80 Kilometer auf dem Prüfstand

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Die Stadt Lorch lässt ihr Kanalnetz prüfen. Es werden Schäden in Höhe von fünf Millionen Euro erwartet.

Lorch. Kanalrohre mit insgesamt 80 Kilometer Länge liegen im Lorcher Untergrund. Diese sollen vom Büro LK&P aus Mutlangen bis zum Jahr 2028 überprüft werden, entschied der Lorcher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Ingenieur Frank Biekert erzählte dem Gremium, um was es geht.

Die Stadt stehe in der Pflicht, ihre Abwasseranlagen regelmäßig zu überprüfen. Und zwar auf zwei Merkmale hin: „Zum einen auf Gebrauchstauglichkeit.“ Hydraulik und Durchmesser müssten so gewählt sein, dass das Abwasser gut fließt. „Das wurde für Lorch nachgewiesen.“ Nämlich im Allgemeinen Kanalnetzplan, den der Kreis für Lorch im Jahr 2012 genehmigte. Die Eigenkontrollverordnung, um die es jetzt geht, ziele auf das zweite Merkmal, das ein Kanal erfüllen muss: „Einen guten baulichen Zustand.“

300 Euro pro Meter

Ob den alle Rohre vorweisen, werde nun nach und nach überprüft. Das dauere wohl bis ins Jahr 2028. Die Kosten für die Kanalbefahrung, deren Vorbereitung und Auswertung sowie die Ausarbeitung von Plänen koste rund 80 000 Euro im Jahr, so die Verwaltung. Dafür erteilte der Lorcher Gemeinderat einstimmig Biekerts Büro den Auftrag, laut Vorlage zumindest für das Jahr 2022.

Sollte ein Rohr Schäden aufweisen, plädierte der Ingenieur dafür, den Kanal nicht auszutauschen. „Sondern von innen zu sanieren.“ Das sei die Vorgehensweise der Zukunft, die Ressourcen spare und nur etwa ein Zehntel so viel koste wie ein Austausch. „Etwa 300 Euro pro Laufmeter.“ Weil erfahrungsgemäß mindestens 20 Prozent eines Kanalnetzes beschädigt sei, müsse Lorch wohl mit etwa fünf Millionen Euro Sanierungskosten in den kommenden zehn Jahren rechnen. ⋌Cornelia Villani

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