Alte Stadt, neue Einsichten

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Kulturfahrrt Staufer in Frankfurt am 30.3. 2022 nach Feankfurrt am Main

Der Freundeskreis Kloster Lorch hat sich auf die Suche nach Spuren der Staufer gemacht – dieses Mal in Frankfurt

Lorch. Zwei Jahre lang nichts – und dann Frankfurt? Eigentlich lädt der Freundeskreis Kloster Lorch jährlich einmal zu einer Tagesfahrt ein. Nachdem diese im letzten Jahr abgesagt werden musste, stand zunächst die Fortführung der von Gudrun Haspel begründeten Tradition in Frage. Als Ziel wurde schließlich Frankfurt am Main gefunden.

Und die Überraschung glückte, wie aus dem Bericht der Lorcher Klosterfreunde hervorgeht, denn die Handels- und Messestadt fußt historisch auf Bauten und Privilegien, die auch auf die staufischen Herrscher zurückgehen. So wurde etwa Heinrich Berengar, Sohn von König Konrad III., als dessen Mitregent 1147 im St. Bartholomäusdom in Frankfurt zum deutschen König gewählt. Nach dem Tod Heinrichs wählte man am 4. März 1152 Friedrich von Staufen, später Kaiser Friedrich I., in Frankfurt zum deutschen König. Stolz verweist man in Frankfurt auf das Privileg, Messen abhalten zu dürfen, das aus der Zeit der staufischen Herrschaft stammt, ebenso wie der Status als unabhängige Bürgerstadt.

Es war eine Fülle von neuem Wissen und Einzelheiten, die die Lorcher Klosterfreunde bei der kurzen Stadtführung erhielten. Rot gefärbte Holzbohlen etwa sollten auf dem Weg vom Dom zum Frankfurter Rathaus Füße der Menschen und Hufe der Pferde vor dem Schmutz der Straße schützen, wenn nach der Königswahl Fürsten und Bischöfe dem Gewählten im Frankfurter Römer huldigten.

Unvermutet standen die Lorcher Besucher dann in einem Museum an der Kaimauer des ältesten Mainhafens der Stadt. Eher zufällig waren die Reste des Hafens aus staufischer Zeit vor zehn Jahren entdeckt worden. Zur Zeit König Philipps von Schwaben, um 1200, wurde die Kapelle am Saalbau erbaut – und lohnt bis heute den Besuch.

Streiten hingegen darf man über die Gestaltung der „neuen Altstadt“ mit Häusern, die erst wenige Jahre alt sind, aber den Anschein eines historischen Ensembles erwecken.

Spuren staufischer Könige und Kaiser, Erinnerungen an die deutsche Demokratiebewegung in der Paulskirche, Wirtschaft und Handel, Banken und Gärten: In Frankfurt findet sich Altes und führt zu immer wieder neuen Einsichten.

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