Pilotprojekt soll Alfdorfer Rufbus ersetzen

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Gemeinde Alfdorf macht mit bei Pilotprojekt, bei dem Kleinbusse noch spät ins Hinterland fahren.

Alfdorf. Auch spätabends noch von Alfdorf zum Beispiel nach Vordersteinenberg mit den Öffentlichen fahren zu können – das soll ab Sommer 2023 wieder möglich sein. Denn der Gemeinderat hat entschieden, an einem Pilotprojekt des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) teilzunehmen.

Dabei geht es um sogenannte On-Demand-Fahrten, bei denen es keine festgelegte Linie oder einen Fahrplan gibt. Vielmehr meldet der Nutzer eine Fahrt auf einer Buchungsplattform an, also über eine App beispielsweise. Diese App informiert dann, ob die Strecke mit einer bestehenden Buslinie bewältigt werden kann. Falls nicht, erhält man innerhalb einer halben Stunde einen Standort in der Nähe genannt, an dem man von einem Fahrzeug abgeholt wird. Danach geht’s entweder direkt zum Ziel oder zu einer Haltestelle, an der Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) besteht.

Täglich von 18 bis 24 Uhr

Die Fahrten dürfen im Schwäbischen Wald auf und zwischen den Ortsgebieten von Alfdorf, Welzheim und Kaisersbach stattfinden, und zwar täglich von 18 bis 24 Uhr.

„Das Angebot soll keine Konkurrenz zum ÖPNV sein, sondern diesen ergänzen“, erklärte Bürgermeister Ronald Krötz. Für eine flächenmäßig sehr große Gemeinde wie Alfdorf sei das eine riesige Chance, um alle Bereiche ans Verkehrsnetz anzubinden. Er verwies darauf, dass mit dem Pilotprojekt der Wegfall des Ruftaxis kompensiert werden könne. Dieses Angebot, das spätabends und am Wochenende im Rems-Murr-Kreis angeboten wird, ist in Alfdorf wegen zu geringer Nachfrage eingestellt worden. Das Pilotprojekt starte im Sommer 2023 und daure bis Ende 2024. „Dann wird die Nachfrage ausgewertet.“ Alle drei Kommunen müssen ihre Teilnahme zusagen und die Kosten gemeinsam tragen. Aus Alfdorfs Gemeindekasse würden 17 000 Euro fällig.

Zu wenig fürs Hinterland?

Prinzipiell begrüßten alle Rätinnen und Räte das Projekt. Martin Klein hinterfragte aber beispielsweise, warum nur bis 24 Uhr gefahren werde. „Das ist fürs Hinterland zu wenig.“ Ob man in dem Fall die Nutzerzahlen bekomme, die man sich wünscht, bezweifelte auch Christian Bareiß. Der Kritikpunkt löste sich auf, als klar wurde, dass reguläre Busse nur bis 23.30 Uhr in Alfdorf ankommen. „Später weiterzufahren, macht also gar keinen Sinn“, stellte Sascha Kühne fest.

Andrea Kolckmann kritisierte, dass keine Anbindung bis Lorch oder Schwäbisch Gmünd geplant sei. „Genau das fehlt den Jugendlichen doch.“ Gerade bis Gmünd sei eigentlich die wichtigste Strecke, und die fehle. Das Ruftaxi sei bis Lorch gefahren.

Bürgermeister Krötz erklärte, dass an den Rahmenbedingungen fürs Pilotprojekt nichts zu machen sei. Er spiegele die Kritik an den Anbieter zurück. „Ich werbe aber dafür, es auf den Versuch ankommen zu lassen.“ Bei drei Enthaltungen stimmte das Gremium zu. Nun stehen noch die Entscheidungen von Welzheim und Kaisersbach aus.

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