Schnelles Netz für Haushalte auf der Gemarkungsgrenze

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Damit die Angehörigen von 27 Haushalten im Hellershof nicht zusehen müssen, wie die Gemeinde Kaisersbach quer über die Straße Breitband verlegt, werden sie berücksichtigt, wo die Gemarkungsgrenze wie im Birkhofweg mitten durch Straßen geht.
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27 Haushalte in Hellershof profitieren beim Anschluss mit Glasfaser von der im Ort verlaufenden Grenze zu Kaisersbach.

Alfdorf-Hellershof

Das schnelle Internet fürs Sandland rückt nun in greifbare Nähe, darauf deuten ein Aufruf im Amtsblatt und die Ankündigung der Alfdorfer Verwaltung hin, die betreffenden Haushalte im Hellershof per Brief zu informieren. Allerdings wird der Weiße Fleck dort zunächst nur kleiner, bevor er ganz verschwinden kann. Der Hintergrund: „Kaisersbach ist einen Tick schneller“ dabei, Glasfaser in die  auf seiner Gemarkung unterversorgten Gebiete zu verlegen, sagt Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz.

Hätte die Alfdorfer Verwaltung nicht reagiert und einen Vertrag zu einem gemeinsamen Vorgehen mit Kaisersbach abgeschlossen, hätte so mancher im Hellershof zusehen müssen, wie direkt vor seiner Nase Glasfaser verlegt wird, ohne davon profitieren zu können. Das liegt daran, dass die Weiler Birkhof und Schillinghof weitgehend zu Kaisersbach gehören - aber eben nicht ganz. Der Birkhofweg etwa liegt im vorderen Bereich auf Gemarkung Alfdorf, im hinteren auf Gemarkung Kaisersbach, gleichermaßen betroffen ist auch die Gschwender Straße, erklärt Alfdorfs Ortsbaumeister Henry Maurer.

So können sich bereits jetzt 27 Alfdorfer Haushalte im Hellershof bis zum 31. Mai entscheiden, ob sie einen Glasfaser-Hausanschluss  wollen. Wer sich nicht innerhalb dieses Zeitraums für das Förderprojekt registriere und sich erst danach für einen Anschluss entscheide, müsse mit Kosten von mindestens 800 Euro rechnen, die in diesem Fall die Telekom in Rechnung stelle.

Drei bis sechs Monate gebe die Telekom als Bauzeit für den Ausbau im Sandland an, heißt es im Amtsblatt. Bürgermeister Krötz hofft, dass die 27 Haushalte auf Alfdorfer Gemarkung bis Ende des Jahres über Glasfaser bis ans Haus verfügen.

Rund 500 weitere Haushalte

Alle anderen, die noch auf Weißen Flecken wohnen, brauchen etwas mehr Geduld. Bereits bewilligt sind die Förderanträge. Mit Kosten knapp über 6 Millionen Euro sei je nach Ausschreibungsergebnis zu rechnen, sagt Krötz. Bund und Land übernehmen 90 Prozent der Kosten, die restlichen zehn Prozent trägt die Gemeinde Alfdorf. Das Ausschreibungsverfahren laufe gerade, sagt Krötz. Ist das abgeschlossen, werde der Ausbau in den nächsten Jahren laufen. Betroffen seien weitere rund 500 Adressen in der Peripherie von Alfdorf. „Fast alles“ außer Alfdorf, Pfahlbronn, Brech und dem Haghof sei, was schnelles Internet betrifft, derzeit unterversorgt, sagt Krötz.

Dieser Teil des Ausbaus auf Alfdorfer Gemarkung läuft zusammen mit dem Zweckverband Breitbandausbau Rems-Murr.

Funkmast kommt mit Ausbau

Versorgt werden dann auch die restlichen Haushalte im Hellershof. Dann soll auch der dort vorgesehene Funkmast gebaut werden. Die Telekom als Betreiber verzichte mit diesem Vorgehen darauf, den Mast nachträglich ans Glasfasernetz anschließen zu müssen, was „langfristig sinnvoll“ sei, erläutert Krötz. Kurzfristig hätte der Funkmast den Hellershöfern dazu dienen sollen, die schlechte Internet- und Mobilfunkversorgung zu verbessern. Das muss nun noch eine Weile ohne gehen. Die Rückmeldungen dazu seien unterschiedlich, sagt Krötz, „bei den einen klappt's, bei anderen nicht.“

Weiße Flecken sind Gebiete, die keine Breitbandversorgung von mindestens 30 Mbit pro Sekunde im Download aufweisen und in denen kein Anbieter den Ausbau binnen drei Jahren angekündigt hat.

Kaisersbach ist einen Tick schneller.“

Ronald Krötz,, Bürgermeister

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