Herausforderungen des Klimawandels

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FDPler im „Muckensee“ zum Klimawandel, v. l. Kreisvorsitzende Ute Ackermann, Bundestagskandidat David-Sebastian Hamm, Abgeordnete Judith Skudelny und Kreistagsmitglied Michael Lang.

Wie sich Ökologie mit Wirtschaft und Gesellschaft vereinbaren lassen - aus Sicht der FDP.

Lorch. Judith Skudelny, umweltpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, redete am Mittwochabend im Lorcher Café Muckensee über die Herausforderungen des Klimawandels. „Ökonomie und Ökologie“ lautete das Thema, und: „Wie schaffen wir die ökologische Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft?“. Eingeladen hatte David-Sebastian Hamm, FDP-Bundestagskandidat im Wahlkreis Backnang/ Gmünd.

„Eine der drei Seiten von Nachhaltigkeit fehlt bei diesem Thema“, schob Skudelny gleich vorweg, „nämlich die soziale Komponente“. Beim Thema Klimaschutz dürfe der gesellschaftliche Aspekt nicht vernachlässigt werden, beispielsweise der Verlust von Arbeitsplätzen. Als „Partei der Mitte“ wolle die FDP bei dieser „großen Herausforderung der Zukunft“ die ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekte gemeinsam betrachten.

Technologieoffen handeln

Skudelny plädierte dafür, dass Maßnahmen zum Klimaschutz nicht die Handlungsfreiheiten nachkommender Generationen einschränken dürfen. Die Herausforderungen besonders im Bereich der Mobilität sollten „technologieoffen“ angegangen werden. „Für mich ist nicht verständlich, dass die Bundesregierung unseren Ingenieuren nicht die Handlungsfreiheit gibt, um alle guten Ideen in die Tat umzusetzen.“ Das plakativste Beispiel dafür sei die Elektromobilität. Die Behauptung, ein auf Strom basierender Verkehr sei kohlendioxidfrei, stimme nicht, da der Strom auch aus Kohle-und Gaskraftwerken stamme. „Damit lügt man dem Klimaschutz in die Tasche.“ Besser seien synthetische Kraftstoffe wie Wasserstoff, und zwar aus drei Gründen: „Sie sind leichter speicherbar, haben bereits eine Infrastruktur durch die Tankstellen und können in bestehende Fahrzeuge getankt werden.“ Doch die Regierung lasse synthetische Kraftstoffe nicht zu.

Hamm ergänzte, dass neben Technologieoffenheit „Bildung, Bildung, Bildung“ entscheidend sei. Zudem erklärte er, dass der Handel der Bundesregierung mit Emissionszertifikaten wichtig sei, weil damit für sozialen Ausgleich gesorgt werde. „Was da verdient wird, muss an die Bürger sozialverträglich zurückgegeben werden.“

Das zweite große Problem

Nicht zuletzt kritisierte Skudelny die absolute Abkehr vom Verbrennungsmotor. Fachleute würden mit einem verbleibenden Marktanteil von 30 Prozent für diese Art von Motoren rechnen. „Warum sollte sich Deutschland nicht auf diesem kleineren Markt tummeln und Geld verdienen?“ Welches wiederum für das zweite große gesellschaftliche Problem benötigt werde, den demografischen Wandel.

Skudelny ging anschließend auf das chemische Recyceln von Kunststoffen ein. Dieses filtere Störstoffe aus Abfällen heraus, damit diese voll wiederverwendet werden könnten. Anders als momentan, weil das vorherrschende mechanische Recyceln diese Stoffe nicht herauslösen könne.

Deutschland in 50 Jahren

Wie geht es Deutschland in 50 Jahren, wollte einer der rund 25 Zuhörer wissen. „Viel besser als heute“, mutmaßte Skudelny. Sie glaube an die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft, an die Problemlösungsfähigkeit der Deutschen und an die bürgerliche Mitte. „Mein Anliegen ist es, dass der Zusammenhalt in der Mitte der Gesellschaft bleibt.“ Angst habe sie lediglich vor „gesellschaftlichen Scheuklappen“. Verbote von Verbrennungsmotoren und Kurzflügen seien zu kurz gedacht. „Unser Blick sollte groß und offen bleiben.“ cop

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