Mobile WCs als Übergangslösung

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Mit Schildern ist der Misere längst nicht mehr beizu kommen. Fehlende Toiletten, aber auch zu wenig Platz vor allem für Lastwagenfahrer bereiten an der B29 im Rems-Murr-Kreis Probleme.

Fehlende Toiletten und fehlender Parkraum an der Bundesstraße B 29 sind seit Jahren ein Problem. Das Land untersucht derzeit eine Netzverdichtung von Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen.

Waiblingen

Seit vielen Jahren wird von Verkehrsteilnehmern kritisiert, dass es an der B 29 im Rems-Murr-Kreis keine Sanitäranlagen gibt. Zwischen der Gemarkungsgrenze zu Stuttgart und der Kreisgrenze zum Ostalbkreis besteht unmittelbar an der Bundesstraße für Autofahrer keine Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen. Ursache dafür sind die Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen (ERS), welche nach den aktuellen Planungsgrundsätzen für Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen einen Regelabstand von 25 bis 30 Kilometern vorgibt. Die B29 im Rems-Murr-Kreis ist kürzer als 25 Kilometer.

In der Folge haben sich entlang der B 29 im Laufe der Jahre aus der Not heraus „wilde Toiletten“ etabliert. Gravierende Ausmaße nahm dieses Phänomen im Bereich des Rastplatzes Endersbach, einem Hochrastplatz, an. Die an den Parkplatz anschließenden landwirtschaftlichen Flächen wurden durch die menschlichen Hinterlassenschaften so stark verunreinigt, dass schließlich das Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart dort einen Zaun errichtet hat.

Der Rems-Murr-Kreis konfrontiert das Regierungspräsidium seit Jahren mit dem Problem. Nicht nur, dass Toiletten an der B 29 im Rems-Murr-Kreis fehlen – auch dass es keine ausreichenden Parkmöglichkeiten gibt, wird immer offensichtlicher. Der ständig wachsende Schwerlastverkehr findet für Ruhepausen keine Abstellmöglichkeiten. Fahrzeuge werden deshalb im Bereich der Rastanlagen häufig auch an den Zu- und Abfahrten geparkt und stellen dort eine Verkehrsgefährdung dar.

Eine Lösung dieses Problems ist nicht einfach. Für die Ausweitung von Rastanlagen werden Flächen und die notwendige Erschließung benötigt. Dies bedingt zeitaufwendige Planrechtsverfahren. Unter der Federführung des Verkehrsministeriums hat sich das Land dieser Problematik bereits angenommen und mit einer landesweiten Studie die Verdichtung des Netzes von Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen untersucht. Aufbauend darauf wird aktuell eine Konzeption erstellt. Diese sieht in einem Pilotprojekt an der B 29 im Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis nachhaltige Verbesserungen vor. Detaillierte Pläne oder ein Umsetzungszeitraum können derzeit jedoch noch nicht genannt werden.

Um im Rems-Murr-Kreis zeitnah eine Verbesserung zu erreichen, hat sich das Straßenbauamt des Landkreises jetzt für temporäre mobile Lösungen eingesetzt. Bereits im Jahr 2020 hatte man gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart das Aufstellen mobiler Sanitäranlagen an den Rastplätzen im Bereich Remshalden-Hebsack in beiden Fahrtrichtungen beschlossen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden strengen Hygieneanforderungen an derartige mobile WC-Anlagen wurde die bereits im letzten Sommer geplante Errichtung der Anlagen verschoben. Unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens geht das Straßenbauamt davon aus, dass die mobilen Sanitäranlagen noch in diesem Sommer aufgestellt werden können. Die Errichtung wird vom Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises für das Land geplant und baulich umgesetzt.

Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium, der Mobilitätszentrale Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Stuttgart arbeitet der Landkreis weiter an einer langfristigen Verbesserung der Park- und Sanitärsituation an den Bundesstraßen im Kreisgebiet.

Im Zuge dessen werden aktuell an der B 14 im Bereich der Rastplätze Korber Kopf und und Sörenberg die seit langem abgängigen WC-Anlagen durch neue und ansprechende Anlagen ersetzt. Auch hier übernimmt das Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises die bauliche Umsetzung für das Land.

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