Spezialfahrzeug für die Großfamilie

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Merle und Hedi mit ihrem Drillingsbruder Janne.
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„Füreinander Alfdorf“ ist ein neu gegründeter Verein. Durch Spenden werden örtliche Hilfsprojekte unbürokratisch und gezielt unterstützt.

Alfdorf

Das Mosaik, das alle Alfdorfer Vereine bilden, ist um einen funkelnden Stein reicher. Am Mittwoch präsentierte sich im Sitzungssaal des Rathauses der neue, gemeinnützige Verein „Füreinander Alfdorf e.V.“. Vorsitzender Werner Brauer und einige der 15 Gründungsmitglieder erklärten mit Bürgermeister Ronald Krötz das Vereinsziel.

Es werden Projekte unterstützt, in denen es „um Menschen geht, die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind“, erklärte Brauer. Dem einstigen Geschäftsführer und Vorstandsmitglied eines amerikanischen Konzerns standen zur Gründung und zum Anerkennen der Gemeinnützigkeit Profis zur Seite. So konnte in Windeseile der Verein aus der Taufe gehoben werden. Die Gemeinnützigkeit wurde seitens des Finanzamts anerkannt, wie Gattin Gisela Brauer beschrieb. Sie zeigte sich begeistert von der großen Tatkraft, die unentgeltlich seitens eines Steuerberaters und eines Juristen an den Tag gelegt worden war. Bislang konnte alles so umgesetzt werden, dass keine Rechnung geschrieben wurde. Was dem Vorsitzenden des Vereins „Füreinander Alfdorf“ auch wichtig ist. Schließlich will man Projekte unterstützen – und nicht die Bürokratie. Diese sollen unbürokratisch umgesetzt werden, kündigte er das Ansinnen des Vereins an.

Das erste Projekt

Mit am Tisch bei der Vereinspräsentation saßen auch Alfdorfs Gemeinderätin Andrea Kolckmann, Horst Tausz als zweiter Vorsitzender sowie Dr. Carsten Brauer. „Mein Sohn und meine Stütze“, wie Brauer senior bekräftigte. Aktuell wird die Internetpräsenz des Vereins initiiert, ein Logo gibt es bereits. Was es auch gibt, ist ein erstes Projekt, für das der Verein zu Spenden aufruft. „Diese werden dann eins zu eins weitergegeben“, versichert der Vorsitzende des neuen Vereins.

In dem ersten Projekt geht es um die beiden vierjährigen Mädchen Hedi und Merle. Sie wachsen in einem Alfdorfer Teilort gut behütet in einer insgesamt achtköpfigen Familie auf. Mutter Saskia Scheib und Vater Michael Jany beschrieben, wie Hedi und Merle gemeinsam mit Bruder Janne als Drillinge viel zu früh auf die Welt kamen. „Zu Beginn sah alles gut aus, es schien alles in Ordnung zu sein“, erinnerte sich Mutter Saskia. Doch es zeigte sich, dass die beiden Mädchen wohl durch die Frühgeburt an einer schweren Cerebralparese, einer spastischen Lähmung, am ganzen Körper leiden. Fakt sei, dass beide auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Sie werden nie selbstständig laufen können. Demnächst stehe wieder eine Operation an, die Fehlstellungen an den Beinen und der Hüfte korrigieren soll. „Organisatorisch kommt somit auf die achtköpfige Familie eine sehr herausfordernde Zeit zu“, nahm der Vorsitzende den Faden auf. Schließlich braucht man ein Fahrzeug, in dem es Platz für die Eltern und alle sechs Kinder gibt. Inklusive zweier Rollstühle. Werner Brauer macht deutlich, dass ein Fahrzeug in dieser Dimension, mit den richtigen Umbauten, um die 80 000 Euro kostet. Eine Summe, die die Familie allein nicht aufbringen kann. Zumal man in den vergangenen Jahren sein kleines Bauernhaus mit viel Selbstinitiative saniert und umgebaut hat.

Daher werden nun Spendenwillige aufgefordert, Hede und Merle so zu unterstützen, dass es für das Fahrzeug reicht. „Jeder Cent zählt“, verdeutlichte Horst Thausz.

Zum Verein: Wer sich über den neuen Verein und das erste Projekt kundig machen möchte, erhält Information unter Tel. 0172 1304552. Spendenkonto: Stichwort „Hedi und Merle“, KSK Waiblingen, IBAN DE75602500100015192305, „Füreinander Alfdorf“.

Einige Gründungsmitglieder von "Füreinander Alfdorf ev." mit dem Ehepaar Scheib-Jany.

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