Alarmplan mit guten Leuten empfohlen

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Hans-Peter Sieg vom Wasserverband gibt Tipps zu Starkregen in Lorch.

Lorch. Vier von neun Rückhaltebecken im Remstal sind realisiert, ein weiteres war fertig geplant, wurde nun aber gestoppt: „Der nächste Schritt in Sachen Hochwasserschutz sind eine neue Flussgebietsuntersuchung und neue Hochwassergefahrenkarten“, erzählte Hans-Peter Sieg im Lorcher Gemeinderat. Der technische Geschäftsführer des Wasserverbands Rems berichtete, was der Verband in Sachen Hochwasserschutz speziell für Lorch tut und empfiehlt.

Ein gemeinsames Starkregenrisikomanagement aller Rems-Gemeinden sei das Ziel, sagte der 57-Jährige. Gmünd und Weinstadt seien in der Entwicklung schon weiter, man arbeite nun daran, dass alle ins Boot kommen. Bei Starkregen gehe es hauptsächlich um die örtlichen Seitenflüsse der Rems. „Wofür nicht der Wasserverband, sondern die jeweiligen Gemeinden selbst verantwortlich sind.“

Wichtig sei, rechtzeitig gewarnt zu werden. Ein Mittel dazu könnten Pegel sein: „Alle Gemeinden sollten an ihren kritischen Seitenzuflüssen und an der Rems den örtlichen Pegel haben.“ Gemeint ist eine Ultraschallmessung mithilfe einer Webcam.

Pegel warnen frühzeitig

„Dadurch wird die Gemeinde automatisch ab einem bestimmten, kritischen Pegel informiert und weiß, jetzt muss man handeln.“ Drei Pegel werde der Verband probehalber in Lorch anbringen, am Götzen- und am Aimersbach sowie an der Rems. Von einer Viertelstunde Vorwarnzeit „vor der großen Welle“ spricht Sieg.

Noch früher könne es in der Zukunft über virtuelle Regenschreiber möglich sein. Diese berechnen aufziehende Regengebiete vorab, wodurch punktgenau gehandelt werden könne. Bis zu einer halben Stunde Vorlauf sei dann womöglich gewonnen.

„Gut und schön“, meinte Dr. Dietmar Hermann (CDU), „aber das Wasser kommt ja trotzdem“. Könne Sieg Lorch konkret helfen, weitere Lösungen für die Starkregen-Problematik zu finden? „Ich unterstütze sehr gerne“, antwortete Sieg und erläuterte, dass Rückhaltebecken an den Seitenflüssen wie am Götzental nicht zu realisieren sind. Sinnvoller seien natürliche Barrieren oder Sammelstellen für Wasser am Oberlauf des Baches. „Am besten wäre ein sinnvoller Alarmplan mit guten Leuten, die sich in der Stadt auskennen“, empfahl Sieg. In den kommenden zwei Jahren werde eine Starkregenkarte erstellt, worauf eine Risikoanalyse durchgeführt wird, die in einem Handlungskonzept mündet. „Warten wir auf diese Ergebnisse, danach sehen wir klarer.“ Cornelia Villani

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