Anstelle der Feier gibt's eine Filmserie

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Rektorin Ana Fritz (rechts) und Konrektorin Heike Frank zeigen Basteleien, die Schülerinnen und Schüler anlässlich des 60. Geburtstags der Lorcher Stauferschule gefertigt haben.
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Die Lorcher Stauferschule feiert in diesem Jahr 60. Geburtstag. Rektorin Ana Fritz hat dazu eine Sondersendung der Schulvideo-Reihe „Staufi-TV“ gedreht, die ab 28. Juli zu sehen sein wird.

Lorch

Auf dem schwarz-weißen Foto steht ein Rednerpult samt viel Blumenschmuck neben einer geöffneten Flügeltür. Vier Männer sind zu sehen, einer spricht, die anderen sehen wohlwollend lächelnd zu. Wer sich auf dem Gelände der Lorcher Stauferschule auskennt, erkennt in der Flügeltür den mittleren Eingang zum südlichen Bau der Schule. Die Szene auf dem Foto fand am 25. März 1961 statt, als die neu gebaute Schule feierlich eingeweiht worden war.

„Ohne Corona hätten wir im März Jubiläum gefeiert“, sagt Rektorin Ana Fritz. Nun fallen die Feierlichkeiten aus. Allerdings ist es Fritz und Konrektorin Heike Frank gelungen, das Beste aus der Situation zu machen. „Jede Klasse hat sich etwas zum 60. Geburtstag der Schule ausgedacht.“ Die einen bemalten Tragetaschen mit bunten Jubiläumslogos. Andere bastelten große, verzierte Kerzen aus Papier, die nun in den Fenstern des „Geburtstagskindes“ hängen. „Manche Klassen haben sich Lieder ausgedacht, andere haben Reime gedichtet.“ All diese kreativen Ergüsse sollen ab 28. Juli in einer besonderen Ausgabe von „Staufi TV“ zu sehen sein. Gemeint ist die Reihe von Videos, die Fritz und Frank seit den Schulschließungen regelmäßig drehen und ins Internet stellen. „Im Video wird es auch Szenen aus dem historischen Schulfilm geben.“ Ana Fritz erzählt vom Fund einer Filmrolle vor etlichen Jahren, auf der unter anderem Szenen vom Bau der Schule zu sehen sind. Zum 50-Jahr-Jubiläum hatte die Schule den Film der Öffentlichkeit gezeigt.

Auch im Lorcher Stadtarchiv gibt es Aufnahmen von damals. Etwa die Einweihungsszene mit den vier Männern am Rednerpult, dem damaligen Bürgermeister Lorchs, Walter Frank, Schulrektor Otto Mayer sowie den Architekten des Neubaus, Günter Behnisch und Erhard Tränkner. „Wir waren eine der ersten Schulen, die Behnisch gebaut hat“, sagt Rektorin Fritz stolz. Der bekannte Architekt sorgte wenig später mit seinen Gebäuden auf dem Lorcher Schäfersfeld für einen Wendepunkt im deutschen Schulbau. „Das Flachdach war damals neuartig und hochmodern“, hat Fritz recherchiert. Sie fand auch heraus, dass sich der Gemeinderat 1958 einstimmig zum Bau der Schule entschloss, da die Schülerzahlen das Platzangebot sprengten. Auch im Heimatbuch Lorch steht, dass die 1892 erbaute Schillerschule, das heutige Bürgerhaus, nicht mehr ausgereicht habe und Ausweichräume gesucht werden mussten. Als auch die Presse die Raumnot kritisch behandelte, fanden 1953 die ersten Gespräche über einen neuen Schulstandort statt. Nach dem Spatenstich am 15. Juni 1959 und dem Richtfest am 27. November dauerte es noch eineinhalb Jahre bis zur Einweihung 1961.

Damals allerdings noch nicht als reine Grundschule. Bis zum Neubau der Hauptschule auf dem Schäfersfeld 1982 waren hier Kinder bis Klasse 9 untergebracht. Im Mai 1983 zogen schließlich die Lorcher Grundschüler ein, vorher waren diese in der Schillerschule und Mörikeschule unterrichtet worden. „Ich erinnere mich noch an den Umzug in die Stauferschule“, sagt Ana Fritz, die damals in die Mörikeschule ging, „das war spannend und aufregend zugleich“. Da die Lorcherin nun ihre alte Schule leitet, liegt ihr auch die Wertschätzung des Jubiläums sehr am Herzen. „Ich würde mich freuen, wenn ich für die Geburtstagsfolge noch Grußworte aus dem Rathaus oder vom Gemeinderat bekommen könnte.“

Die „Staufi TV“-Folgen finden sich unter youtube.de, einfach „Staufi TV“ eingeben und suchen. Die Jubiläumsfolge gibt es ab 28. Juli online.

Jede Klasse hat sich etwas zum 60. Geburtstag der Schule ausgedacht.“

Ana Fritz,, Rektorin

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