Mit der Zweitakt-NSU in ein gemeinsames Leben

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Anna und Martin Greuner feiern Eiserne Hochzeit
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JubiläumAm Tag der Eisernen Hochzeit blicken Anna und Martin Greiner zufrieden auf 65 gemeinsame Ehejahre.

Alfdorf. Bereits als Kinder wussten Anna und Martin Greiner, was es bedeutet, viel zu arbeiten. Anna wurde als eines von sechs Kindern in Dorfmerkingen im Härtsfeld geboren. Wie damals üblich mussten die Kinder in jungen Jahren das Haus verlassen und „in Stellung“ gehen, um ihre Familien zu unterstützen. Anna kam nach Durlangen in den Haushalt von Wirtsleuten.

Hierher „knatterte“ jeden Samstag Martin auf seiner Zweitakt NSU 200 vorbei, um dort beim Holzmachen zu helfen. Beim Gang zum Milch holen begegneten sich Anna und Martin das erste Mal. Die zierliche Anna fiel dem großen Martin sofort ins Auge. Und auch Anna fand sofort Gefallen an dem jungen Mann. Mit seinem, vom Vater geerbten Motorrad konnte Martin seine Anna oft besuchen, die Treffen wurden später erleichtert, als Anna zu einem Brüderpaar in Gmünd in Stellung ging. Diese beiden waren leidenschaftliche Jäger, auf ihrem Weg nach Steinenbach zu ihrer Jagdhütte, nahmen sie Anna mit nach Alfdorf und holten sie abends dort auch wieder ab.

Martin ist ein waschechter Alfdorfer. Der Vater kam aus dem Krieg nicht heim und bereits als Zehnjähriger musste Martin in der heimischen Landwirtschaft ordentlich mit anpacken.

Nach der Hochzeit am 14. März 1957 zog Anna zu ihrem Martin auf dessen Hof. Hier unterstützte sie nach Kräften die Schwiegermutter in der Landwirtschaft. Martin bildete sich in dieser Zeit weiter fort, als Stahlbetonbauer hätte er in den 1960-er Jahren sogar die Möglichkeit gehabt, viel Geld im damaligen Persien zu verdienen. Hier legte aber Anna ein Veto ein, der Schah musste seine Silos von einem anderen Fachmann bauen lassen. Mit seiner Anstellung als Klärfachmann bei der Alfdorfer Kläranlage wurde Martin langsam „sesshafter“ und die Kinder Annerose und Arwed hatten etwas mehr von ihrem Papa.

1983 konnte die vierköpfige Familie Greiner in ihr Haus in der Rosensteinstraße ziehen. „Alles hier ist selbst gebaut“, erklärt Martin stolz. Und ist heute noch seinen Freunden dankbar für die tatkräftige Mithilfe am „Häuslesbau“. Aber auch hier galt damals „eine Hand wäscht die andere“, Martin war in der Folgezeit viel auf den Baustellen der Freunde zu finden, um diesen beim Bau ihrer Eigenheime zu helfen.

Mit Martins Ruhestand war der Reiselust der Greiners keine Grenze mehr gesetzt „wenn wir Zeit und Lust hatten, ging es auf und davon“ erzählt Anna und erinnert sich gerne an die vielen regelmäßigen Besuche in Thermalbädern in Ungarn. „Die haben uns richtig gut getan“. Fast vier Jahrzehnte, bis 2006, stand Martin dem Alfdorfer Obst- und Gartenbauverein vor, für seine Vereinsfamilie organisierte er unzählige „unvergessliche Reisen“. Monatelang wurde dafür geplant, mehr als einmal bereisten die Greiners die geplanten Touren im Vorfeld, damit auch wirklich alles zur besten Zufriedenheit ihrer Vereinskollegen vonstatten ging, erinnert sich Anna.

Mobil waren die Greiners zuerst mit der NSU. Später saß Anna als Sozia auf einer Zündapp. Mit dem ersten Kind hielt eine zweisitzige Isetta Einzug bei den Greiners. „Das Kind fand Platz auf der Motorablage“, erzählt Martin.

Eng verbunden mit der Alfdorfer Vereinslandschaft trat Martin schon als junger Mann dem Sängerkreis bei und ist jetzt seit 70 Jahren immer noch Mitglied. Anna beteiligte sich über viele Jahre aktiv bei den Landfrauen. Schöne und große Feste feierten die Greiners als Gastgeber für ihren Freundeskreis auf ihrem großen Grundstück.

Jetzt haben beide das 86. Lebensjahr erreicht. „Man wird ruhiger“ räumt Martin ein. Ein großes Fest zur Eisernen Hochzeit soll es heute nicht geben. Martin muss sich erst von einer Krankheit erholen. Die Planungen zielen derzeit eher in den Sommer. Möglicherweise an dem Tag im Juli vor 65 Jahren, als sich Anna und Martin auch kirchlich trauen ließen.

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