Großer Einsatz für Lorchs Jugend

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24400 Medien haben die Büchereien in Lorch und Waldhausen, die regelmäßig von knapp 1300 Lesern genutzt würden. 65 000 Entleihungen sind 2020 gebucht worden, 7000 weniger als 2019.
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Sowohl der Leiter der Stadtbücherei als auch der städtische Jugendreferent gaben im Gemeinderatsausschuss Einblicke in ihre Arbeit seit Beginn der Pandemie.

Lorch

Mehr Aufwand für weniger Umsatz: So brachte Erich Wägner die vergangenen zwei Jahre für die Lorcher Stadtbücherei auf den Punkt. Der Bibliotheksleiter erstattete den Mitgliedern des Gemeinderatsausschusses für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstagabend Bericht über die Entwicklungen seit 2020.

24400 Medien haben die Büchereien in Lorch und Waldhausen, die regelmäßig von knapp 1300 Lesern genutzt würden. 65 000 Entleihungen seien 2020 gebucht worden, 7000 weniger als 2019. Und das auch nur, weil die Ausleihe von E-Books so gut angenommen worden sei. 35 Prozent mehr als noch im Jahr 2019 wurde elektronisch gelesen. „Tatsächlich meist von älteren Lesern“, beantwortete Wägner die Nachfrage von Bürgermeisterin Marita Funk. Ältere wüssten zu schätzen, dass sie auf ihrem Lesegerät die Schrift größer machen können. Das Zusammenspiel von Kindern und E-Books funktioniere so gut wie gar nicht. „Deshalb ist unser Angebot in dieser Richtung auf Erwachsene ausgelegt.“

Die Leseförderung der Jüngsten habe darunter gelitten, dass die Bücherei praktisch zwei Jahre lang keine Klassenführungen mehr anbieten konnte. „Zusätzlich spüren wir auch alle gesellschaftlichen Veränderungen.“ In ihrer Freizeit würden Kinder und Jugendliche immer weniger lesen. „Wir lassen aber nicht locker“, betonte Wägner und erzählte von der Heiß-auf-Lesen-Aktion im Sommer oder den Lesetüten für jedes Schulkind.

Für dieses Engagement, sowohl von Wägner als auch von seinen drei Kolleginnen, kam großes Lob von allen Fraktionen. Karola Reinert (SPD) fragte, ob die Waldhäuser Bücherei nicht auch übers Internet einsehbar sein könne. „Wir haben dort kein Internet, und in das alte Gebäude lohnt es sich nicht, zu investieren“, antwortete Wägner und verwies auf den Neubau, zu dem es seines Wissens nach Ideen gebe. Gemeint ist der Bau einer Kita bei der Grundschule, die laut Planung um einen Gebäudeteil für die Ortsbücherei ergänzt werden könnte. Manfred Schramm (SPD) kommentierte dazu: „Diesen Neubau habe ich nicht im Planungsteil gesehen.“ Bürgermeisterin Funk ging darauf nicht näher ein.

Hilfe für Schüler und Eltern

Ein zweiter Bericht an diesem Abend kam von Thomas Hägele. Der städtische Jugendreferent erzählte, dass während des Lockdowns im Jahr 2020 die Treffs der Offenen Jugendarbeit in Lorch und Waldhausen geschlossen waren. Stattdessen wurde das Personal bei der Notbetreuung für die Kinder systemrelevanter Eltern eingesetzt.

Durch die aktive Hilfe in der Notbetreuung seien gerade Kinder aus komplizierten Familien aufgefangen und Konflikte gelöst worden. Sehr viele Eltern hätten zudem das Beratungsangebot genutzt. Während der Schulschließungen habe man ein Online-Beratungsangebot eingerichtet. In der Offenen Jugendarbeit wurde ein Sorgentelefon bekannt gemacht. „Das Stadtjugendreferat war mit seiner Schüler- und Familienberatung eine weitere Anlaufstelle für verunsicherte Eltern und Schüler.“ Hägele berichtete außerdem, dass Lorch einen Jugendbeirat für 14- bis 19-Jährige einberufen möchte, sobald die Pandemie das zulässt. Dieser sei lockerer als ein Jugendgemeinderat, aber trotzdem verbindlich. Die Idee wurde von allen gelobt, Werner Kolb (Freie Wähler) lud den Beirat gleich ins Gremium ein. Aus den Fraktionen kamen Nachfragen zu gehäuften Sachbeschädigungen und Schmierereien. Hägele kündigte an, deswegen in 2022 wieder eng mit der Polizei zusammenzuarbeiten.

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