Die Wasserräder laufen wieder

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Anton, Janina und Dominik haben viel Spaß an den Wasserrädern in der Lorcher Schelmenklinge. Horst Seidenspinner vom Albverein freut's. Der Zugang zur Klinge ist wieder möglich.

Seit vergangener Woche erfreuen die Wasserspiele Besucher in der Lorcher Schelmenklinge. Eine Begehung durch das beliebte Ausflugsziel mit Horst Seidenspinner vom Albverein.

Lorch

Vorsichtig, aber mit sichtlicher Freude rutscht das Mädchen den steilen Erdhang hinab. Gegenüber plätschert der Götzenbach, in dem zwei Jungen Äste aufeinanderstapeln. Dahinter beginnt nach einer kleinen Holzbrücke die Schelmenklinge. "Hier sind die Kinder immer am Schaffen", sagt Horst Seidenspinner und lächelt. Der 66-Jährige marschiert in Gummistiefeln vorbei, in den Händen trägt er einen Werkzeugkoffer und ein Wasserrad mit bunten Bechern. "Das war kaputt, ich baue es heute wieder ein." Seidenspinner gehört zum zehnköpfigen Team von der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, das sich um das beliebte Ausflugsziel kümmert.

Über 20 höchst unterschiedliche Wasserräder sind in den Sommermonaten im Götzenbach aufgebaut. Von Weitem zu hören ist das Glockenspiel, bei dem drei Glocken unaufhörlich läuten. Putzig anzuschauen ist die bunt bemalte Bäckerin, die je nach Geschwindigkeit des Baches mal schneller, mal langsamer Brot in den Ofen schiebt. Und was für Technik-Liebhaber ist das Ballhebegerät. In einem Kasten schiebt die Wasserkraft weiße Bälle stufenweise höher, bis diese auf schiefen Ebenen wieder zum Ausgangspunkt rollen. "Das Modell war nach dem 11. Juni 2018 komplett zerstört", erinnert sich Seidenspinner. Damals ließ Starkregen den Götzenbach dermaßen anschwellen, dass sowohl fast alle Modelle beschädigt, als auch Weg und Bachbett schwer in Mitleidenschaft gezogen waren. Nicht nur danach hatte die Albvereinsgruppe rund um Leiter Gunther Belser viel zu tun. Jedes Jahr Ende Oktober werden alle Modelle in der Klinge abgebaut und wettergeschützt verwahrt. "Durch das kalkhaltige Wasser und den Sand sind sie völlig verschmutzt", erzählt Seidenspinner. Das Team reinigt die Wasserräder, repariert mögliche Beschädigungen und verpasst den Rädern einen neuen Anstrich.

Normalerweise Ende April wird dann an Weg und Bachbett nach dem Rechten geschaut. Wegen Corona geschahen diese Arbeiten nun jedoch erst Anfang Juni.

"Jedes Rad sitzt an einem eingestauten Wehr", erklärt Seidenspinner. Nach dem Winter gelte es, Angeschwemmtes zu entfernen und überschüssige Erde abzutragen. Unterstützt wurde das Team dieses Mal von der Familiengruppe des Albvereins. Neun Erwachsene und ihre Kinder arbeiteten streng nach den Abstandsregeln mehrere Tage lang. "Besonders den Kindern hat das Spaß gemacht", sagt Seidenspinner. Das beweist auch ein Blick auf Dominik, Anton und Janina. Die Grundschüler besuchen die Klinge mit ihren Eltern und erkunden alle Modelle ganz genau. Auch schon der Einjährige, der mit Mutter und Oma den Weg entlang wackelt, juchzt bei jedem Wasserrad begeistert. "Ich war als Kind auch oft hier", erzählt seine Mutter und lobt: "Heute ist alles viel schöner als in meiner Erinnerung."

Die Schelmenklinge kann über den Zugang an der Götzentalstraße betreten werden. Dabei muss der Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Besuchern eingehalten werden. Hinauf geht es bis nach Bruck, wofür festes Schuhwerk empfohlen wird.

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