Ein Einhorn spießt Corona auf

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Prediger-Museumsdirektor Dr. Max Tillmann (links) und Daniel Cavli überreichen Leander Knauß (10) und Lena Malsch (8) ihre Preise, Kunstlehrerin Dragana Damjanovic-Schachner und Lorchs Grundschulrektorin Ana Fritz (Mitte) freuen sich.
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Zwei Grundschüler aus Lorch gewinnen mit ihren Werken den ersten Preis in ihrer Altersgruppe beim Wettbewerb des Gmünder Museums im Prediger. Was die jungen Künstler dazu sagen.

Lorch

Bist du schnell ängstlich?“, fragt Dr. Max Tillmann das achtjährige Mädchen. „Nö“, sagt Lena Malsch und grinst. „Das ist gut, denn das wird schon ein bisschen gruselig“, verrät der Direktor des Gmünder Museums im Prediger.

Tillmann hat Lena gerade einen Preis überreicht: Zusammen mit Freunden und Familie bekommt die Lorcher Schülerin eine nächtliche Führung durchs Museum. Lena hat genau wie der zehnjährige Leander Knauß beim Wettbewerb „Ein Kunstwerk für das Einhorn“ mitgemacht. Mit ihren Bildern gewannen beide den ersten Preis in ihrer Altersgruppe. Am Dienstag besuchte Dr. Tillmann zusammen mit Mitarbeiter Daniel Cavli die Dritt- und den Viertklässler an der Lorcher Stauferschule.

Der Wettbewerb war Teil der Ausstellung „The Last Unicorn“, die das Museum im Prediger seit Mai 2020 zeigte. Aufgerufen waren alle Schulen im Altkreis Gmünd. Die Kinder und Jugendlichen sollten das Thema Einhorn darstellen, bei freier Wahl der Techniken und der Materialien. Von November bis Januar sollten die Arbeiten dann im Museum gezeigt werden. „Eigentlich hätten dann die Besucher über die Schönsten abstimmen können, aber das ging wegen Corona ja alles nicht“, seufzte Dr. Tillmann. Stattdessen präsentierte das Museum die über 300 Bilder über seine Online-Portale. Dort fand dann auch die Abstimmung statt.

Abstimmung im Internet

„Lena, dein Bild bekam besonders viele Likes“, erklärte Tillmann der Drittklässlerin. Ihr Bild zeigt ein grazil gemaltes Einhorn in zarten Pastelltönen. Die Mähne sticht hervor, sie ist mit rosafarbener Wolle dargestellt. „Als könne man sie streicheln.“ Das habe vielen Betrachtern gefallen. Lena betont dagegen einen anderen Aspekt ihres Werkes: Ihr Einhorn hat einen Corona-Virus aufgespießt. „Ich wollte unbedingt, dass Corona vorbeigeht, deswegen habe ich das so gemalt“, sagte das Mädchen ernsthaft.

In Leanders Bild fallen die kräftigen bunten Farben auf, mit denen der Zehnjährige einen Regenbogen hinter dem Einhorn gemalt hat. Sehr passend, befand Tillmann, denn die Sage über Einhörner stamme wohl aus Indien. „Und die Menschen dort stellten sich das Tier mit regenbogenfarbenem Fell vor.“ Außerdem hat Leander das Papier entlang seines Einhorns eingeschnitten. „Wie bei einem Scherenschnitt, toll.“ Der Viertklässler bekam vom Museumsdirektor einen grauen Rucksackbeutel, der extra zur Ausstellung gefertigt worden war.

Lenas und Leanders Kunstlehrerin Dragama Damjanovic-Schachner sagte: „Ich finde die Teilnahme an solchen Wettbewerben sehr wichtig.“ Weil die Kinder Inspiration von außerhalb der Schule bekämen. Und Lust aufs Museum, sagte die Lehrerin, die bereits selbst Kunstwerke im Museum im Prediger ausgestellt hat. Rektorin Ana Fritz ergänzte: „Es ist eine Freude, zu sehen, wie viele tolle Arbeiten dabei entstanden sind.“ Allein aus der Stauferschule seien gut 100 Bilder eingeschickt worden. Fritz schlug vor, dass die Kulturlandschaft öfter solche Aktionen für Schulen anbieten solle. Denn auch Dr. Tillmann meinte: „Die Kinder sind unsere Zukunft.“ In den Museen werde unser aller Kultur vermittelt. Wenn Kinder Eingang in diese Welt fänden, würde das Wissen weitergegeben. Deswegen überreichte er Rektorin Fritz zwei Plakate von den aktuellen Ausstellungen. Das Museum im Prediger zeige momentan Bilder, Skulpturen und Mode von Diane Herzogin von Württemberg. Und im Silberwarenmuseum geht es um jüdische Kultgeräte.

Das Museum im Prediger und das Silberwarenmuseum Ott-Pausersche Fabrik in Schwäbisch Gmünd sind unter Beachtung von Hygienevorschriften wieder geöffnet, dienstags bis freitags, 14 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr und am Wochenende von 11 bis 17 Uhr.

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