Wo Pflanzen und Tiere profitieren sollen

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Es tut sich was am Pfahlbronner Ortseingang: Direkt neben dem bisherigen Pennymarkt soll bis zum Sommer ein Neubau für denselben Discounter entstehen, die Erdarbeiten laufen nun.
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Der Penny-Neubau in Pfahlbronn soll im Sommer eröffnen, ein halbes Jahr später der Vollsortimenter in Alfdorf. Der verbrauchte Grund erfordert Ausgleichsflächen für die Natur.

Alfdorf-Pfahlbronn

Sichtbar tut sich nun etwas in Sachen Nahversorgung in Pfahlbronn. Neben dem Pennymarkt türmen sich die Dreckhaufen. Die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau des Discounters laufen. Der Investor habe nun eine Teilfreigabe für die Erdarbeiten, sagt Wolfgang Fauth, Fachbereichsleiter Planen & Bauen bei der Gemeinde Alfdorf.

Die komplette Baufreigabe, der „rote Punkt“, sei angesichts einiger noch fehlender Unterlagen nur noch Formsache. Bis zum kommenden Sommer soll der neue Discountmarkt fertiggestellt sein. Ein halbes Jahr später soll auch der Vollsortimenter am östlichen Alfdorfer Ortseingang für Kunden öffnen, nennt Fauth das anvisierte Datum für den neuen Rewe im Ort, der den Lebensmittelmarkt am westlichen Ortsende ersetzen soll.

„Eine sehr zähe Sache“ kommt damit nun zu einem guten Ende, sagt Fauth. Schwierig und langwierig hat das Vorhaben zum einen die Lage Alfdorfs gemacht. Als Kleinzentrum in der Region Stuttgart musste die Gemeinde erst einmal ein so genanntes Zielabweichungsverfahren durchlaufen, denn einen Vollsortimenter plus einen Discounter sieht der Regionalplan für die Gemeinde Alfdorf nicht vor. Es ging dabei insbesondere um die Frage, ob die Kaufkraft ausreicht, ohne dabei die vergleichbaren Geschäfte in umliegenden Gemeinden zu gefährden. Ein weiterer Aspekt: Die Verkehrswege müssen passen. So benötigt der neue Vollsortimenter am östlichen Alfdorfer Ortseingang eine Linksabbiegespur. Wie lang die sein muss, hänge davon ab, ob sie inner- oder außerorts liege, erklärt Fauth. Das Ortsschild um einige Meter zu versetzen könnte beispielsweise eine Lösung sein, um mit dem zur Verfügung stehenden Platz klarzukommen. Und weil es dabei um eine Landesstraße geht, ist das nicht Hoheitssache der Gemeinde.

Was nun auch in Gang kommt: die Ausgleichsmaßnahmen, die die Gemeinde dafür schaffen muss, dass für die beiden Bauprojekte Gelände versiegelt wird. Für den Penny sei das eine aktuell als Weide genutzte Fläche auf Höhe der Abzweigung Richtung Lorch zwischen Alfdorf und Pfahlbronn, erklärt Fauth. „Oft sind das Feldlerchenfenster.“

Vielfältig aufwerten

An dieser Stelle jedoch soll das Gelände vielfältiger ökologisch aufgewertet werden. 24 Obstbäume sollen gesetzt werden, außerdem soll ein Teil des Geländes kleingärtnerisch genutzt werden und etwa mittels Blühpflanzen für Insektenvielfalt gesorgt sein. Dazu schließe die Gemeinde mit dem Grundbesitzer einen Vertrag ab und stelle die nötigen Mittel zur Verfügung.

Zur Ausgleichsmaßnahme für den neuen Vollsortimenter hatte Fauth die Idee, den Feuersee bei Alfdorf wieder einmal ausbaggern zu lassen. Den südlichen Teil des Sees bewirtschaften die Angler, der nördliche dient als Biotop und ist „stark verlandet“. In Abstimmung mit dem Umweltamt sollen bereits im Januar oder Februar die Bäume rund um den See ausgelichtet werden, damit dieser wieder mehr Licht bekommt.

Ab kommenden September könnte der See dann ausgebaggert werden, damit das Gewässer wieder verschiedene Niveaus bekommt und sich in den Bereichen unterschiedlicher Wassertiefe Fische wie auch Frösche und weitere Tierarten wohlfühlen können. „Das soll dauerhaft sein“, sagt Fauth. Dass der See ausgebaggert werden muss, sei etwa alle 20 bis 25 Jahre nötig.

Eine sehr zähe Sache.“

Wolfgang Fauth,, Gemeinde Alfdorf

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