Christof Messerschmidt feierlich verabschiedet

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Zahlreiche Menschen wollten sich in Lorch vom scheidenden Pfarrer Christof Messerschmidt verabschieden. Foto: jps
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Viele Menschen würdigen den scheidenden Pfarrer. Seine Stelle ist noch nicht neu besetzt.

Lorch. Gut zwanzig Minuten dauerte es, bis sich alle von Christof Messerschmidt verabschiedet hatten. Nach dem Gottesdienst in der Lorcher Stadtkirche am Sonntag reichte jeder Besucher dem Pfarrer die Hand. Zuvor hatte Dekanin Ursula Richter ihn von seinen Diensten für Lorch und Weitmars sowie den Kirchenbezirk Schwäbisch Gmünd entpflichtet. Messerschmidt ist ab Oktober Dekan in Schwäbisch Hall.

In seiner Abschiedspredigt stellte der Pfarrer die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Dabei sprach er den Lorcherinnen und Lorchern Lob und Dank aus. Dafür, dass ihn bei seinem Start vor 14 Jahren spontan eine Gruppe Fußballer zum Kicken abgeholt hatte. Dass stets anpackende Hände da waren. „Für die Bereitschaft, Zeit zu schenken oder mehr zu arbeiten, als man bezahlt bekommt.“ Für die Tüte Haferflocken in der Tafelkiste oder die Aufnahme von Geflüchteten. „Dabei fiel stets der Satz, ‚das ist doch selbstverständlich‘.“

Mit der Geschichte vom barmherzigen Samariter stellte Messerschmidt dar, dass Mitmenschlichkeit eben nicht selbstverständlich sind. „Auch mir ist manchmal alles zu schwer.“ Doch die Erzählung zeige eine neue Perspektive auf: „Der Blick auf andere öffnet das Herz.“ Im Glauben gehe es darum, mit Gott verbunden zu sein und mit anderen eine Gemeinschaft zu gestalten. „Leben ist Begegnung.“ Mit diesem Satz von Martin Buber habe er sich auch vor 14 Jahren im Gemeindebrief vorgestellt.

Dekanin Ursula Richter erinnerte an Messerschmidts zahlreiche Tätigkeiten. Natürlich als Pfarrer für die Gemeinde, für vier Kitas und im Zusammenwirken mit Kommune, Ökumene, Schulen und Vereinen. Aber auch als Dekanstellvertreter, immerhin zehn Jahre lang, als Telefonseelsorger, Ausbildungspfarrer und Mitarbeiter in mehreren Arbeitsgruppen, etwa für die Kita-Trägerstruktur.

Pläne für den Übergang

„Predigten merkte man Ihre Leidenschaft für das Wort an“, hob Richter hervor und erwähnte auch erfolgreiche Wortduelle bei Preacher Slams. In Messerschmidts Zeit sei die Fusion der Gemeinden Lorch und Weitmars gefallen, eine halbe Pfarrstelle war gestrichen worden. „Mit der Zeit werden weitere Schritte notwendig sein“, gab Richter einen Ausblick. Sich als Christ einbringen in unsere Zeit, sei der Auftrag der Kirche: „Dieser Haltung haben Sie Ausdruck verliehen, verbunden mit dem Trost und der Hoffnung, dass Gott uns nicht verlässt.“

Im September werde die Pfarrstelle Lorch-Nord ausgeschrieben, sagte Dekanin Richter. Bis sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin findet, habe man einen Vakaturplan ausgearbeitet. Richters Referent Pfarrer Reiner Kaupp wird die kommissarische Vertretung des Pfarramts übernehmen. „Pfarrerin Friederike Fritz wird Ansprechpartnerin für seelsorgerliche Gespräche.“

Vikar Maik-Andres Schwarz wird die Konfirmanden unterrichten und Unterstützung von Waldhausens Pfarrer Lukas Golder erhalten. Cornelia Gerstetter, Pfarrerin für Lorch-Süd, wird Ausbildungspfarrerin für Vikar Schwarz. Auch an die Gottesdienste sei gedacht, sagte die Dekanin, aber auch: „Man wird selbstverständlich spüren, dass eine volle Stelle nicht besetzt ist.“

Der Gottesdienst wurde von der Lorcher Kantorei, Luisa Schwarz und Nelly Mangold musikalisch umrahmt. Anschließend strömten nahezu alle zum Empfang ins Gemeindehaus. Dort sorgte der Kinderchor für viel Applaus. Außerdem würdigten zahlreiche Menschen die Zusammenarbeit mit  Christof Messerschmidt.⋌ Cornelia Villani

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