Mit 100 Jahren gerüstet für die Zukunft

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Stadtkapelle Lorch.
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Musikverein Stadtkapelle Lorch feiert und offenbart wegweisende Änderungen, die den Fortbestand sichern sollen.

Lorch

Stolz trug Linus Lengyel die Fahne des Musikvereins Stadtkapelle Lorch am Samstagabend in den gut besetzten Saal der Lorcher Stadthalle. Gemeinsam mit Matilda Preuß und Franziska Graf, die jeweils eine Rose trugen, bildete er das Eröffnungstrio für die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der Stadtkapelle. Endlich, nach der Corona-zwangspause, konnten die rund 180 Mitglieder rund um Vorsitzenden Martin Lamerz den Geburtstag ihres Vereins in würdigem Rahmen feiern.

Sowohl auf die stolze Geschichte als auch auf die verheißungsvolle Zukunft des Musikvereins Stadtkapelle Lorch gingen die Grußwort-Redner ein. Denn, dass der Verein erfolgreich die Weichen in die Zukunft gestellt hat, zeigt der Umstand, dass seit dem 1. Mai die Musikschule eine Abteilung der Stadtkapelle ist, wie der Vorsitzende erfreut informierte. „Wir, die diese Entscheidung getroffen haben, sehen dies als einen Schritt in die Zukunft, auch um die Zukunft des Vereins zu sichern und neu auszurichten.“ Lamerz nutzte die Anwesenheit von Bürgermeisterin Marita Funk, um sich bei ihr „in dieser Sache für die Unterstützung in vielfältiger Form recht herzlich“ zu bedanken. Dazu, dass die Stadträte in ihrer kürzlichen Sitzung finanzielle Unterstützung von der Verwaltung bei Veranstaltungen zugesagt hatten, bemerkte Martin Lamerz, dass es noch „viel wichtiger ist, dass den Lorcher Vereinen durch Verwaltung und Stadtrat nun mehr Herzblut entgegengebracht“ werde. Nach wie vor sieht er das Kapital der Stadtkapelle in ihren aktiven und passiven Mitgliedern. „Liebstes Kind“ ist und bleibe die Jugendarbeit, betonte er.

„Musik verbindet, Menschen und ganze Nationen“, erinnerte Lamerz an den Lockdown, während dessen Musizierende sonntags um 18 Uhr allerorten die Ode an die Freude von Balkonen und Terrassen spielten. Und, obwohl ein Musikverein mittlerweile ein „kleiner Wirtschaftsbetrieb“ geworden sei, stehe die Musik doch im Mittelpunkt. Trotz Steuervorgaben, Datenschutz und Co. „Selbst musizieren ist besser, als der Musik zuzuhören.“

Bürgermeisterin Marita Funk machte deutlich, dass der Musikverein Stadtkapelle Lorch eine große Bereicherung für das gesellschaftliche Leben in der Stadt ist. Sie dankte für das riesengroße ehrenamtliche Engagement und freute sich, dass der Verein nun die Musikschule übernimmt. Für den Stadtverband Kultur überbrachte Frieder Rohm die besten Wünsche. Bei zahlreichen Events in der Stadt seien die Musizierenden „Dreh- und Angelpunkt in der musikalischen Mitte“. Wiederum für den Stadtverband Sport gratulierte Mario Capezzuto. Die Stadtkapelle sei „bedeutender Bestandteil der Lorcher Gemeinschaft". Der evangelische Pfarrer Christof Messerschmidt beschrieb sich als Fan der Blasmusik – der er aber erst durch die Stadtkapelle geworden sei. Dankbar rief er viele gemeinsame Unternehmungen, etwa Konzerte in Gottesdiensten und ähnliches, in Erinnerung. Und zitierte Martin Luther: „Die größte Gabe der Musik ist, dass sie die größte Trösterin ist.“ Der katholische Pfarrer Erhard Nentwich gratulierte ebenfalls und sorgte dafür, dass alle Besucher im Saal „Viel Glück und viel Segen" im Kanon sangen. Und sandte ein Kompliment an die Musiktreibenden: „Ich bin erstaunt, was für Musik hier den Raum füllt. Ich freue mich einfach, dass es Menschen wie Sie gibt.“

Zu hören gab es etwa den „Reitermarsch“ oder „Die Sonne geht auf“ und „My Dream“ mit Trompeten-Solist Leopold Kissling sowie „Also sprach Zarathustra“. Letzteres wurde passend vor den Ehrungen gespielt, die der Kreismusikverbandsvorsitzende Hubert Rettenmaier vollzog. Er bezeichnete die Stadtkapelle als vorbildlich, da sie sich mit neuen Vereinsstrukturen den geänderten Anforderungen der Zeit stelle. Im Blick hatte er etwa die Musikschule. Rettenmaier überbrachte die Glückwünsche der 78 Musikvereine mit 7000 aktiven Musiktreibenden und 14 000 Fördermitgliedern im Ostalbkreis.

Selbst musizieren ist besser, als der Musik zuzuhören.“

Martin Lamerz, Vorsitzender Musikverein Stadtkapelle Lorch

Ehrungen beim Musikverein Stadtkapelle Lorch

Gewürdigt wurden für10 Jahre aktive Tätigkeit: Benedikt Fritz, Daniel Huber, Leopold Kissling, Mina-Marie Lengyel, Carlo Röthel, Karin Schlechter und Wolfgang Schönleber;

für 20 Jahre aktive Tätigkeit: Marc Lamerz, Laura Müller und Brigitte Munz;

für 30 Jahre aktive Tätigkeit: Jochen Knödler und Jutta Knödler. 50-Jährige aktive Tätigkeit: Manfred Achatz, Martin Lamerz, Reiner Müller und Roland Reinhold.

Die Fördermedaille in Bronze für 10-jährige Tätigkeit erhielten Sonja Waldenmaier und Julia Bich für die Jugendarbeit. Zudem gab es die Fördermedaille in Gold für 20-jährige Tätigkeit für Andreas Olmesdahl.

Außerdem wurden zahlreiche Fördermitglieder für ihre langjährige Treue geehrt. jan

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