Der lange Weg aus dem Beutental

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Weil die Beutenbachbrücke saniert wird, müssen Anlieger, die nach Lorch wollen, eine Umleitung übers Wäscherschloss nehmen - und da ist nachts gesperrt wegen der Krötenwanderung.
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Weil die Beutenbachbrücke abgerissen und neu gebaut wird, müssen die Anlieger im Tal eine weite Umleitung in Kauf nehmen. Und dann ist auch noch Krötenwanderung.

Lorch

Das Idyll trügt gerade im malerischen Beutental bei Lorch, zumindest für die Anlieger, die von dort nach Lorch kommen müssen. Weil die Beutenbachbrücke am Eingang des Tales saniert wird, ist dieser direkte Weg nach Lorch gesperrt, die Umleitung führt übers Wäscherschloss und Wäschenbeuren.

„Das sind 13 Kilometer statt drei“, sagt Andrea Meyer-Berge vom Schnellhöfle, einem von etwa einem Dutzend betroffener Haushalte entlang des Beutentals. Sie rechnet weiter: 25 Minuten für die gut 13 Kilometer Umleitung, statt sieben Minuten für die gut drei Kilometer nach Lorch seien nun pro einfacher Strecke angesagt. Manche Anwohner, etwa die mit Kindergarten- und Schulkindern, müssten diesen Weg nun mehrfach täglich machen. Zudem habe die Stadt erst sehr spät informiert.

Freigabe Anfang Juni geplant

Bürgermeisterin Marita Funk widerspricht: Die erste Information zur angedachten Brückensanierung sei im Amtsblatt am 10. Februar erschienen, tags darauf in den sozialen Medien. Am 11. April gingen die Arbeiten los. Kürzlich hätten die Anlieger gute Nachrichten in einem Schreiben erhalten: Die Bauzeit werde sich verkürzen. Statt Mitte Juli sei die Fertigstellung und Freigabe nun für den 1. Juni geplant, falls nicht etwa extreme Wetterlagen den Baufortschritt verzögern. „Die Bauzeit ist für eine Brückensanierung extrem kurz“, betont Funk. Die alte Brücke wird abgebrochen und durch einen Wellstahldurchlass ersetzt. Dank der Stahlfertigteile könne die Bauzeit um rund die Hälfte gegenüber jener für eine konventionelle Brücke aus Ortbeton verkürzt werden.

Für die Anlieger gibt's keine Alternative zur ausgewiesenen Umleitung. Eine Anregung mehrerer Bewohner des Beutentals kann die Verwaltung nicht erfüllen: Die Anwohner würden gern ein kurzes Stück eines Waldwegs und ein Stück des Dammwegs nutzen, der parallel zu den B-29-Fahrspuren Richtung Gmünd verläuft, erklärt Andrea Meyer-Berge. Das wäre für die Anlieger nur wenig mehr Strecke als der übliche Weg. „Die Dammstraße ist sehr beengt, sodass eine offizielle Umleitung mit allen Verkehrsteilnehmern – also auch entgegenkommenden Fußgängern – nicht machbar ist“, bedauert Funk. Weil die Dammstraße als Geh- und Radweg ausgewiesen ist und ein Begegnungsverkehr von Kraftfahrzeugen nicht möglich sei, „können wir den Weg leider nicht als Anliegerstraße ausweisen“. Ausnahme: In Notfällen werden Feuerwehr und andere Rettungsdienste diese Strecke nutzen.

Kröten müssen zurückstecken

Bleibt für die Anlieger noch eine Frage offen, denn zur Sperrung an der Beutenbachbrücke kam Ungemach am einzigen weiteren Talausgang hinzu: „Nachts sind wir quasi eingesperrt“, sagt Andrea Meyer-Berge. Denn aktuell ist Krötenwanderung und dann wird die Strecke zwischen Beutental und Wäscherschloss zwischen 19 und 6.15 Uhr gesperrt, auch für Anlieger, betont sie. Nach Rückfrage bei der Wäschenbeurer Verwaltung hat Marita Funk dazu nun immerhin eine gute Nachricht für die Beutental-Anwohner: Der besonderen Situation geschuldet, werde die Sperrung aufgehoben, die Schilder werden - eine Woche früher als geplant - an diesem Freitag abgebaut.

Sperrung Beutental

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