes. Das Maßnahmenpaket umfasst niedrigere Temperaturen in den Verwaltungsgebäuden ebenso wie die Nutzung regenerativer Energien.

Raumtemperatur wird gesenkt

„Es geht nicht darum, in Panik zu verfallen“, betont Landrat Dr. Richard Sigel. „Vielmehr geht es darum, jetzt die richtigen Weichen zu stellen.“ Konkret wird die Kreisverwaltung in diesem Herbst und Winter die Temperatur in den eigenen Liegenschaften senken. Eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad bedeutet zum Beispiel eine Ersparnis von rund sechs Prozent der Heizkosten in allen Verwaltungs-und Bildungsobjekten. Die ab 1. September gültige Bundesverordnung sieht eine Temperaturhöchstgrenze von vorübergehend 19 Grad vor. Auch eine Teilschließung der Kreisverwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr ist angedacht, soll aber mit den Städten und Gemeinden abgestimmt sein. In dieser Zeit könnte die Raumtemperatur deutlich reduziert werden. Zudem werden die Mitarbeitenden für ein ressourcensparendes Verhalten – beispielsweise richtiges Lüften – sensibilisiert.

Vor dem Hintergrund der drohenden Gasmangellage erweise sich die Neubauprojekte des Landkreises, zum Beispiel der Erweiterungsbau des Landratsamts am Alten Postplatz, als besonders zielführend, so die Kreisverwaltung. Das Holzhybrid-Gebäude werde im Betrieb „sehr energiearm und klimaneutral“ sein und „einen wichtigen Beitrag zum Ziel, bis 2030 klimaneutral leisten.

„Wir als Kreisverwaltung leisten unseren Beitrag – sowohl mit Blick auf die drohende Gasmangellage als auch auf den Klimawandel“, sagt Dr. Richard Sigel. Dabei profitiere der Kreis auch aus den Erfahrungen des Projekts Stromsparchecker. „Es war schon vor dieser Krise immer ein Ziel des Landkreises, einfache Ansätze zum Energiesparen zu vermitteln und auch selbst umzusetzen“, so Sigel - und weiter: „Ich appelliere an unsere Unternehmen, Kommunen sowie die Bürgerinnen und Bürger, ebenfalls Gas und Energie zu sparen. Viele kleine Beiträge summieren sich. Nutzen Sie dafür gerne das Angebot der Stromsparchecks,“ so Sigel.

Das Projekt „Stromsparchecker“

Ziel des Projektes Stromsparchecker ist es, private Haushalte, die soziale Leistungen beziehen, dabei zu unterstützen, ihren Strom- und Wärmeverbrauch zu senken. Dadurch werden die Haushalte finanziell entlastet und zudem hohe CO2-Einsparungen erzielt. Die zu beratenden Haushalte werden dabei von Stromsparcheckern der Caritas Ludwigsburg-Waiblingen-Enz zu Hause besucht. Die Stromsparchecker messen den Strom-, Wärme- sowie Wasserverbrauch und informieren über Einsparmöglichkeiten. Pro beratenen Haushalt können langfristig zwischen 1800 und 3000 Kilogramm CO2 eingespart werden.

Im Rems-Murr-Kreis ist das Projekt bereits seit vielen Jahren fester Bestandteil des Klimaschutzhandlungsprogramms.

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