Ein Kräutergarten wie im Gedicht

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Der Kräutergarten im Kloster Lorch orientiert sich an mittelalterlichen Vorgaben.

Der Garten mit Heilpflanzen im Kloster Lorch orientiert sich an den Vorgaben des Abtes Walahfrid Strabo, der im Frühmittelalter ein Buch zum Gartenbau geschrieben hat.

Lorch

Bereits im 9. Jahrhundert verfasste der Reichenauer Abt Walahfrid Strabo ein detailliertes Lehrbuch über den Gartenbau und 24 bedeutende Heilpflanzen. Von den Empfehlungen des Benediktinermönches ist der heutige Klostergarten in Lorch inspiriert. Am 18. August 849, vor 1172 Jahren, starb Walahfrid Strabo.

Im Kloster Lorch hat das Heilwissen aus dem frühen Mittelalter seinen festen Platz: Zwischen Kirche und südlicher Ringmauer befindet sich ein Kräutergarten, der an die mittelalterliche Tradition eines klösterlichen Heilkräutergartens anknüpft. Die Anlage des Klostergartens ist von dem Lehrgedicht „Liber de cultura hortorum“ des Botanikers Walahfrid Strabo (808 bis 849 nach Christus) inspiriert. Neben seinen praktischen Erfahrungen in der Gartenarbeit beschreibt der ehemalige Abt der Klosterinsel Reichenau darin 24 Heilpflanzen von der Rose bis zum Salbei und ihren medizinischen Nutzen. Das Buch über den Gartenbau aus der Zeit um 840, kurz „Hortulus“ - das Gärtchen - genannt, gilt als das erste deutsche Gartenbuch. Im Kräutergarten des Klosters Lorch wurden viele der Heilpflanzen angepflanzt, die in Strabos Werk genannt sind.

Strabo war 838 nach Christus von Kaiser Ludwig dem Frommen zum Abt des Klosters Reichenau ernannt worden. Zu dieser Zeit war das Inselkloster im Bodensee ein Zentrum des religiösen Lebens in Mitteleuropa. Sein berühmtes Lehrwerk über den Gartenbau verfasste Strabo vermutlich um 840. Man nimmt an, dass seine Überlegungen vom Ideal des Sankt Galler Klosterplans inspiriert waren; auf der Klosterinsel Reichenau setzte er sie um und legte einen Kräutergarten an. Heute lässt sich dort eine Rekonstruktion des Heilkräutergartens von Strabo erkunden - mit 24 Beeten, eines für jede der im „Hortulus“ beschriebenen Heilpflanzen. Der gelehrte Abt, der einen guten Kontakt mit den Mächtigen seiner Zeit pflegte, verstarb am 18. August 849 auf einer Reise. Er ertrank in Frankreich in der Loire.

Zur Heilkunst des Mittelalters und zum Lorcher Kräutergarten bietet das Team der Klosterverwaltung Lorch mehrere Sonderführungen an. Die Heilpflanze des Jahres, der Meerrettich, steht im Mittelpunkt einer Führung am Samstag, 21. August, und am Samstag, 4. September, jeweils um 14 Uhr. Die nächste Sonderführung mit „Klösterlichen Gartengeschichten“ findet am 12. September um 15 Uhr statt: Interessierte erfahren, welche Rolle der Garten für die Ernährung der Mönche spielte und welche Kräuter welche Heilwirkung haben, Kostprobe inklusive. Eine Anmeldung zu den Sonderführungen ist bei der Klosterverwaltung Lorch unter info@kloster-lorch.com erforderlich.

  • So geht's ins Kloster und zur Stauferfalknerei
  • Geöffnet ist das Kloster Lorch mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.
    Sonderöffnungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Absprache jederzeit möglich.
    Der Eintritt kostet für Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3 Euro, Familien 15 Euro.Führungen durchs Kloster gibt es bis 12. September sonntags um 13.30 Uhr;Sonderführungen: „Meerrettich – Pflanze des Jahres“, Samstag, 21. August und 4. September, 14 Uhr; Anmeldung per E-Mail an info@kloster-lorch.com erforderlich. Gruppen mit maximal 20 Teilnehmern können pauschal für 50 Euro buchen.Die Stauferfalknerei bietet ihre Greifvogelschau bis Sonntag, 12. September mittwochs, donnerstags, samstags und sonntags um 15 Uhr. Kombiticket für Kloster und Falknerei:für Erwachsene 13,50 Euro, ermäßigt 6,80 Euro, Familien 33,80 Euro.
Kloster Lorch Kräutergarten

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