Pfadfinder wachsen an Corona-Herausforderungen

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Pfaditreff online: Das funktioniert zwar, dennoch beobachtet Stammesführer Frieder Eißmann eine „gewisse PC-Müdigkeit“, vor allem bei den kleinen „Einhörnern“.

Wie der Stamm Einhorn Aktionen plant und gleichzeitig seinen Neubau vorantreibt.

Waldstetten. Für den geplanten Neubau ihres Vereinsheims haben sich die Waldstetter Pfadfinder vom Stamm Einhorn nicht gerade den idealen Zeitpunkt herausgesucht. Aber infolge der Neugestaltung des Waldstetter Ortskerns bleibt den rund 45 aktiven der rund 120 Stammesmitgliedern nichts anderes übrig, als ihre „Pfadi-Heimat“ zu verlassen und sich auf den Weg zu einer neuen Unterkunft zu machen.

Gemeinsam mit den Waldstetter Wäschgölten ist jetzt der Neubau eines Vereinsheims in Waldstetten geplant. Corona spielte den Pfadfindern zumindest so in die Hände, dass Gruppentreffen derzeit sowieso nicht möglich sind. Um die Mitglieder „bei der Stange zu halten“ und auch weiterhin die Gemeinschaft zu pflegen, haben sich die Pfadis zu Online-Programmen für die Kleinen, die Wölflinge, entschieden, erzählt Stammesführer Frieder Eißmann. Ein Programm mit verschiedenen Aktionen, wie gemeinsames Kochen, Spielen oder Basteln, soll den Kleinen etwas Abwechslung in den Alltag bringen. „Die Umsetzung klappt hervorragend“, lobt der Stammesführer, der aber eine gewisse „PC-Müdigkeit“ bei den Kids bemerkt. „Online-Unterricht und dann noch Online-Gruppentreffen ist manchen Kleinen zu viel.“ Die Einhörner werden trotzdem nicht müde, die Angebote aufrecht zu erhalten, aber „es ersetzt unsere sonstigen vielfältigen Aktionen nicht“, sagt Eißmann. Schmerzlich vermisst werden die wöchentlichen Gruppentreffen, bei denen das Gemeinschaftsgefühl gefördert wurde, viel in der freien Natur wurden handwerkliche Arbeiten ausgeführt und ganz nebenbei noch „Eigenverantwortung gelernt“.

Die Wochenenden und Ferienfreizeiten, wie das Zeltlager an Pfingsten, fehlen den Pfadfindern zusätzlich. Die aktiven Waldstetter Einhörner sind unterteilt in die „Wölflinge“ und „Sipplinge“ als junge Erwachsene steigen die Mitglieder zu den Rangern und Rovern, der „RR-Staffel“ auf. Die Ranger und Rover zeigen sich verantwortlich für das Organisieren von Zeltlagern und Aktionen und, jetzt aktuell, den Neubau des Vereinsheims und haben sich damit „Großes auf die Fahnen geschrieben“. Das Projekt muss finanziert werden, Spendensammlungen wie vor Corona sind nicht möglich, einige der Ranger und Rover sind damit beschäftigt Gelder über Mitglieder, Freunde und Gönner zu generieren, die Kreissparkasse unterstützt das Projekt mit „Gut für die Ostalb“. Andere Mitglieder sind verantwortlich für die Suche nach Firmen, die die Pfadfinder beim Bau unterstützen, Angebote liegen bereits vor, „diese werden jetzt geprüft“. Trotzdem ist viel Eigenleistung gefragt. Hier profitieren die Pfadfinder und die Wäschgölten vom „Synergieeffekt“: „Wir unterstützen uns mit dem jeweiligen Know-how und der Manpower“, lobt Eißmann. Zu den „Geldsorgen“ kommen jetzt erschwerend die rasant steigenden Preise für Baumaterialien hinzu, „nicht nur die Rohstoffpreise steigen, auch die Lieferzeiten werden immer unsicherer“. Eile sei jetzt geboten, meint Frieder Eißmann, je länger die Ausführung des Vorhabens dauert, umso teurer wird das Ganze. Die Herausforderung, die Mitglieder bei der Stange zu halten und gleichzeitig einen Neubau planen sei enorm, meint Eißmann, aber „an den Herausforderungen wachsen wir“. aro

Unter www.gut-fuer-die-ostalb.de/projects/72800 freuen sich die Pfadfinder Waldstetten über Spenden.

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