Blaualgen werden zum Problem - See in Plüderhausen länger zu

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Falschparker werden ab jetzt am Waldhäuser Badesee zur Kasse gebeten.

So reagieren die Nachbarkommunen auf einen möglichen zusätzlichen Ansturm.

Lorch

Angespannte Lage an den Badeseen: Wegen einer hohen Belastung durch Blaualgen wird der Badesee Plüderhausen gesperrt. Und diese Sperrung wird länger dauern als zunächst angenommen. "Wir rechnen damit, dass die Blaualgen bis Mitte September den See belasten", sagt Ludwig Kern, Bauamtsleiter in Plüderhausen. Eine solche Situation habe die Gemeinde schon im Vorjahr erlebt. Auch 2019 wurde Mitte August ein Badeverbot wegen der Blaualgen ausgesprochen und erst Ende September wieder eröffnet. Sonne und Wärme begünstigten die Blaualgen, bei kühlerer Witterung rechnet man mit einer Rückkehr zum Normalzustand.

Ludwig Kern weist darauf hin, dass alle anderen Parameter des Wassers stimmen. Es gebe keine Keimbelastung, der Sauerstoffgehalt sei in Ordnung. "Aber der Kontakt mit Blaualgen ist gesundheitsschädlich." Das gelte vor allem, wenn man Wasser in den Mund bekomme. Kinder sind besonders gefährdet, auch Haustiere können ernsthaft erkranken. Damit niemand in die Versuchung komme, dort zu baden, wurden an allen Einstiegstellen Schilder angebracht. Auch auf dem Parkplatz und am Gebäude finden sich diese Hinweise.

Liegewiese offen

Ich werde auch selbst vor Ort sein.

Ronald Krötz Bürgermeister

Gesperrt ist in Plüderhausen nur der See selbst. "Wer die Liegewiese für ein Sonnenbad nutzen möchte, kann dies jederzeit tun", sagt Ludwig Kern im Gespräch mit der GT. Das Wasser des Plüderhäuser Badesees wird nun täglich beaufsichtigt. Häufige Wasserproben sind nach Worten des Rathausmitarbeiters aber nicht vorgesehen. "So lange die Grünfärbung zu sehen ist, wissen wir, die Algen sind noch da." Erst wenn das Wasser wieder klarer ist, werde die Gesundheitsbehörde mehrfach Proben entnehmen und testen.

An den Seen in der Nachbarschaft macht man sich weniger wegen Blaualgen Sorgen, sondern wegen übermäßigem Ansturm. So hat Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz eine Verfügung für den Eisenbachsee erlassen, die am Freitag in Kraft getreten ist. Darin erinnert er, "dass nach der derzeit gültigen Corona-Verordnung die maximale Gruppengröße von maximal 20 Personen nicht überschritten werden darf und der Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen eingehalten werden soll. Ronald Krötz: "Es ist mir wichtig, die notwendigen Vorgaben zu machen, damit das soziale Miteinander funktioniert und gerade in Zeiten von Corona die Erholungssuchenden auch weiterhin die Möglichkeit haben, den Badesee zu nutzen." Einen Zusammenhang mit der Belastung des Plüderhäuser Badesees gebe es nicht. Die Verordnung biete der Polizei aber eine rechtliche Grundlage, zu handeln. An diesem Wochenende, so wurde mit der Polizei vereinbart, soll es regelmäßige Kontrollen geben, "ich werde auch selbst vor Ort sein", so der Bürgermeister. Eine Besucher-Obergrenze ist aktuell nicht vorgesehen. Man orientiere sich an der Belegung des Parkplatzes. Außerhalb davon dürften keine Fahrzeuge abgestellt werden.

"Mir ist nicht bekannt, dass wir solche Probleme mit Blaualgen hatten, wie Plüderhausen", sagt Lorchs Bürgermeisterin Marita Funk. Plüderhausen habe die Stadt frühzeitig über die Situation informiert. "Da sich Besucherinnen und Besucher auch an den vergangenen, teils sehr heißen Wochenenden verantwortungsvoll gezeigt haben und die Besucherzahl verträglich mit den Abstands- und Hygieneregeln waren, wird der See in Waldhausen nicht geschlossen." Lorch hält an diesem Wochenende am Konzept fest: Der Securitydienst patrouilliert zu unterschiedlichen Zeiten vor Ort und die Polizei ist informiert. Marita Funk: "Dieses Wochenende werden wir zusätzlich die Parkverstöße entlang den Grünstreifen zwischen Lorch und Plüderhausen ahnden. Am Montag werden wir dann mit allen Beteiligten die Situation bewerten und das weitere Vorgehen beschließen."

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