Großes Instrument im Format für Kinder

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Ein Großes Instrument ganz klein: Verena Rothaupt zeigt Lorcher Kindern die Mini-Orgel.

Kirchenmusikerin Verena Rothaupt baut mit 40 Vorschulkindern eine Mini-Orgel.

Lorch. Verena Rothaupt drückt eine Taste, ein leise quietschender Ton ertönt. „Wer möchte pumpen, damit die Orgel richtig klingt?“, fragt sie in die Runde. Schon strecken alle fünf Kinder wild einen Finger in die Luft. Rothaupt lächelt und schlägt vor: „Stellt euch hintereinander, jeder kommt dran.“ Kurz darauf erklingt das Lied „Alle meine Entchen“ in der Lorcher Stadtkirche. Am Freitag hat die Lorcher Kirchenmusikerin rund 40 Kindern aus zwei örtlichen Kindergärten das Instrument Orgel näher gebracht.

„2021 ist das Jahr der Orgel“, erklärte Rothaupt die Aktion. Der Verband der evangelischen Kirchenmusik hat einen kleinen Orgel-Bausatz angeschafft, um Kindern einen besseren Zugang zu dem eigentlich riesigen Instrument zu ermöglichen. In zwei großen Koffern hatten Verena Rothaupt und ihr Mann Klaus die Holzteile am Morgen in die Stadtkirche getragen. Danach waren 20 Kinder aus dem Mörikekindergarten da und durften das Instrument zusammenbauen. Gegen zehn Uhr umringte dann die erste Gruppe vom Kinderhaus Naturino die Miniatur-Orgel. „Georg, du pumpst und Vivien spielt“, wies die Kirchenmusikerin zwei Kinder an. Sichtlich zufrieden packte Georg die beiden Griffe, die an Blasebälgen befestigt waren. Geschickt bewegte er sie auf und nieder, so dass Vivien wohlklingende Töne spielen konnte. „Ich kann Klavier“, erzählte das Mädchen stolz. Liam dagegen machte es Spaß, mit allen zehn Fingern auf den Tasten herum zu klimpern. Und Elina suchte sich sorgsam einzelne Tasten aus.

„Ich finde, das ist eine wunderbare Aktion“, sagte Claudia Haas, die Leiterin des Kinderhauses. „Die Kinder sind total bei der Sache und freuen sich an der Musik.“ Das habe sie auch schon beobachten können, wenn in der Kirche geprobt wurde und die Kinder ihre Vesperpause im Kirchgarten gemacht hatten. „Da sind wir reingegangen und alle haben zufrieden zugehört.“ Für Kinder sei Musik ohnehin sehr wichtig, viele ihrer Schützlinge würden ein Instrument lernen. Verena Rothaupt unterstützt das: „Ich bin seit über zehn Jahren einmal in der Woche in den Lorcher Einrichtungen und singe mit den Kindern.“ Vor Corona natürlich.

Mit der Aktion heute möchte Rothaupt mehr Begeisterung für „die Königin der Instrumente“ wecken. Warum die Orgel so genannt wird? „Weil man damit als einzelner Musiker einen ganzen Kosmos darstellen kann.“ Orgel spielen sei nicht leicht, man müsse mit Händen und Füßen arbeiten. Das gelang den Kindern gut: Klaus Rothaupt, pensionierter Kirchenmusiker, hat die Gruppe zur großen Orgel hoch auf die Empore genommen. Die Vorschüler erreichten gerade so mit ihren Füßen die Trethölzer. „Lehnt euch zurück, wenn ihr Angst habt, dass ihr runterrutscht“, empfiehlt Klaus Rothaupt Vivien und Elina, die neben ihm auf der Bank saßen. Das klappte, die Mädchen entlockten der Orgel schöne Töne. Die drei Jungs kletterten lieber mit Verena Rothaupt in die Orgel hinein. Die Kirchenmusikerin hatte eine Tür geöffnet und ließ die Kinder über eine Leiter in das Innere des Instruments blicken. „Das hat mir am besten gefallen“, sagte Liam hinterher.

Vielleicht bekommt das ein oder andere Kind ja Lust, das Orgelspielen zu lernen, hoffte Verena Rothaupt. Falls das der Fall sein sollte, könne man sich bei der Kirchengemeinde melden. Am Nachmittag wollte sie mit dem Bausatz noch in Weitmars in der Kirche sein. Am Sonntag wird die kleine Orgel um 17 Uhr noch mal in der Stadtkirche präsentiert. cop

Mehr Infos unter www.orgelkids.de. Am Sonntag, 25. Juli, zeigt Verena Rothaupt die Mini-Orgel um 17 Uhr in der Stadtkirche. Alle Kinder sind eingeladen.

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