Erste Bücherschrank in Lorch lädt zum Schmökern ein

+
Der erste Bücherschrank Lorchs steht am Kastellplatz. Bürgermeisterin Marita Funk und Stadtbibliothekar Erich Wägner (rechts) freuen sich über den Schrank, den Richard Jakob gebaut und gespendet hat.

Am Kastellplatz steht nun der erste Lorcher Bücherschrank. Weitere sind geplant.

Lorch. Ein rotes Dach, ein Korpus aus hellem Holz und ein Fenster als Öffnung: Der erste öffentliche Bücherschrank in Lorch steht seit dieser Woche am Kastellplatz. Bürgermeisterin Marita Funk und Stadtbibliothekar Erich Wägner eröffnen den Schrank am Donnerstagabend.

Mit dabei: der Erbauer und Spender Richard Jakob. „Zwei bis drei Monate habe ich gebraucht“, erzählte der Rentner, „mit Holz zu bauen ist mein Hobby“. Weswegen er sich Ende vergangenen Jahres nach einem Appell der Stadt gemeldet hatte. Ob Interesse in der Bürgerschaft bestehe, Bücherschränke zu spenden, zu füllen oder zu betreuen, hatte die Verwaltung gefragt. „Tatsächlich waren die Rückmeldungen gigantisch“, erinnerte sich Funk. Viele hätten Bücher angeboten, aber auch Geld für die Aufstellung der Schränke. Richard Jakob schlug vor, selbst einen Schrank zu zimmern.

Ein Hingucker: Das Dach aus Metall entpuppt sich als aufgeschlagenes Buch und ein Wappen erinnert an Lorchs Vergangenheit als Stauferstätte. „Der Schrank ist wasserdicht und hat einen Ablauf für Kondenswasser“, ergänzte Jakob. Über das Fenster kommt der Leser an die Bücher, von denen etwa 40 Exemplare Platz haben. „Der Schrank ist ein niederschwelliges Angebot, um in gemütlicher Atmosphäre zu lesen“, sagte Wägner.

„Wir hatten mehrere Standorte erwogen, aber hier passt er am besten hin.“ Wägner erzählte, dass er regelmäßig alte Bücher angeboten bekomme. „Die Stadtbücherei hat aber einen Aktualitätsanspruch.“ Nun kann man solche Bücher in den Schrank stellen. „Und bestenfalls ein anderes herausholen.“ Übrigens stehe im Rathaus eine Box für größere Bücherspenden. Diese gehen dann an eine Behindertenwerkstatt in Schwäbisch Gmünd.

Weitere Schränke möchte die Stadt in Weitmars und Kirneck aufstellen. „Weil es dort, anders als in Lorch und Waldhausen, keine Bücherei gibt“, sagte Funk. Man wolle nun Gewerbetreibende ansprechen, ob diese Schränke bauen würden. „Und in Kirneck brauchen wir unbedingt noch Paten, die sich dann um den Bücherschrank kümmern“, sagte Wägner. Also regelmäßig nach dem Rechten schauen oder auch mal Bücher aussortieren.

Ganz neu ist die Bücherspende von Bürgermeisterin Funk: Sie stellte ein Exemplar von Jutta Runds Kindergeschichtsbuch über Stauferkönigin Irene von Byzanz in den Schrank. Obwohl Richard Jakob bereits den Schrank spendete – Materialkosten 300 Euro – stellte auch er ein Buch hinein: „Den ersten Teil der Reihe von Donna Leon“, verriet er und zwinkerte dem Stadtbibliothekar zu: „Wer das mag, kommt dann in die Bücherei und liest dort weiter.“ cop

Zurück zur Übersicht: Stadt Lorch

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare