Bis zum Eislaufspaß fehlt noch viel

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Ein Hauch von Eis auf dem einen, eine Schneerand am anderen: Noch längst keine Eisbahnen sind die Seen in Waldhausen (oben) und Plüderhausen (unten).

Am Wochenende soll es wieder kälter werden. Kalt genug, damit die Seen in Lorch-Waldhausen und Plüderhausen zufrieren und zum Eislaufen einladen?

Lorch/Plüderhausen

Hauchzart mit Eis überzogen liegt der Plüderhäuser See am Donnerstag da. Beim Einstieg am Steg sind Eisstücke weggebrochen und verteilen sich auf der kalten Fläche. Jedes kaum zwei Zentimeter dick. "Am vergangenen Sonntag waren dort noch Schwimmer im Wasser", sagt Bürgermeister Andreas Schaffer. Er habe Fotos von einer Frau gesehen, die im Wasser solche kleinen Eisschollen in der Hand hält. "Da fehlt also noch viel bis zu einer tragbaren Eisschicht."

Dass der Plüderhäuser See zufriert und dann für zahlreiche Eissportler ein beliebtes Ziel darstellt, ist keine Seltenheit. Das letzte Mal, an dem an mehreren Tagen die Schlittschuhe genutzt werden konnten, war im Winter vor vier Jahren. "Wir wissen aus Erfahrung, was es braucht, damit es tragfähiges Eis gibt", sagt der Plüderhäuser Schultes. Das Mindeste seien drei bis vier Tage, an denen die Temperatur deutlich unter null Grad fällt. "Man muss schon von minus 7 bis 15 Grad ausgehen." Die ein oder zwei Nächte, die es bisher so kalt gewesen sei, hätten nicht gereicht. "Aber am kommenden Wochenende soll wieder eine Kältefront kommen." Wie bereits jetzt schon, würden dann Seewart Martin Dannenhauer und Vollzugsbeamtin Heike Adam den Zustand des Sees überprüfen. "Wir geben die Eisfläche erst frei, wenn sie wenigstens zehn Zentimeter dick ist", sagt Schaffer.

Seine Amtskollegin Marita Funk in Lorch hat sich noch nicht mit dem Thema beschäftigt. "Ob der See in Waldhausen zum Eislaufen genutzt werden könnte, haben wir bisher nicht auf dem Schirm gehabt", sagt die Lorcher Rathauschefin. Tatsächlich ist der Waldhäuser See aktuell zwar am Ufer mit ein wenig Schnee gesäumt. Eis lässt sich aber nicht wirklich an der Wasseroberfläche erkennen.

"In den dreieinhalb Jahren, die ich bei der Verwaltung bin, war der See nicht zugefroren", sagt Ordnungsamtsleiterin Susanne Martin. In den Unterlagen ihres Vorgängers habe sie Informationen gefunden, nach denen es vor etwa zwanzig Jahren Eis auf dem beliebten Badesee gegeben habe. "Ganz früher wurden wohl auch Probebohrungen im Eis gemacht."

Man muss schon von minus 7 bis 15 Grad ausgehen.

Andreas Schaffer, Bürgermeister

Außerdem habe sie Besprechungsprotokolle mit dem Landratsamt entdeckt, bei denen es um die grundsätzliche Freigabe des Sees zum Eislaufen gegangen sei. "Sollte der See zufrieren, geben wir ihn nicht offiziell frei", betont Martin. Dann würden Schilder am Ufer aufgestellt, nach denen das Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr geschehe. Verboten sei allerdings das Nutzen der Eisfläche im östlichen Seebereich, dort, wo auch das Schwimmen nicht zulässig ist. "Wegen der Fischbestände."

Sollte die Kälte kommen und die Seen zufrieren, steht heutzutage die Brisanz im Raum, dass sich Menschen beim Freizeitvergnügen zu nahe kommen. Damit beschäftigen sich auch die Verwaltungen von Plüderhausen und Lorch. "Ich denke, wenn die Leute zueinander Abstand halten, haben wir kein Problem", sagt Bürgermeister Schaffer. Wie im Sommer auch müssten Polizei und die Ordnungsbehörde der Gemeinde Sorge tragen, dass die Regeln eingehalten werden. So sieht das auch Susanne Martin vom Lorcher Ordnungsamt. "Zur Not muss man im letzten Schritt überlegen, ob man den See sperrt."

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