Die Lorcher Innenstadt soll wieder belebt werden

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Leerstände gibt es in der Lorcher Innenstadt einige - wie zum Beispiel in der Hirschstraße (im Bild). Das möchte die Stadtverwaltung mit Hilfe des Innenstadtberaters Hannes Mutscheler verändern.
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Lebensmittel gibt’s in der Weststadt. Deswegen soll die Busverbindung dorthin verbessert werden. Was außerdem in Lorch geplant ist.

Lorch. Lebensmittel einkaufen in der Lorcher Innenstadt? Unmöglich, kritisiert die Bürgerschaft der Klosterstadt. Das hat sich auch im Ostalbcheck widergespiegelt, der großen Umfrage dieser Zeitung. Alle Läden befinden sich außerhalb des Ortskerns, nämlich im Industriegebiet in der Weststadt, beklagen gleich mehrere Teilnehmer. „Für ältere Menschen, die nicht mobil sind, ein Unding“, bringt es einer auf den Punkt.

Alles miteinander verbinden

Die Stadt will gegensteuern, verrät Bürgermeisterin Marita Funk. „Wir arbeiten daran, Buslinien miteinander zu verbinden und zu verbessern.“ So sollen Zentrum, Wohngebiete und das Einkaufsgebiet im Westen besser miteinander verzahnt werden. „Das ist eine Sache, die ich aus dem Workshop mit dem Innenstadtberater mitgenommen habe“, sagt die Bürgermeisterin. Dieser Workshop fand vor wenigen Wochen statt. Hannes Mutscheller untersucht seit Oktober als sogenannter Innenstadtberater für den Regionalverband Ostwürttemberg, wie der Innenbereich von sieben Städten aufgewertet werden kann, darunter Lorch.

Zum Workshop eingeladen gewesen seien Mitglieder des Gemeinderats, der Stadtverbände Kultur, Sport und Vereine in Waldhausen sowie Vertreter von Einzelhändlern und Gewerbe, erzählt Marita Funk. „Sehr gut war, dass jeder seine Sichtweise auf die Situation darlegen konnte.“ Die Teilnehmer hätten darüber gesprochen, was Lorchs Innenstadt fehlt, wo Potential steckt und auch was gut ist. „Wir warten nun ab, was das Konzept von Herrn Mutscheller beinhaltet und steigen dann 2023 richtig in das Thema ein“, sagte die Rathauschefin.

Dieses Konzept wird Mutscheller ab Herbst ausarbeiten, sagt er, und dass er bis dahin inhaltlich nicht vorgreifen will. „Die Dinge sind in der Schwebe.“ Wie sieht er das Problem, dass die Lorcher im Stadtkern kaum Lebensmittel kaufen können? „Es liegt in der Natur des Kapitalismus, dass sich der Lebensmitteleinzelhandel nicht in Innenstädten ansiedelt.“ Die Händler wollen große Flächen, auch für Parkplätze. Und die gibt es nur außerhalb. „Wenn dann funktioniert ein Laden in der Innenstadt über eine Genossenschaft, als Bürgerinitiative.“ Ob die Bedürfnisse von Senioren in seinem Konzept berücksichtigt werden? „Nicht speziell, wir haben keine Zielgruppen definiert.“ Seine Vorschläge sollen für alle sein.

Bürgermeisterin Funk berichtet, dass sie den Erfinder des „Tante M“-Ladens gesprochen habe. Dessen Konzept sieht kleine Läden vor, in denen sich der Kunde selbst bedient. „In Börtlingen gibt es das.“ Für Lorch passe das Konzept aber nicht, habe sie erfahren: „Weil wir die großen Einkaufsläden ja haben.“ Die Versorgung befindet sich zwar außerhalb des Stadtkerns, ist aber vorhanden – „deswegen sind wir nicht attraktiv für solche Konzepte“.

Es braucht viel Zeit

Die Bürgermeisterin würde sich freuen, falls das Projekt von Hannes Mutscheller verlängert würde. Dafür mache sich der Innenstadtberater zusammen mit seinen Kollegen momentan beim Land stark. Eigentlich läuft die Förderung und damit das Projekt Ende 2022 aus. „Das ist aber gerade genug Zeit, um ins Thema reinzukommen“, meint Funk. Um wirklich etwas zu verändern, bräuchte es mehr Zeit.

Ob im Rathaus ein Ansprechpartner für Innenstadtbelange eingesetzt wird, müsse der Gemeinderat entscheiden. „Oder ob eine vorhandene Stelle diese Aufgabe zusätzlich bekommt.“ Aktuell könne man sich an sie selbst und Hauptamtsleiter Oliver Tursic wenden. Funk meint aber auch, dass nicht alles die Stadt regeln könne: „Es gibt Maßnahmen, die von den Einzelhändlern angeregt werden können.“ Sie denke etwa an Aktionen wie die bepflanzten Schubkarren, mit denen die Geschäfte ab dem Frühjahr die Innenstadt verschönern.

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