Corona-Demo in Lorch mit Eilantrag

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Zehn Menschen in weißen Anzügen sind am Samstagabend durch Lorch marschiert.

Lorch. Zehn weißvermummte Personen sind am Samstagabend durch Lorch marschiert. Sie hätten "härtere Maßnahmen beim Kampf gegen die Corona-Pandemie" gefordert, wie Initiator Stefan Schmidt in einer Pressemitteilung am Sonntag schreibt. Die Versammlung war bei ihr angemeldet worden, bestätigte die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung. Allerdings in Form einer Eilversammlung, über die die Stadt nicht informiert gewesen sei, sagte Bürgermeisterin Marita Funk. Sie schilderte am Sonntag, dass ihr am Abend zuvor zwei Anrufer gegen 18.20 Uhr von der Demonstration berichtet hatten. Daraufhin habe sie die Polizei verständigt und sich mit den Beamten vor Ort ein Bild gemacht. "Wir haben den Demonstrationsleiter noch angetroffen, die Demonstration selbst war bereits vorbei." Funk habe Landrat Dr. Joachim Bläse informiert. "Wir werden gemeinsam prüfen, ob die Versammlung die Voraussetzungen einer Eilversammlung erfüllt hat." Bei einer Eilversammlung müsse wohl die 48-Stunden-Frist zwischen Anmeldung und öffentlicher Bekanntgabe nicht gewahrt werden.

Ermittlungen möglich

Stefan Schmidt formuliert in seiner Erklärung, dass er mit dem Eilantrag "die freundliche Einladung der genannten Stadträte gerne angenommen" habe. Er bezieht sich auf die Aussagen mehrerer Lorcher Räte in der Sitzung am Donnerstag, die sich ablehnend über die von Schmidt organisierten Aufmärsche geäußert hatten. Sie hatten gefordert, von der Stadt über angemeldete Demonstrationen informiert zu werden, um – wie in Welzheim geschehen – Gegendemonstrationen auf die Beine stellen zu können.

Laut Polizeidirektion Aalen ging der gut einstündige Aufmarsch ohne Störungen oder Verstöße über die Bühne. Allerdings seien die Polizeistreifen erst nach Ende der Demonstration vor Ort gewesen und hätten den Zug nicht mehr gesehen. "Sollten weitere Aspekte bekannt werden, können jederzeit Ermittlungen aufgenommen werden", sagte Pressesprecher Thomas Krauß. Bürgermeisterin Funk urteilte: "Ich kann nicht nachvollziehen, dass der Marsch mit Anzügen und Armbinde durchgeführt wurde." Wegen dieser "Uniformierung" hatte das Landratsamt einen ebenfalls von Schmidt organisierten Marsch in Durlangen untersagt.

Schmidt forderte in seiner Erklärung eine von den "Zeitungen angestoßene Podiumsdiskussion, um in einer paritätisch besetzten Runde sachlich Argumente" auszutauschen. Außerdem nannte er es "völlig abwegig", ihn mit rechtsextremen Gedankengut in Verbindung zu bringen.

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