Passendes Geschenk in Kirneck

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Gut beieinander sitzen kann man jetzt in Unterkirneck. Bürgermeisterin Marita Funk, Dorfgemeinschaftsvorsitzender Frank Wölm (hinten links) und weitere Mitglieder weihen die neue Sitzgarnitur ein. Foto: cop
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Beim Dorffest weihten Stadt und Kirnecker Dorfgemeinschaft die neue Sitzgarnitur mitten in Unterkirneck ein. Die Dorfgemeinschaft gibt’s seit 25 Jahren.

Lorch-Unterkirneck. Am Spielplatz in Unterkirneck saßen sich am Sonntag ein Mann und eine Frau auf der Sitzgruppe gegenüber. Bürgermeisterin Marita Funk bat sie, kurz Platz zu machen. Umringt vom Vorstand des Kirnecker Dorfgemeinschaftsvereins weihte sie dann offiziell die Bänke samt Tisch ein, die Verein und Stadt aufgestellt hatten. Pünktlich zum 25-Jahr-Jubiläum der Dorfgemeinschaft.

Dass die Bürgermeisterin Leute wegbitten musste, spricht für das gelungene Projekt. „Seit die Sitzgarnitur im Mai aufgestellt wurde, wird sie rege benutzt“, erzählte die 31-Jährige. Michael Städele bestätigte das, allerdings: „Manchmal sitzen die Leute auch lieber da drüben unterm Baum im Schatten“, sagte der zweite Vereinsvorsitzende, der sich um das Projekt gekümmert hatte. Denn man habe zwar bewusst ohne Dach geplant – „das hätte nicht schön ausgesehen“. Doch ein Sonnenschutz wäre schon sinnvoll, und den wünschte sich Städele dann auch: „Vielleicht hat die Stadt Geld für ein Sonnensegel übrig?“

3200 Euro haben die drei Meter langen Bänke und der Tisch aus Lärchenholz gekostet, verriet Städele, was ein Freundschaftspreis der Firma Rörich aus Winterbach gewesen sei. Dieses Geld komme von der Dorfgemeinschaft. Für weitere 5600 Euro hat die Stadt die Fläche gepflastert und einen Abfalleimer platziert, ergänzte Bürgermeisterin Funk. Die Idee sei vom Vereinsvorsitzenden Frank Wölm gekommen. „Ich bin sehr dankbar, wie die Gemeinschaft sich für Kirneck einbringt“, betonte die Rathauschefin. Und verwies auch auf das gutbesuchte Dorffest, das wenige Meter entfernt über die Bühne ging.

Im April 1997 hatten sich gut 25 Frauen und Männer aus Ober- und Unterkirneck den Verein gegründet. „Auslöser war das 700-Jahr-Ortsjubiläum 1993“, erzählte Gerhard Hackner. Der ehemalige Stadt- und Kreisrat sagte, dass damals alle Kirnecker Vereine und Institutionen eng und gut zusammengearbeitet hätten. „Also haben wir den nächsten Schritt gemacht.“ Der Verein diene der Förderung der Kirnecker Gemeinschaft. Dann sprach die Stadt dem Verein das frühere Schulhaus im Ort zu. Denn Jedermann-Turnen, Landfrauen, Jungschar oder Feuerwehr – alle hätten sich einen Ort für ihre Aktivitäten gewünscht. Die Dorfgemeinschaft leistete dafür viel: „Wir haben bestimmt 800 Stunden Arbeit in Sanierung und Umbau gesteckt“, erinnert sich Hackner, ganz zu schweigen von finanziellen Mitteln. Später folgte auch der Bau des Beachvolleyballfelds und des Bolzplatzes in Eigenregie. Hackner war 1997 zum Vorsitzenden gewählt worden und blieb es zehn Jahre. Ihm folgte Gerd Hieber, der 2018 den Vorsitz an Frank Wölm abgab und bis heute im Ausschuss aktiv ist. „Wir hatten schnell sehr viele Mitglieder“, sagte Hieber, über 300. Heute sind es 280, „nicht jeder Jugendliche bleibt mehr dabei“. Aber man stamme sowohl aus Ober- als auch aus Unterkirneck, betonte Vorstandsmitglied Achim Reutter. Die Dorfgemeinschaft verbinde die durch die Bundesstraße getrennten Bewohner.

Die Gemeinschaft in Kirneck sei gut, sagte Frank Wölm, was sich im Verein widerspiegle. „Wir würden uns aber über mehr helfende Hände freuen.“ Es gebe einen festen Kern, der Aktionen wie das Dorffest stemme, „etwa 30 Leute“. Das dürften gerne mehr werden. Immerhin möchte Wölm wieder an die Zeiten vor Corona anknüpfen: „Christbaum-Ansingen, Beachvolleyballturnier, Schuppenfest oder der Maihock sollen wieder stattfinden.“ Und vielleicht Neues hinzukommen.

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