Jazzpianist Walter Lang ist im Alter von 60 Jahren gestorben

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Walter Lang im Gmünder Stadtgarten 2019 mit Klaus-Dieter Mayers Swinging River Band
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Der in Unterkirneck aufgewachsene Jazzpianist Walter Lang ist im Alter von 60 Jahren gestorben.

Lorch/München. Der Jazzpianist Walter Lang ist im Dezember nach schwerer Krankheit gestorben. Vergangenen Donnerstag fand die Trauerfeier in Langs Wohnort München statt, an der auch Klaus-Dieter Mayer teilnahm.

„Walter und ich haben uns Anfang der 1990er-Jahre kennengelernt“, erzählt der Lorcher Sänger und Veranstalter. Der 1961 in Schwäbisch Gmünd geborene Lang stieß zu Mayers damaliger Sing Revue dazu. Da hatte er sich bereits international einen Namen als Jazzvirtuose gemacht.

Einen „Meister der leisen, feinen Töne“, nennt ihn der Bayrischer Rundfunk und urteilt: „Seinen Jazz kennzeichnete besonderes Fingerspitzengefühl.“ Die Süddeutsche Zeitung betont, dass es die Kraft einfacher Melodien gewesen sei, die der „Pianist, Komponist und Arrangeur Walter Lang“ groß in Szene setzen konnte.

Geprägt wurde er sicherlich vom Vater und Großvater, beide spielten Klavier und Akkordeon. Doch als Ältester hätte Walter den Hof übernehmen sollen, erzählt Mayer. Die Umkehr in eine andere Richtung beeinflusste wohl auch Musiklehrer James Adams vom Lorcher Progymnasium. Der Pianist habe das große Talent des Schülers gesehen und gefördert.

Walter Lang studierte schließlich Jazzpiano und Komposition an der Berklee School of Music in Boston und an der Universität in Amsterdam. Seit 1988 reiste er als Teil des „Rick Hollander Quartetts“ durch die Welt. Viel Erfolg hatte der Vater zweier Söhne auch mit dem „Walter Lang Trio“ ab 1999. Dazu arbeitete er gerne mit anderen Künstlern für verschiedene Projekte zusammen. So kam es auch, dass Lang 2019 während der Remstal-Gartenschau in Lorch und Schwäbisch Gmünd auftrat.

Mayer fragte ihn, ob er Teil seiner „The Swinging River Band“ sein möchte. „Ich erwartete eine freundliche, liebenswerte Abfuhr“, erzählt Mayer lächelnd. Doch der Jazzpianist sagte zu, „er freute sich darauf, in der Heimat aufzutreten“. Walter Lang sei ein sehr weltoffener Mensch gewesen, „mit großen Augen und großen Ohren“. Nie sei er müde geworden, um die Welt zu reisen und dabei Menschen und Melodien kennenzulernen.

Dass er eine große Wertschätzung unter Kollegen genoss, habe sich bei seiner Beisetzung gezeigt, erzählt Mayer. Bewegend viele Menschen hätten die Chance genutzt, sich zu verabschieden. ⋌Cornelia Villani

Walter Lang im Gmünder Stadtgarten 2019 mit Klaus-Dieter Mayers Swinging River Band

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