Die Maibaum-Tradition kehrt nach Lorch zurück

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Auch im Jahr 2021 gab es in Rattenharz einen kleinen „Corona-Maibaum“.
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Lorch und die Teilorte stellen zum 1. Mai wieder Maibäume auf. Die sechs Gruppen verraten, ob auch Maifeste geplant sind.

Lorch

Nach zweijähriger Durststrecke kehrt eine vielgeliebte Tradition nach Lorch zurück. Im ganzen Stadtgebiet werden wieder Maibäume aufgestellt. Und zwar sechs an der Zahl, in der Ofengasse am Venusberg, in Waldhausen, Weitmars, Rattenharz, Strauben und Kirneck. Man darf gespannt sein, haben die teilnehmenden Bäume doch stets gut abgeschnitten beim Wettbewerb der Gmünder Tagespost und der Heubaucher Brauerei. Beim letzten Wettstreit 2019 teilte sich Weitmars den ersten Platz mit Straßdorf, Strauben war Dritter, Rattenharz belegte Platz sechs und auch Waldhausen war mit Rang neun noch unter den ersten Zehn von immerhin 60 Teilnehmern.

„Sämtliche Vorbereitungen laufen“, sagt Benjamin Wörner von der Dorfgemeinschaft Weitmars. Man plane wieder das volle Programm, was genau, werde nicht verraten. Auch eine Hocketse gebe es wieder. Wie gewohnt werde der Musikverein Edelweiss am 1. Mai einladen, die Dorfgemeinschaft plant ihre Maifeier am Abend des 30. April. Ob in der Halle oder draußen, werde noch entschieden. „Auf jeden Fall wird es ein Neubeginn.“ Die Dorfgemeinschaft hofft, dass viele Leute das Angebot wahrnehmen.

Zusammensitzen will man in Strauben auch, sagt Ehepaar Wolfmaier. „Traditionell bieten wir am 1. Mai rote Wurst und Kaffee unterm Maibaum an“, erklärt Sabine Wolfmaier. „Aber ob es wirklich klappt, entscheiden wir wohl relativ spontan“, wirft ihr Mann Jürgen ein. Sollte ein aufwändiges Hygienekonzept Pflicht sein, müsse die Gruppe überlegen, ob der Aufwand berechtigt sei. Lust hätten die 30 Einwohner aber auf ein Fest. Und auf jeden Fall plane man wieder einen richtigen Maibaum.

Genau wie die Maibaumgruppe des TSV Rattenharz. Eberhard Bühler möchte auch keine Details verraten: „Wir schaffen wieder ganz normal drauf hin.“ Die Männer der rund 15-köpfigen Gruppe holen den Baum aus dem Wald und richten ihn her, während die Frauen Kränze binden und den Baum schmücken werden. „Unsere Hocketse am Abend des 30. April läuft eher im kleineren Rahmen ab.“ Alles könne auch noch zwei Wochen vorher bestellt werden, da sei man flexibel.

In Kirneck wird's eine Tanne

In Waldhausen hat man Absprachen für die Hocketse am 30. April und 1. Mai bereits getroffen. „Aber alles auf Kommission“, erklärt Michael Schüle von der Maibaumgruppe. So könne man reagieren, falls das Fest bei der Remstalhalle doch ausfallen müsste. „Sobald wir den Impf- oder Teststatus kontrollieren müssen, wird es schwierig.“ Im Zweifelsfall möchten die Waldhäuser aber zumindest bei der Maifeier der Vereine am 30. April ein Essensangebot zum Mitnehmen auf die Beine stellen. Michael Schüle erzählt, dass beim normalen Maibaum wieder ein Kindermaibaum stehen wird. Dieses Mal beteiligt sich wohl ein örtlicher Kindergarten am Schmücken.

Auch in der Ofengasse steht in diesem Jahr wieder ein Maibaum. „Die schöne Tradition darf nicht einschlafen“, sagt Oliver Waldenmaier von der Maibaumgruppe „Herz Europa“. Eine Hocketse wird es allerdings nicht geben: „Wir wussten einfach lange nicht, ob wir dürfen und können.“ Wer aber beim Baumstellen am 30. April von den gut 30 Mitgliedern dabei sei, sitze hinterher noch beisammen.

So macht es auch die Dorfgemeinschaft Kirneck. „Eine Hocketse gibt es dieses Jahr nicht“, sagt Ulrich Müller, „wegen der Pandemie“. Sobald der Maibaum am 30. April steht, wolle man aber zumindest noch zusammensitzen. Geplant sei wie gewohnt ein kleiner Baum, sagt Müller: „eine Tanne“.

Wir wussten einfach lange nicht, ob wir dürfen und können.“

Oliver Waldenmaier,, Maibaumgruppe „Herz Europa“
Auch im Jahr 2021 gab es in Rattenharz einen kleinen „Corona-Maibaum“.

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