Massives Bauwerk für mehr Stabilität

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Anfang der Woche warteten die beiden Widerlager an den Uferseiten der Rems in Waldhausen noch auf das Traggerüst. Mittlerweile ist es aufgebaut.
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Die Remsbrücke in Waldhausen liege voll im Zeitplan, sagt Bauleiter Rainer Bohn. Zusammen mit Vorarbeiter Andreas Focke erzählt er vom aktuellen Stand auf der Baustelle.

Lorch-Waldhausen

Fünf Monate dauert der Neubau der Remsbrücke in Waldhausen bereits. Ende 2021 soll er fertig sein. „Wir liegen voll im Zeitplan“, sagt Bauleiter Rainer Bohn. Diese Woche wurde das Leergerüst auf den beiden Widerlagern der neuen Brücke errichtet. Also auf den massiven Bauteilen, auf denen die Brücke an jedem Ufer aufliegt. Diese wurden in den Wochen zuvor betoniert. Am Dienstag begann der Aufbau des Traggerüsts über den Fluss. „Da kommt jetzt die Rundschalung drauf“, erklärt Bohn, „die nimmt 42 Tonnen Betonstahl und zehn Tonnen Spannstahl auf“. Wahrscheinlich Anfang August werde die Brücke betoniert, wobei der Überbau insgesamt 210 Kubikmeter Beton fasse. „Das bedeutet, gut 30 Betonmischer liefern das Material an.“ Einen ganzen Tag verschlinge das Betonieren. „Dann werden wir auch mit deutlich mehr Arbeitern hier sein“, kündigt Andreas Focke an. Der Vorarbeiter der Firma Awus erzählt, dass normalerweise drei bis vier Mitarbeiter auf der Baustelle sind.

„Bisher lief hier alles sehr, sehr gut“, lautet das Zwischenfazit des 51-Jährigen. Wegen des vielen Niederschlags in den vergangenen Tagen sei er froh, dass die Arbeiten im Flussbett erledigt seien. Bis vor vier Wochen wurde das Wasser durch fünf große Röhren geleitet, die mit Kies befahrbar gemacht worden waren. Steigt der Pegel, wäre das Queren schwierig geworden. „Von Sonntag auf Montag ist die Rems um 80 Zentimeter angeschwollen“, sagt Bohn. Das hätte Probleme bereitet. „Die neue Brücke wird einem hundertjährigen Hochwasser standhalten.“

Die kommenden Maßnahmen laufen oberhalb des Wasserspiegels, die Arbeiter werden nur noch die schmale Behelfsbrücke brauchen. „Die nicht für Fußgänger oder Fahrradfahrer gedacht ist“, betont Focke. Tatsächlich würden immer wieder Menschen die Baustelle durchqueren wollen, trotz Verbotsschildern. „Das geht allein wegen der Haftung nicht“, erklärt Bohn. In Waldhausen sei die Situation komfortabel: „Ganz in der Nähe liegt auf jeder Seite eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer.“ Er habe schon Baustellen betreut, bei denen die nächste Querung sechs Kilometer entfernt war. Der 55-Jährige leitet die Brückenbauabteilung beim Landkreis und hat Erfahrung.

„Die Remsbrücke wird 30 Meter lang werden und einen Vollquerschnitt haben“, erzählt Bohn. Im Innern sei sie also nicht hohl, sondern vollbetoniert. Das ergebe mehr Stabilität. Weil diese der alten Brücke immer mehr fehlte, wurde das gut 80 Jahre alte Bauwerk abgerissen. Nicht das erste offenbar. „Beim Bohren am nördlichen Ufer haben wir ein Widerlager einer noch älteren Brücke gefunden“, sagt Bohn.

Die neue Brücke wird einem hundertjährigen Hochwasser standhalten.“

Rainer Bohn,
Das Traggerüst für die neue Brücke ist jetzt eingebaut: Bauleiter Rainer Bohn und Polier Andreas Focke (l.) stehen auf der Baustelle der Waldhäuser Remsbrücke.

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