Neue Pächter in Waldhäuser Gaststätte

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Neue Pächter: Wirt Martin Salamon bietet seit kurzem im "Heimatbesen zum Waldkauz" im Lorcher Teilort Waldhausen schwäbische Küche an.
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Der "Heimatbesen" in Lorch-Waldhausen hat wieder geöffnet. Martin Salamon und Jean Enseroth wollen auch Treffpunkt für den Ort sein.

Lorch-Waldhausen

Im Januar hatten die Pächter des Gasthofs „Heimatbesen“ in Lorch-Waldhausen ihre Tore geschlossen. Eigentlich eine Hiobsbotschaft für den Ort, aus dem in den vergangenen Jahren immer mehr Lokale verschwunden sind. Doch tatsächlich hat das Gasthaus schon wieder geöffnet: Seit zwei Wochen bieten Martin Salamon und Jean Enseroth im „Heimatbesen zum Waldkauz“ ihre schwäbische Küche an.

„Sobald ich gehört habe, dass neue Pächter gesucht werden, habe ich sofort angerufen“, erzählt Martin Salamon und lacht beinahe etwas ungläubig: „Die Zusage kam, und dann ging es auch mit der Schanklizenz ganz schnell.“ Richtig Werbung hätten die beiden noch gar nicht gemacht. „Das muss sich aber ganz schnell herumgesprochen haben, denn das Geschäft lief super an“, sagt der 35-Jährige. Wanderverein und Handballer waren schon da, Geburtstage wurden gebucht, und auch normale Gäste seien schon viele gekommen. „Und alle scheinen sich zu kennen“, erzählt Jean Enseroth und lächelt, „ich glaube, hier gibt es Sehnsucht nach einem Treffpunkt im Ort.“ Worauf beide auch Lust haben: „Als Wirt in einem kleinen Ort handelst du anders als in der Großstadt.“

In der großen Stadt, in Stuttgart, haben sie angefangen, ihren Traum von der eigenen Gastronomie zu verwirklichen. Salamon hat zuvor 14 Jahre lang selbstständig Mobilfunkprodukte vertrieben, von 20 Mitarbeiterin in mehreren Filialen erzählt er. Wirt zu sein, sei aber immer im Hinterkopf gewesen. Mit der Pandemie kam die Entschleunigung: „Und Zeit, sich zu überlegen, dass wir das jetzt machen wollen.“

Mit Jean Enseroth ist er seit Jahren befreundet, der 28-Jährige ist gelernter Koch und stammt aus Hamburg. „In die schwäbische Küche habe ich mich hineingearbeitet.“ Sie übernehmen Catering und Restaurant für ein kleines Hotel beim Stuttgarter Hauptbahnhof. „Nach ein paar Monaten haben wir gemerkt, dass das nicht das Richtige für uns ist.“ Nur Platz für 20 Gäste sei ihnen zu wenig gewesen. In Waldhausen stehen jetzt 60 Plätze zur Verfügung, „in einem wunderschönen Lokal“, schwärmt Salamon. Und dass beide in Waldhausen wohnen - Salamon seit knapp fünf Jahren, Enseroth etwas kürzer - mache das Ganze noch idealer.

„Die Idee zum Namen Waldkauz hatte meine Freundin“, sagt Salamon, der sei einfach schön. „Und passt zu unserer heimischen Küche.“ Zwiebelrostbraten, Schnitzel, Kartoffelsalat, Maultaschen und Wurstsalat stehen auf der Karte. „Wir mögen es traditionell, aber wollen das auch immer wieder neu erfinden.“ So gebe es auch Wurstsalat in scharfer Variante. Oder eben Burger, mit denen Koch Enseroth die unterschiedlichsten Kreationen ausprobieren möchte. Zum Beispiel Spätzle, Käse und Zwiebeln zusammen angebraten wie ein Fleischküchle.

Die beiden erzählen, dass sie Wert auf hochwertige Zutaten legen, wenn möglich nicht vom Großmarkt, sondern aus der Region. Die Weine stammen aus Weinstadt, das Bier aus dem Allgäu. „Geöffnet haben wir zunächst ab mittwochs ab 17 Uhr, am Wochenende ab 12 Uhr“, sagt Salamon, kündigt aber einen Mittagstisch auch unter der Woche an. „Wahrscheinlich ab April.“ Dann wollen sie auch den Biergarten einweihen, vielleicht mit Fassanstich, auf jeden Fall mit Holzgrill. „Wir können uns gut vorstellen, immer wieder kleine Aktionen zu starten“, sagt Enseroth. Als nächstes wollen sie eine Kuchenvitrine einbauen, in der auch örtliche Vereine Selbstgebackenes verkaufen können. „Da wollen wir noch das Gespräch suchen.“

 

Das Geschäft lief super an.

Martin Salamon, Wirt

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