„Bist du nicht müde, lieber Gott?“

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13 Mädchen und Jungen haben in Lorch einen ganzen Gottesdienst abgehalten.

Lorch. Der Junge im Film verschwindet, statt seiner ist plötzlich ein Stofftier zu sehen. „Warum sitzt da ein Elefant?“, ruft eine Stimme unter Gelächter im Hintergrund. Um gleich darauf wieder ernst zu werden: „Warum glaubst du an die Liebe? Warum willst du manchmal allein sein? Warum denkst du an Gott?“ Das Fragewort „Warum“ prägte die Predigt der 13 Jugendlichen, die am Sonntagabend in Lorch einen ganzen Gottesdienst ausgerichtet haben. Samt Film, viel Musik und lebensnahen Gedanken.

Rund 50 Menschen erlebten in der Lorcher Stadtkirche, wie die Jungen und Mädchen aus Lorch, Waldhausen und Weitmars Fürbitten, Predigt und Gebete vortrugen. Und zwar mit viel Selbstbewusstsein, Glauben und offenkundigem Gespür dafür, was Jugendliche an Kirche und Gott interessiert.

Hat Gott Antworten?

So fragten Luisa Schwarz, Louisa Peischl, Emma Rehfeld und Annabell Heide in ihrer abwechselnd vorgetragenen Predigt Gott: „Hast du eine Antwort auf all unsere Fragen?“ Sie würden begreifen wollen, wer sie sind. „Und ob ich mich richtig verhalte und okay bin, so wie ich bin.“ Von Gott könne eine Antwort kommen, der sie glauben würden. Aber sei es nicht verrückt, dass man an Gott glaube, obwohl man ihn noch nie gesehen habe? „Ich kenne dich gar nicht, trotzdem glaube ich an dich.“ Ob Gott dieser Druck, dass sich so viele Menschen an ihn wenden, nicht müde mache? Und obwohl man nur einer von vielen sei: „Hast du mich lieb?“ Nicht zuletzt möchten sie „danke“ sagen: „Für all die Wunder, die ohne dich nicht möglich sind.“

Kurzweilig und treffend waren die Beiträge formuliert. Ebenso die Fürbitten, in denen um weniger Beschränkungen und mehr Frieden für alle gebeten wurde. „Die Jugendlichen haben alles selbst geschrieben“, erzählte Christof Messerschmidt im Vorfeld. Zwar habe der Lorcher Pfarrer in einer Art Schreibwerkstatt Tipps gegeben: „Doch verfasst haben sie alles alleine“, betont er, „da sind super Texte rausgekommen“.

Am Ende erhielten die vier Mädchen sowie Tim Helbing, Gabriel Paschuld, Silas Knauss, René Schunter, Aline Okker, Lara-Joy Nagel, Lara und Leni Schmierer, Max Werni, Nick Gutbrod und Robin Justl ein Zertifikat. Allerdings nicht nur für den Gottesdienst: Die Jugendlichen haben an den Trainee-Programmen teilgenommen, die von den Kirchengemeinden Lorch und Weitmars sowie Waldhausen im Jahr 2019 ins Leben gerufen wurden.

Bei dem Programm bildet Lukas Golder die Jugendlichen zu Junior-Schülermentoren aus. „In den Theorieeinheiten geht es um Spielpädagogik, Recht, Zeitmanagement“, erklärt der Waldhäuser Pfarrer, „aber auch um Persönlichkeitsbildung“. Unter den Praxisteil falle die Mithilfe bei Freizeiten oder Projekten. Das Zertifikat weise das soziale Engagement nach und mache sich gut bei Bewerbungen.

Weitere Mitarbeit erwünscht

Außerdem wünschen sich beide Gemeinden, dass sich die Jungen und Mädchen weiterhin für die Kirche engagieren. Etwa bei als Betreuer für Kinder- und Jugendgruppen oder als Helfer bei Veranstaltungen. Nach dem ersten Kurs mit sieben Mädchen sind nun zwei weitere Gruppen mit je vier Mädchen und Jungen beendet. Eine weitere in Waldhausen läuft noch: „Hier warten vier Mädels und drei Jungen noch auf zwei Praxisstunden.“

Ihre Zertifikate bekamen sie im Rahmen des Jugend-Gottesdienstes trotzdem schon. Der übrigens auch deshalb so gut ankam, weil die Musikgruppe „SMS-Band“ aus Weinstadt viele mitreißende Lieder spielte, auch zum Mitsingen. 

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