Jesus wäre wohl Weinfreund gewesen

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"Wein und Bibel"-Ausstellung in Waldhausen.

Eine besondere Weinprobe unter dem Motto „Bibel und Wein“ gab's in Waldhausen. Winzerin verköstigt einige Überraschungen aus dem Remstal und Pfarrer Martin Staib nennt biblische Quellen des Genusses.

Lorch-Waldhausen

Einen Muskattrollinger Sekt, fünf Weine und eine große Überraschung brachte Weinerlebnisführerin Sigrun Trinkle aus Stetten mit. Die gelernte Winzerin informierte gekonnt über den Weinbau im Remstal und besonders am Grafenberg in Schorndorf. Ihre Erzählung untermauerte Sigrun Trinkle mit Bildern vom Grafenberg und von Trauben.

Sie präsentierte über den Abend fünf Weine des Weinguts Bernhard Ellwangers. Ein Weingut, das besonderen Wert auf Nachhaltigkeit lege, dafür ausgezeichnet sei und nun auf den biologischen Anbau umstelle – was nicht heiße, dass weniger gespritzt werden müsse. Nur mit anderen Mitteln.

Pfarrer Martin Staib aus Beutelsbach stammt aus einer Wengerter Familie heraus. Er verkörperte in sich das Thema „Bibel und Wein“ als Wengerter Sohn, der früher selbstverständlich im Weinberg mitarbeitete und als Theologe, der sich mit der Bibel und dann natürlich auch mit den Stellen zum Wein beschäftigte.

Martin Staib unterbrach die Weinprobe mit biblischen Gedanken zum Wein, erzählte von Noah, seinen Söhnen und von der Hochzeit zu Kanaan. Es gibt nur ganz wenige biblische Bücher, in denen der Wein nicht erwähnt wird. Und er stellte fest, dass Jesus wohl auch ein Weinfreund gewesen sein müsse. Gleichzeitig warnt die Bibel vor übermäßigem Weinkonsum, und sieht den Wein als ein Geschenk Gottes – wobei der Mensch schon noch ziemlich viel dazu tun muss, damit ein guter Tropfen daraus wird. Aber selbst, ob das jedes Jahr so gelingt, ist nicht sicher und somit auch wieder ein Geschenk.

Der Kirchengemeinderat bereitete Vesper-Käseteller vor und servierte diese zum Wein. Die größte Überraschung des Abends gelang Sigrun Trinkle mit dem Wein „GT“ von Bernhard Ellwanger. Ein trockener Rotwein, der guten Zuspruch fand. Sie fragte, was das wohl für Trauben seien? Keiner ahnte, dass sich dahinter ein guter, schwäbischer Trollinger verbarg, der zwölf Monate im Holzfass reifte. So zeigte die Weinprobe, zudem durch den verkosteten Rose-Wein, dass Remstäler Weine es durchaus mit südländischen Weinen, auch aufgrund des Klimawandels und der neueren Anbau- und Ausbaumethoden, aufnehmen können.

Es war ein geselliger Abend im gutbesetzten großen Saal im Gemeindehaus, der unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln stattfand. Vielleicht gibt es eine Wiederholung.

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